Bürgerantrag wurde angenommen
Swisttal will künftig keine Schottergärten mehr in Neubaugebieten
Bei neuen Bebauungsplanverfahren sollen konkretere Festsetzungen als bisher zur Vorgartengestaltung verankert werden
Swisttal. Der Klimaschutz beschäftigte den Planung- und Verkehrsausschuss sowie den Umweltschutz-, Wirtschaftsförderungs-, und Energieausschuss der Gemeinde Swisttal in einer gemeinsamen Sitzung.
Deshalb will man dem bundesweiten Trend entgegenwirken, Vorgärten ebenso wie Wiesen und Beete durch ökologisch wertlose Schotter- und Steingärten zu ersetzen, wobei der Boden dabei oft auch noch mit Folien versiegelt wird. Dies wird auch in der Gemeinde Swisttal schon seit einiger Zeit kritisch betrachtet.
Hans Josef Heck (Straßfeld) hatte daher in einem Bürgerantrag gefordert, bei der Planung neuer Baugebiete Gebote zur Begrünung der Vorgärten festzusetzen. „Es kann nicht sein, dass wir ökologisches Handeln einfordern, aber vor der eigenen Haustür alles versiegeln“, so seine Begründung. Grüne und blühende Vorgärten hingegen könnten CO2 binden und die Biodiversität fördern.
In jedem Einzelfall konkrete Definitionen
Das sahen auch die beiden Ausschüsse so, die den Bürgerantrag ausdrücklich befürworteten und zudem als prinzipielles Ziel beschlossen, bei der Durchführung von neuen Bebauungsplanverfahren konkretere Festsetzungen als bisher zur Vorgartengestaltung sowie zur Verbesserung der Wasseraufnahmefähigkeit der Böden und deren Begrünung und Bepflanzung zu verankern. Da etwaige Festsetzungen in den Bebauungsplänen allerdings städtebaulich zu begründen seien, müssten in jedem Einzelfall konkrete Prüfungen und Definitionen vorgenommen werden, so Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU). Pauschale und damit immer wieder anwendbare Festsetzungen könnten hingegen nicht festgesetzt werden.
Ohnehin würden schon seit den 1960er Jahren in den Bebauungsplänen zumeist konkrete Regelungen zur Vorgartengestaltung und zu deren Begrünung getroffen, aber leider nicht immer eingehalten. Darüber hinaus wolle man in den bereits bestehenden Baugebieten die Bürger in dieser Hinsicht informieren, sensibilisieren und zum Umdenken motivieren, gegebenenfalls auch mit Anreizen, so Monika Goldammer (FDP). Sie warnte allerdings auch vor der Stigmatisierung von Besitzern solcher „Gärten des Grauens“, denn es gibt schon gute Gründe, warum der eine oder andere seinen Vorgaben so gestalte.
JOST
