Ein Prinzentreffen in reduzierter und hygienisch einwandfreier Form fand im altehrwürdigen Eulenthurm statt
Thurer Ex-Prinzen trafen sich mit der aktuellen Majestät
Weißenthurm. Auf dem Gelände vor dem Thurer Wahrzeichen, dem Weißen Turm, der im Volksmund auch Eulenthurm genannt wird, tummeln sich normalerweise an einem Karnevalssonntag etliche Hundert farbenfroh bekleidete Menschen, die jeweils in Hochstimmung den „Zuch“ erwarten. In diesem Jahr allerdings wäre Se. Tollität, Prinz Hans-Werner I. (Waldecker) und sein närrisches Gefolge allerdings samstags in Kettig gewesen, wo ihm und seinem Ketscher Kollgen das närrische Volk zugejubelt hätte. Doch all dies war ja leider aus den allseits bekannten Gründen nicht möglich.
Dennoch war es möglich geworden ein spontanes Treffen für ein gemeinsames Foto zu arrangieren, für das natürlich die „Ex-Prinzen“ die allgemein gültigen Hygiene-Regeln eingehalten haben. Reinhard Amstad, der als Stadthallen-Wirt eigentlich an den vorausgegangenen Wochenenden voll im Stress wegen der diversen Sitzungen und anderer närrischer Zusammenkünfte gewesen wäre, hatte gerne die Gelegenheit wahrgenommen und war mit zwei ehemaligen „Kollegen“ und dem aktuellen Prinzen im Thurer Wahrzeichen zusammen gekommen, um im Karnevalsmuseum unter Einhaltung des vorgeschriebenen Abstandes und der „Maskenpflicht“ besonders schöne Karnevalsutensilien zu bewundern. Hierzu waren sowohl der jetzige Prinz Hans-Werner I. als auch die Jubiläumsprinzen Werner Zils als ältester noch lebender ehemalige Karnevalsprinz (der 86 Jahre alt ist und vor 60 Jahren als Tollität die Thurer Narren regierte), sowie der 59-jährige , vor 20 Jahren amtierende Manfred Gerhards im Eulenthurm zugegen. Während andere „Jubiläumsprinzen“ leider verstorben sind bzw. aus Krankheitsgründen (Jupp Breuling, Prinz vor 40 Jahren) nicht kommen konnten, nahmen die genannten Ex-Prinzen bzw. die amtierende Tollität gerne die Gelegenheit wahr, im prächtig eingerichteten Karnevalsstübchen ganz oben im Turm einen interessanten und farbenfroh eingerichteten Raum zu erleben, den die örtliche „Große Karnevals- und Kirmesgesellschaft „All onne ähnem Hoot“ vor einigen Jahren liebevoll gestaltet hat. Gerne gedachte man auch des verstorbenen Ehrenpräsidenten und Mitbegründers der „Ka + Ki“, Jupp Berresheim, dem Reinhard Amstad viele interessante Informationen für seine Darstellung hinsichtlich der Entstehungsgeschichte der Gesellschaft verdankt.
Reinhard Amstad hat in einem wunderbaren Text – und Bildband festgehalten, dass der erste Prinzenhofstaat nach dem 2. Weltkrieg in den Jahren 1953/1954 aus dem Prinz Karneval Helmut Rausch; dem Hofmarschall Hermann Lorig, den Pagen Franz Weber und Berni Schuhen (der später 1970/71) selbst einmal Prinz werden sollte; dem Hofnarren Konrad (Dötzje) Gerhards, der 1973/74 Prinz Karneval war, bestand. Dessem Sohn Manfred Gerhards war chließlich in den Jahren 2000/2001 eine gern gesehene Tollität. Gerhards, dem man ein besonders fröhliches Naturell nachsagt, schwelgte beim Treffen in Weißenthurms Wahrzeichen dann ebenso in Erinnerungen an coronalose und dementsprechend kontaktnahe und besonders heitere Begegnungen wie der Senior unter den Exprinzen Werner Zils. Der rüstige Senior hat zwar nach Kettig geheiratet, aber als geborener Thurer dem heimischen Karneval verschworen ist. Prinz Werner der Erste von Zilshausen, Edler vom Domeck regierte in den Jahren 1961/62 das närrische Völkchen vom Thur und ist noch heute ganz begeistert von seinem Hofstaat, dem unter anderem der bekannte heimatliche Dichter Peter Probst als „vortragender Rat“ sowie Karl Rausch als Stadtkommandant und persönlicher Adjudant angehörten. Als Funkenmariechen machte Marlene Höfer auf der Bühne damals einen brillanten Eindruck.
Reinhard Amstad schließlich ist in diesem Zusammenhang keinesfalls nur als versierter Hallenwirt und Festivitäten-Organisator bekannt; er war zudem als Prinz Reinhard der Erste „aus dem Geschlecht derer von am Stad- Wierzbinski und „Nieder Elz“, Ritter der berühmten Tafelrunde auf Schloß Ursula in der Dichterfürst- Schiller - Avenue Quinze“ in den Jahren 1977/78 kanevalistisch aktiv und sicher ein Narrenherrscher mit dem längsten Ehrentitel.
Wenn auch aktuelle karnevalistische Begebenheiten in dieser eher freudlosen Zeit eher selten sind, so hat der derzeitige Prinz doch die Hoffnung auf eine besonders schöne nächste Session nicht aufgegeben, in der er weiterhin mit seinem Hofstaat die Thurer Narren und Närrinnen „regieren“ wird. Außerdem hat Tollität Prinz Heinz-Werner I. für die drei tollen Tage der diesjährigen Session so manches Video-Treffen arrangiert, „bei denen wir sicher viel Spaß haben werden“, wie er ausdrücklich betonte.
