Herrnhuter Stern leuchtet in der Adenauer Pfarrkirche St. Johannes d.T.
Symbol für Glaube, Tradition und Hoffnung
Adenau. Ein großer weißer Stern erweckte in der Pfarrkirche St. Johannes d.T. in Adenau die Aufmerksamkeit der Besucher der heiligen Messe zum 1. Advent. Die Anschaffung des Sterns geht auf einen Vorschlag zurück, den der evangelische Pfarrer i.R. Joachim Keden bei der Adenauer Senioren-Adventsfeier im vergangenen Jahr gemacht hat. Pfarrer Keden sprach über den Herrnhuter Stern, seinen Ursprung, seine Bedeutung und seine ökumenische Botschaft.
Kooperator P. Antony Francis Richard Anandraj HGN, Zelebrant des Gottesdienstes, dankte allen, die sich für die Anschaffung des Sterns eingesetzt haben. Namentlich genannt wurden die kfd-Gemeinschaft Adenau mit ihrer Teamsprecherin Ruth Holbach für ihre großzügige Spende, Pfarrer Joachim Keden für seine Idee und Spende, Herbert Bätz, Lothar Weber und Küster Peter Kauth für die Montage des Sterns, der Fa. Elektro Lehmann, insbesondere Heinz Weber, für die Montage des Sterns.
Gefertigt ist der Stern in den Werkstätten der Herrnhuter Brüdergemeine in der Oberlausitz, ein mathematisches Modell namens Rhombenkuboktaeder steht Pate für die Machart. Ein findiger Lehrer hatte die Idee für den Unterricht entwickelt, die mathematische Gesetzmäßigkeit geht auf den Philosophen und Mathematiker Pythagoras zurück. Auf das Grundmodell aus 25 Zacken werden 17 viereckige und acht dreieckige Zacken gesteckt, ein weiteres Viereck dient der Befestigung. Der Freiwilligen Feuerwehr Adenau kam die Aufgabe, zu den Montagesatz dankenswerterweise aufzubauen.
In Einzelfällen bis zu 2,50 m Durchmesser erreichen die Sterne, in dieser Größe sind sie am Bundeskanzleramt, im Berliner Dom, in der Dresdner Frauenkirche zu sehen, auch der Wiener Stephansdom hat ein Exemplar erhalten. Die Ausführung in Adenau hat bereits einen beachtlichen Durchmesser von 1,90 m. Die Sterne sind beleuchtbar, sie sind in verschiedenen Farben erhältlich. Seit 125 Jahren werden die Herrnhuter Sterne gefertigt, sie gelten als Klassiker der weihnachtlichen Dekoration, sind inzwischen weltweit vertreten, im angelsächsischen Bereich oft „Moravian Star“ genannt („Mähren“).
Der Stern soll Symbol sein für Gemeinschaft und Glaube, Tradition und Hoffnung, Werte, denen immer noch nicht nur im christlichen Glauben hohe Bedeutung zukommt, die gebraucht werden. Der Stern ist Symbol für den Stern von Bethlehem, der den Menschen den Weg zur Geburtsstätte Jesu wies. Er mag auch Zeichen der Hoffnung für die Menschen sein, für die Gemeinsamkeit der Christen im ökumenischen Sinne.
Es waren protestantische Glaubensflüchtlinge aus Mähren, die seinerzeit das ostsächsische Herrnhut gründeten. Reichsgraf Ludwig von Zinzendorf nahm die Flüchtlinge auf, stellte ihnen Land zur Verfügung. Im Jahre 1722 wurde der Ort Herrnhut gegründet. Die Herrnhuter Gemeine, auch „Unitas“ genannt, ist eine evangelisch-freikirchliche Glaubensgemeinschaft. Pieter Hendrik Verbeek hat die Fertigung der Sterne seit dem Jahre 1897 als Geschäftsmodell aufgebaut. Bis zu 700.000 Exemplare werden, je nach Größe und Materialbeschaffenheit, heutzutage teils in Handarbeit hergestellt.
Die zeitlos-ästhetische Form und die frohe Botschaft des Sterns haben zu seiner weltweiten Verbreitung beigetragen.
