Toll, ein anderer macht´s!
Es scheint die Schlüsselqualifikation schlechthin zu sein: Fast keine Stellenanzeige kommt heutzutage ohne die Floskel aus, dass vom Bewerber Teamfähigkeit erwartet wird. Böse Zungen behaupten, Teamwork bedeute, dass alle teamen und einer workt. Ganz von der Hand zu weisen ist das nicht: Manch einer neigt in der Gruppe zum „unbewussten Faulenzen“, weil Team auch für eine Abkürzung steht: Toll, ein anderer macht´s. Schlechtes Teamwork ist also, wenn aus einer ToDo-Liste eine „Tu-Du-Liste“ wird. Aber zum Glück es gibt auch genügend Teams, die ihrem Namen alle Ehre machen und vorbildlich arbeiten. An dieser Stelle möchte ich in dieser Woche zwei Teams vorstellen, die solche Positiv-Beispiele sind:
Getreu dem Motto „Ladys first“ erwähne ich zuerst vier Mülheim-Kärlicher Damen, die derzeit als Orga-Team des Möhnen-Clubs 1950 Mülheim e.V. die Veranstaltung „Superfastnachter 2017“ (10. Februar 2017) vorbereiten. Martina Niepagen, Birgit Krewer, Vera Münch-Baulig und Lissi Baulig. Bekanntlich wird das bunte Möhnen-Treiben am Schwerdonnerstag regelmäßig von den Fernsehsendern gefilmt. Mit dem „Superfastnachter“ ist es Martina Niepagen gelungen, eine landesweit bekannte Veranstaltung nach Mülheim-Kärlich zu locken und damit zu dokumentieren, dass man es bei uns nicht nur versteht, Straßenkarneval zu feiern: Auch beim Sitzungskarneval sind wir spitze. Die Hälfte der Karten für den „Superfastnachter“ ist nach den Regeln des mitorganisierenden Fernsehsenders für auswärtige Gäste reserviert. Alle anderen, die das karnevalistische Großereignis live miterleben möchten, sollten also mit dem Kauf der Eintrittskarten nicht zu lange warten (Vorverkaufsstelle: Schreibwaren Toto-Lotto CAW am Rathaus, Kapellenstraße 19, Mülheim-Kärlich). Ich bin gespannt, welche karnevalistischen Talente aus ganz Rheinland-Pfalz an diesem Abend in Mülheim-Kärlich auftreten werden.
Bei dem zweiten Team, das ich erwähnen möchte, geht es um sportliche Talente: Im Mülheim-Kärlicher Schulzentrum engagieren sich Franz-Josef Baulig, Peter Reif und Harald Reif schon seit vielen Jahren im Bereich der Leichtathletik. Die drei Sportlehrer haben mit ihren Schützlingen in der Vergangenheit bereits viele beachtliche Erfolge erzielt.
Schon zu Zeiten, als vor Ort „nur“ eine Hauptschule war, machten die jungen Sportler aus der „Apfelsinenkiste“ (wie das Schulgebäude im Volksmund liebevoll genannt wird) überregional von sich reden. Das Erfreuliche: Die Erfolgsgeschichte hält auch nach vielen Jahren noch an: Mit aktuellen Talenten wie Leon Herbel, Maurice Leugen und Collin Kremer ist man sehr erfolgreich. Dahinter steckt ein kluges Konzept: Die drei Sportlehrer sichten im Rahmen eines Leichtathletiksportfestes die Fünftklässler. Wer talentiert und den Willen zum Mitmachen hat, kann in einer Leichtathletik-AG mitmachen. Als Mitglieder des TV Kärlich ist die Teilnahme an Wettkämpfen möglich. Doch nicht nur dieses Konzept ist eines der Erfolgsrezepte, sondern sicherlich auch die Art und Weise, wie die drei Lehrer ihre Aufgabe wahrnehmen und ihre Schützlinge betreuen. Mancher gut bezahlte Bundesliga-Trainer könnte sich von den Motivationskünsten des Trios etwas abschauen.
Das selbstgesteckte Ziel von Peter Reif, die Teilnahme am Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin, scheint groß zu sein. Aber in den Jahren 2014 und 2015 hat er das schon einmal erreicht. Und aller guten Dinge sind bekanntlich Drei. Insofern drücke ich den Mitwirkenden und Machern der Talentschmiede für das Jahr 2017 ganz fest die Daumen.
Ihr Ausscheller
