Ein Kunstprojekt von Sabine Eichner und Don Bernardo
Tanz auf den Stimmbändern auf Schloss Miel
Swisttal-Miel. Auf diesen Moment haben wohl viele der Konzertbesucher auf Schloss Miel gewartet. Dezent, fast wie eine Hintergrundmusik, erklingt die Tangomusik des argentinischen Komponisten und Bandleaders Osvaldo Pugliese, und Don Bernardo und Sabine Eichner gleiten mit großer Eleganz und Leichtigkeit über das Parkett. Man sieht es förmlich in den Gesichtern der Konzertbesucher, ja so würde man gerne auch einmal einen Tango tanzen. „Unser Programm ist speziell und mitreißend“, heißt es im Flyer zu der Konzertveranstaltung „Tanz auf den Stimmbändern“. Was ist das Wesentliche der Kultur?“, wird hier gefragt. Nicht Unterhaltung, sondern Hingabe, nicht Wissen, sondern Erspüren, nicht Konstrukt, sondern Leidenschaft!, lautet die Antwort von Sabine Eichner und Don Bernardo. Mit Liedern des Todes nach Modest Mussorgsky hatte Sabine Eichner das Konzert eröffnet. „Ich bin der Sieger“, lässt der Tod, auf einem weißen Pferd über ein Schlachtfeld mit toten Soldaten reitend, wissen. In russischer Sprache singend bringt Sabine Eichner die Not und das Elend, die Trauer der Menschen im Krieg, aber eben auch den Triumph des Sensenmannes zum Ausdruck. Auf dem Flügel begleitete sie Ivan Glebovich Sokolov. Die Sängerin, auch praktizierende Zahnärztin, arbeitete von 1998 bis 2014 im Extrachor der Oper Bonn und wirkte bei mehreren Uraufführungen der Reihe „bonnchance“ in der Kunst- und Ausstellungshalle des Bundes mit. Sabine Eichner gestaltet Liederabende und Konzerte in Bonn, Köln, Moskau, Amsterdam, Bremen und Basel. Erst 2013 begegnete sie Don Bernardo, bürgerlich Bernhard F. Löwenberg, der in Köln lebt und studierter Betriebswirt ist. Da die Sängerin in frühester Jugend auch gerne Tänzerin geworden wäre, lag nun eine künstlerische Verbindung der beiden nahe. Weiter auf dem Programm standen unter anderen Werke des französischen Pianisten und Komponisten Francis Poulenc in französischer Sprache, ein Walzer am Flügel von Frédéric Chopin und als Schlusspunkt ein Tango des argentinischen Musikers Carlos Di Sarli, genannt El Senor del Tango und das Stück „La Cumparsita”, der vielleicht bekannteste und meistgespielte Tango aus der Feder des uruguayischen Musikers Gerardo Matos Rodrigues.
