Allgemeine Berichte | 13.09.2024

Abschied vom Willkommen-Café in Niederbieber

„Teilen macht Freude“: Enormes Engagement für Geflüchtete

Von links: Anna Wiebe (DRK), Susanne Börder-Kautzky (Team Willkommen-Café), René Lehmann (Diakonie), Andreas Rudow (Team Willkommen-Café), Pfarrer Martin Hassler (Ev. Kirchengemeinde Niederbieber), Melanie Hofmann (Leitung Notunterkunft), Utz Ebertz (Standortleiter Diakonie), Esther Bitterling (KiJuB Neuwied), Iyad Asfour (Eirene) und Sarah Fischer (Diakonie).  Foto: Bilal Amasri

Neuwied-Niederbieber. Begegnungen, die berührten: Mehr als 100 Ehrenamtliche organisierten mehr als 100 Flüchtlingscafé-Nachmittage in Niederbieber. Sie kamen ins Gespräch mit den Neu-Neuwiedern, vermittelten Hilfeleistungen und boten Raum zum Ankommen. Das Willkommen-Café war seit Aufnahme der Geflüchteten aus der Ukraine die wichtigste Anlaufstelle für viele, die in der Sporthalle Niederbieber eine Notunterkunft gefunden hatten. Auch Menschen, die bei hilfsbereiten Familien im Stadtgebiet ein Dach über dem Kopf hatten, kamen regelmäßig ins Willkommen-Café, um sich auszutauschen, um Beratung und Begleitung zu finden. Mittlerweile hat der Bedarf nachgelassen und wird absehbar vorerst nicht wieder steigen. Denn sobald das Container-Camp im Stadtteil Block fertig ist, wird die Sporthalle in Niederbieber geräumt – dann soll sie wieder Schule und Vereinen zur Verfügung stehen. Damit endet die Ära des Willkommen-Café Niederbieber, das so vielen Menschen unvergessliche Begegnungen schenkte. Zum Abschluss feierten die Ehrenamtlichen ein Fest, schauten zurück auf die intensive gemeinsame Zeit.

Rückblick: Im März 2022 öffnen sich die Türen im Evangelischen Gemeindehaus in Niederbieber. Die Diakonie Neuwied, die Evangelische Kirchengemeinde und das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Neuwied (KiJuB) organisieren in kürzester Zeit das „Willkommen-Café“. Es ist ein offener Treff für alle, die als Flüchtlinge nach Neuwied kommen. Bürgermeister Peter Jung erläutert seinerzeit: „Wenn es in der großen Politik heißt: ‚Die Flüchtlinge brauchen ein Dach über dem Kopf‘ – dann ist das zwar richtig, aber das reicht doch bei Weitem nicht aus. Geflüchtete Menschen brauchen gelebte Menschlichkeit, Beratung und Begleitung.“ Nun, nach fast 30 Monaten Willkommen-Café, sprach er allen Beteiligten seinen großen Dank aus. „Von Ihnen, den Ehrenamtlichen, sollte es mehr geben. Ihre Erfahrungen sind wichtig für uns alle. Sprechen Sie darüber, was Sie hier erlebt haben!“, so Bürgermeister Jung.

Breite Kooperation für die gelebte Nächstenliebe

Viele Hände und viele Köpfe waren nötig, um das Willkommen-Café auf die Beine zu stellen und so lange am Laufen zu halten. Das Projekt zeigt anschaulich, wie gut die Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen in Neuwied funktioniert. Die Diakonie Neuwied bot fachkundige Beratung, das KiJub organisierte die Kinderbetreuung und ein großes Team aus Ehrenamtlichen versorgte die Besucherinnen und Besucher mit Kuchen und Getränken. Pfarrer Martin Hassler öffnete jeden Mittwoch die Türen des Gemeindehauses und wurde Zeuge unzähliger Begegnungen, die berührten. „Über die Monate waren es mehr als 100 Menschen, die mitgeholfen haben“, beobachtet Pfarrer Hassler. „Sie können stolz sein auf ihren unermüdlichen Einsatz für die Menschen in Not. Die kamen aus der Ukraine und später aus anderen Ländern, zum Beispiel aus Syrien und Afghanistan. Wir haben das zusammen erlebt: Teilen macht Freude und Teilen macht Freunde!“

Hassler erinnert an die hohe Spendenbereitschaft und die Aktionen, die aus dem Café heraus für geflüchtete Menschen entstanden. Mit dem Deutschen Roten Kreuz, der Leitung der städtischen Notunterkunft und den „Starken Nachbarn_innen“ von Eirene gab es engagierte Kooperationspartner. Utz Ebertz, Standortleiter der Diakonie Neuwied, sieht in der Arbeit für und mit Geflüchteten die gelebte Nächstenliebe, denn „alle Menschen gleich zu behandeln ist nicht immer gerecht. Die Bereitschaft zu teilen, mit dem, der fast nichts hat, macht uns alle reicher.“

Mit dem Ende des Willkommen-Café endet keinesfalls die Flüchtlingsarbeit im Gemeindehaus in Niederbieber. Die erste Aktion, die daran anknüpfte, war bereits im Juli das Sommerfest der Kulturen.

Pressemitteilung

Stadt Neuwied

Von links: Anna Wiebe (DRK), Susanne Börder-Kautzky (Team Willkommen-Café), René Lehmann (Diakonie), Andreas Rudow (Team Willkommen-Café), Pfarrer Martin Hassler (Ev. Kirchengemeinde Niederbieber), Melanie Hofmann (Leitung Notunterkunft), Utz Ebertz (Standortleiter Diakonie), Esther Bitterling (KiJuB Neuwied), Iyad Asfour (Eirene) und Sarah Fischer (Diakonie). Foto: Bilal Amasri

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Rund um´s Haus
Dauerauftrag
Dauerauftrag Imageanzeige
Dachdecker (m/w/d)
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Pädagogische Fachkraft (w/m/d)
Stellenanzeige Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi
Empfohlene Artikel
Die Vierklässler entdecken die Römerwelt.  Fotos: Grundschule Rheinbrohl
30

Rheinbrohl. Ein außergewöhnliches Projekt voller Entdeckungen, Abenteuer und lebendiger Geschichte liegt hinter den vierten Klassen der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl. In den vergangenen Wochen verwandelte sich der Unterricht in eine kleine Römerwelt. Im Rahmen eines umfangreichen Römerprojekts tauchten die Kinder tief in das Leben der alten Römer ein und erfuhren Geschichte nicht nur aus Büchern, sondern mit allen Sinnen.

Weiterlesen

13

Meckenheim. Steigende Temperaturen und immer häufiger auftretende Hitzewellen stellen die Städte vor neue Herausforderungen. Um die Lebensqualität auch an heißen Tagen zu stärken, startet die Stadt Meckenheim ein neues Beteiligungsprojekt im Rahmen der kommunalen Klimafolgenanpassung: Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern soll eine Cooling Spots Karte für das Stadtgebiet erstellt werden.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: ROB
43

Puderbach. Am 23.04.26 gegen 16:25 Uhr wurde der Polizei Straßenhaus ein rotfarbener Kleinwagen mit erheblichen Beschädigungen und einer unsicheren Fahrweise in der Ortslage Puderbach gemeldet. Durch die Fahrweise wurden mehrere Verkehrsteilnehmer gefährdet. Unter anderem habe eine Familie mit Kinderwagen, welche die Straße „Ackerweg“ auf Höhe der Kirche überquerte, auf den Bürgersteig springen müssen, um nicht von dem rotfarbenen Kleinwagen erfasst zu werden.

Weiterlesen

Meckenheim geht beim Fußverkehrs-Check mit, von links: Christoph Overs, Leiter der Geschäftsstelle und der Koordinierungsstelle Zukunftsnetz Mobilität NRW Rheinland, die städtische Mobilitätsmanagerin Liena Humke, Umweltplanerin und Mobilitätsmanagerin Nele Allerchen, Bürgermeister Sven Schnieber und der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW Oliver Krischer. Foto: go.Rheinland GmbH / Smilla Dankert
40

Fußverkehrs-Check NRW 2026: Meckenheim ist dabei

Die Apfelstadt wurde vom Ministerium als Teilnehmerin ausgewählt

Meckenheim. Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt. Deshalb soll das Gehen in Meckenheim nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ wurde Meckenheim vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als teilnehmende Stadt ausgewählt.

Weiterlesen

Symbolbild.
23

Odendorf. In Odendorf wurde eine Absackung der Fahrbahn und Bürgersteige im Bereich der Hausnummern 14 bis 21 in der Odinstraße festgestellt. Um die Ursache dieser Absackung zu ermitteln und entsprechende Reparaturen durchzuführen, ist eine Vollsperrung der Odinstraße in diesem Abschnitt vom 04. bis 08. Mai erforderlich.

Weiterlesen

Ralf Schweiss
Dauerauftrag 2026
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Daueranzeige 2026
Anzeige Uhren Vintage
Stellenanzeige Kaufmännische/r Angestellte/r
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Erzieher
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Shopping Genuss Abend Ahrweiler / o.B. Sponsoring
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606  // AZ Commodity Rheinschiene KW 17
T-Roc & R-Line / Meckenheim
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Maikirmes Franken
Maikirmes Franken