Allgemeine Berichte | 15.01.2026

75 Jahre Engagement für den Bevölkerungsschutz zurück

THW blickt auf starkes Jahr 2025 und

Auch bei der Wasserversorgung ist das Team des THW tatkräftig im Einsatz. Foto: Kai-Uwe Werner

Region. Die Zusage für 200 finanzierte Baumaßnahmen, zahlreiche Zivilschutzübungen, fortgesetzte Unterstützung der Ukraine sowie vielfältige Einsätze im In- und Ausland haben das Jahr 2025 der Bundesanstalt Technischen Hilfswerk (THW) geprägt.

„Das Fundament des THW bleiben die rund 88.000 ehrenamtlichen Einsatzkräfte in inzwischen 669 Ortsverbänden“, betont THW-Präsidentin Sabine Lackner. „In unserem Jubiläumsjahr haben wir nicht nur zurückgeblickt: Seit mehr als 75 Jahren ist das THW zuverlässig zur Stelle, wenn es in Deutschland und weltweit zu Krisen und Katastrophen kommt. Beim jüngsten Stromausfall in Berlin haben das unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte wieder eindrucksvoll bewiesen.“

In rund 600.000 Einsatzstunden waren die ehrenamtlichen THW-Helferinnen und -Helfer im Jahr 2025 unter anderem bei Waldbränden, Starkregen, Zugunglücken und Stromausfällen gefordert. Eine wichtige Grundlage für ihr Engagement rund um die Uhr in Deutschland und weltweit sind dabei moderne Unterkünfte.

Ein Meilenstein für die Zukunftsfähigkeit des THW stellt deshalb die Entscheidung des Deutschen Bundestages im November 2025 dar: Das THW-Bauprogramm wird vollständig finanziert. In den kommenden Jahren stehen zusätzliche rund 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung, um bis zu 200 THW-Ortsverbände neu zu bauen.

Das THW-Bauprogramm trägt dem Aufwuchs der vergangenen Jahre auf 88.000 Ehrenamtliche Rechnung und schafft Platz für dringend benötigte Umkleiden, sanitäre Anlagen und Aufenthaltsräume. Zudem schafft das Bauprogramm mehr Garagenplätze für Einsatzfahrzeuge und vergrößerte Lager- sowie Logistikflächen machen die Liegenschaften resilienter.

THW wächst: erster virtueller Ortsverband gegründet

Das THW bleibt eine Einsatzorganisation, die vom Ehrenamt getragen wird. 2025 ist die Zahl der Ortsverbände von 668 auf 669 gestiegen. Mit der Gründung des ersten rein virtuellen Ortsverbandes hat das THW zugleich einen neuen Weg eingeschlagen: Im neuen digitalen Ortsverband sind Helferinnen und Helfer aus dem gesamten Bundesgebiet aktiv. Dort ist das Virtual Operations Support Team (VOST) verortet, welches Einsatzstäbe bei der digitalen Lageauswertung, Social-Media-Monitoring und Informationsaufbereitung unterstützt. Durch das VOST wird die Zivilschutzfähigkeit des THW in Zeiten von Desinformation und Informationsaustausch in Sozialen Medien erheblich gesteigert.

Die Zivilschutzfähigkeit stärkt ebenso die Auslieferung von rund 430 neu beschafften Fahrzeugen an die THW-Ortsverbände. Damit liegt der Fahrzeugbestand des THW bei mehr als 12.000. Unter anderem neue Gerätekraftwagen, der „fahrende Werkzeugkoffer“ für die Bergungsgruppen des THW, Mobilkräne, mobile Stromerzeuger und verschiedene Anhängermodelle wurden im Jahr 2025 an THW-Ortsverbände ausgeliefert.

Auch bei der Interessenvertretung des Ehrenamts entwickelte sich das THW weiter: Im Landesverband Nordrhein-Westfalen wählten die Helferinnen und Helfer im vergangenen Jahr die Dortmunderin Clarissa Peick zur ehrenamtlichen Landessprecherin – als bundesweit erste Frau in diesem Amt. Außerdem fanden in den acht Landesverbänden erstmals Wahlen für das Amt der Landeshelferinnenbeauftragten statt. Ihre Aufgaben sind es, die Anliegen der Helferinnen zu bündeln, Vernetzungsangebote zu stärken und die Perspektive von Frauen noch sichtbarer in die Gremien und Entscheidungsprozesse des THW einzubringen. „Das THW wurde 2025 stärker und weiblicher“, fasst THW-Präsidentin Lackner das Jahr zusammen.

Breites Einsatz-Spektrum gefragt: Waldbrände, Hochwasser, Ölschäden und Stromausfall

Das breite Fähigkeitsspektrum des THW war 2025 in zahlreichen Einsätzen gefordert: Beim Kampf gegen großflächige Waldbrände in Sachsen und Thüringen unterstützten THW-Einsatzkräfte die Feuerwehren unter anderem mit Drohnen, kilometerlangen Schlauchleitungen, Hochleistungspumpen und einem Bereitstellungsraum für bis zu 1.200 Einsatzkräfte.

Nach schweren Unwettern mit Starkregen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland waren im September zahlreiche Ortsverbände im Einsatz, um Keller leer zu pumpen und Sandsäcke zu befüllen und mit diesen Barrieren zu errichten.

Ein Einsatz in einem Naturschutzgebiet bei Mendig forderte Spezialwissen der Fachgruppen Ölschaden, die mit Ölsperren und technischem Gerät sensible Feuchtwiesen und Gewässer schützten. Nach einem Zugunglück in Riedlingen sowie dem Einsturz eines Turms im niederländischen Valkenburg kamen darüber hinaus die Ortungs- und Rettungsfähigkeiten des THW zum Einsatz. Beim großflächigen Stromausfall im September in Berlin stellten THW-Kräfte schließlich die Notstromversorgung Kritischer Infrastrukturen sicher.

Zivilschutz im Fokus der Großübung FÜLEX

Mit der Fähigkeitsübergreifenden Landesverbandsübung (FÜLEX) 2025 richtet das THW auch seinen Übungsfokus auf den Zivilschutz aus. In Nordrhein-Westfalen trainierten an mehreren Wochenenden rund 4.000 ehrenamtliche Einsatzkräfte in rund 40 Szenarien unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten des THW. Langanhaltende Stromausfälle, die Simulation von Sabotageakten an der THW-Ausrüstung und logistische Herausforderungen waren Teil der FÜLEX 2025.

Auch die Grundausbildung wurde an die hybride Bedrohungslage angepasst. Denn die „Grundschulung Zivilschutz“, die alle THW-Angehörigen absolvieren und die nun fester Bestandteil der THW-Grundausbildung ist, vertieft und verbreitert das Wissen zum Zivilschutz in allen Einsatzbereichen. Bei der Herausforderung zivilschutztüchtiger zu werden, hilft außerdem der Erfahrungsaustausch mit dem ukrainischen Zivilschutz.

THW steht im dritten Jahr der russischen Invasion an der Seite der Ukraine

„Auch im dritten Kriegsjahr steht das THW an der Seite unserer ukrainischen Partner“, betont Präsidentin Lackner. Durch Mittel des Auswärtigen Amtes beschaffte das THW 2025 Ausstattung, Fahrzeuge und Baumaschinen im Umfang von rund 17 Millionen Euro. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) unterstützte das THW den Aufbau standardisiert ausgestatteter Rettungsstationen, inklusive technischer Hilfeleistungs- und Feuerwehrausstattung.

Zuletzt wurden beispielsweise zwei Abrissbagger für den Einsatz in stark zerstörten Städten beschafft, um Schäden nach gezielten Angriffen auf Wohngebiete zu beseitigen. Seit Kriegsbeginn hat das THW Hilfsgüter im Wert von insgesamt mehr als 150 Millionen Euro beschafft und geliefert.

Hilfsgüter und Capacity Development: Das THW hilft weltweit

Neben der Ukraine war das THW 2025 auch in anderen Regionen aktiv. Im Mittelpunkt der langfristig angelegten Projekte im Irak, in Jordanien und Tunesien steht die Stärkung lokaler Partner und die gemeinsame Entwicklung von Know-how für die regionsspezifischen Anforderungen an den Bevölkerungsschutz. Nach 14 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit schlossen das THW und das Office National de la Protection Civile (ONPC) im Dezember ihr Projekt in Tunesien ab. Gemeinsam wurden 19 Ehrenamtsvereine mit rund 4.400 freiwilligen Einsatzkräften aufgebaut.

Auch nach Katastrophen und in kurzfristig angelegten Projekten wurde das THW 2025 im Ausland aktiv. Mit Hilfsgüter-Lieferungen unterstützte das THW zum Beispiel die Bevölkerung in Syrien, Kap Verde, Sri Lanka und Jamaika nach Naturkatastrophen.

Forschung und Förderung: Die Zukunftsausrüstung des THW

Innovation im Bevölkerungsschutz bleibt ein Markenzeichen des THW. 2025 wurde das Forschungsprojekt ROMATRIS (Robotischer Materialtransport in Schadenslagen) nach vier Jahren erfolgreich abgeschlossen. Gemeinsam mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) entwickelte das THW ein KI-gestütztes Robotersystem, das schwere Lasten in schwierigem Gelände transportieren kann. Das System folgt Einsatzkräften, reagiert auf Handzeichen und kann definierte Routen selbstständig abfahren – ein Zugewinn für Sicherheit und Effizienz bei anspruchsvollen Einsätzen.

75 Jahre THW und ein Blick nach vorne

Mit einem Festakt in Bonn, der THW-Expo in Essen und einer breiten Präsenz im öffentlichen Raum hat das THW im Jahr 2025 seinen 75. Geburtstag gefeiert. In Berlin zierte ein großformatiges Wandbild, das teilweise aus ausgedienter THW-Einsatzkleidung gefertigt war, für einen Monat eine Hauswand. Außerdem prägten Busse, Bahnen und Brücken mit THW-Motiven und in THW-Blau das Stadtbild in Bonn und Berlin.

Zum Jubiläum würdigte auch die Bundesregierung das Engagement der Helferinnen und Helfer: Eine 10-Euro-THW-Sammelmünze aus der Serie „Im Dienst der Gesellschaft“ erschien im April 2025. Ihr blauer Polymerring greift die THW-Farbe auf und stellt das Ehrenamt in den Mittelpunkt. Im August folgte eine THW-Briefmarke, die 75 Jahre Katastrophenhilfe und Zivilschutz weltweit thematisiert.

Einen digitalen Jahresrückblick mit Videos, Fotos und interaktiven Elementen gibt es unter https://story.thw.de/jahr2025

Das THW ist die ehrenamtlich getragene Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit rund 88.000 Freiwilligen bildet die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinen Fachleuten, seiner Technik und seinen Erfahrungen ist das THW im Auftrag der Bundesregierung weltweit gefragt, wenn Notlagen dies erfordern. Neben bilateralen Hilfen gehören dazu auch technische und logistische Aufgaben im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von VN-Organisationen. Mehr Informationen zum Engagement des THW im In- und Ausland finden gibt es auf thw.de. Pressemitteilung Bundesanstalt Technisches Hilfswerk

Tierische Helfer im Einsatz des Technischen Hilfswerk. Foto:Ralf Kosse

Tierische Helfer im Einsatz des Technischen Hilfswerk. Foto:Ralf Kosse Foto: Ralf Kosse

Auch bei der Wasserversorgung ist das Team des THW tatkräftig im Einsatz. Foto: Kai-Uwe Werner

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