Nörtershausen bekommt ein neues Bürgerzentrum
Symbolischer Spatenstich signalisierte den Beginn der Bauphase
Jahrelanges Engagement der Gemeinde führte zum Ziel
Nörtershausen. Mitte des 20. Jahrhunderts setzte sich in Deutschland die Idee von Dorfgemeinschaftshäusern durch. Sie boten Räume für kulturelles, soziales und gesellschaftliches Leben, für Vereine und Familienfeiern, die Dorfgemeinschaft sollte gefördert werden. Auch in Nörtershausen entstand 1959 ein Dorfgemeinschaftshaus, das nun in die Jahre gekommen war. Die Gemeinde stand vor der Entscheidung zu sanieren oder neu zu bauen, eine Entscheidung, die sie nicht alleine treffen konnte.
Entschluss für einen Neubau gefasst
Es wurde der Entschluss für einen Neubau gefasst, da die alte Bausubstanz und die veraltete Technik aus ihrer Sicht keine Basis für eine Sanierung bot. Die Heizung stand kurz vor dem Kollaps, was eine Investition in Höhe von circa 80.000 Euro bedeutet hätte. Eine Arbeitsgruppe wurde gebildet, die alle Details zusammenführte.
2012 fand eine Ausschreibung statt. Unter den Vorschlägen der Architektenbüros kamen drei in die engere Wahl. Schließlich entschied man sich für die Architekten Richter/Gregorius Planungsbüro GmbH in Emmelshausen.
Die ersten Hürden waren genommen, doch herrschte großes Bedenken, ob die Gemeinde diese Riesenaufgabe bewältigen könnte. In enger Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel, machte Ortsbürgermeister Paul Kreber immer wieder klar, dass eine Sanierung sinnlos wäre. Schließlich ging die Gemeinde mit einem abgespeckten Entwurf ins Rennen. Für die Verbandsgemeinde stand das Ansinnen in der Priorität ganz oben.
2016 signalisierte der Landrat des Kreises Mayen-Koblenz Dr. Alexander Saftig seine Unterstützung: „Baut euren Saal!“ Denn ein Argument war, dass die Gemeinde einen Saal für viele verschiedene Aktivitäten benötigte. Ein weiterer Schritt war das Beantragen von Fördergeldern durch das Land Rheinland-Pfalz. Zuständig ist in diesem Fall die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier. Von dort kam schließlich ein positiver Bescheid. Und dem Neubau des Bürgerzentrums in Nörtershausen stand nichts mehr im Wege.
Am 25. Juni fand der erste Spatenstich statt. Ortsbürgermeister Paul Kreber hatte zu einer kleinen Feierstunde ins Pfarrheim eingeladen. Anwesend war der Verbandsbürgermeister Bruno Seibeld, Vertreter der Ortsgemeinde, der bauausführenden Firma und des Architektenbüros Richter/Gregorius. Von der ADD war Jörg Kämper gekommen, der für die Förderung durch das Land verantwortlich war.
Der Ortsbürgermeister bekundete seinen Stolz über das Erreichte: „Das ist für die Ortsgemeinde ein herausragendes und sicherlich für die nächsten Jahrzehnte prägendes Ereignis. Das Bürgerzentrum ist ein Ort des Treffens, Feierns und Freuens!“
Dass sich dieser Ort positiv auf die Entwicklung in der Gemeinde Nörtershausen auswirkt und die Gemeinschaft im Ort fördert, betonte Jörg Kämper in seiner Ansprache: „Ich sagte von Anfang an, dass das alte Gebäude nicht erhaltenswert ist. Hier hat das Land Rheinland-Pfalz mit einer hohen Förderquote besonderes Interesse gezeigt. Die jetzige Lösung ist wirtschaftlich und gestalterisch die Beste!“
Baukosten in Höhe von circa 2,3 Millionen Euro
Die Gemeinde kann sich über die gesicherte Finanzierung freuen. Es entstehen Baukosten in Höhe von circa 2,3 Millionen Euro, 900.000 Euro (40 Prozent ) übernimmt die Landesregierung. Mit viel Enthusiasmus zogen die Gemeindemitglieder und ihre Gäste zur riesigen Baugrube, um mit dem symbolischen Spatenstich den Beginn der Bauarbeiten zu signalisieren. Bis zum Ende des nächsten Jahres soll das neue Bürgerzentrum in Nörtershausen fertig sein. EP
Bürgermeister Paul Kreber ist stolz über das erreichte Ziel.
Jörg Kämper von der ADD in Trier war für die Förderung durch das Land verantwortlich.
