Drehorgelfest in Linz
Tolle Stimmung in der Linzer Innenstadt
Das Drehorgel-Treffen in Linz war wieder ein großer Erfolg und soll weiterentwickelt werden
Linz. Der „Wetter-Gott“ muss ein Linzer sein, denn zum nunmehr 32..Internationalen Drehorgelfest strahlte die Sonne von der Eröffnung am Himmelfahrtstag am 5. Mai bis zum Veranstaltungsende am Sonntag, dem 8. Mai vom Himmel. Zu der diesjährigen Veranstaltung waren knapp 50 Drehorgelkünstler angereist und zogen überall in der Altstadt Besucher und Drehorgel-Liebhaber an. Sogar Besucherinnen aus Vietnam genossen die offizielle Eröffnung auf dem Marktplatz.
Pünktlich um 10 Uhr hatten sich alle Drehorgelkünstler vor dem Rathaus am Markt eingefunden.
Die Eröffnung des diesjährigen Drehorgelfestes erfolgte „super“-pünktlich in Vertretung der Bürgermeister durch den 1. Beigeordneten Thomas Balasus. Er erläuterte daher stolz: „Wir können dieses Linzer Fest zum 32. Mal feiern, denn es wurde vor 32 Jahren vom damaligen Bürgermeister Theo Lück ins Leben gerufen.“ Siegfried (Sigi) Filter als Sprecher der Drehorgel-Teilnehmer betonte in seiner Ansprache: „Dieses Treffen ist inzwischen Tradition im Rheinland, denn es ist toll, in Straßen zu spielen, die schon in der Geschichte so viel erlebt haben. In dieses Ambiente passen die Drehorgeln hervorragend.“
Drehorgel-Töne vor historischer Kulisse
Filter dankte daher der Stadt Linz für die Einladung und betonte: „Wir alle kommen sehr, sehr gern hierhin und hoffen, dass wir auch in Zukunft hier sein dürfen.“ Dazu spiele auch das Ambiente der Linzer Innenstadt bei. Die zahlreichen Häuser mit altem Fachwerk seien „eine Kulisse, die zu uns passt.“ Er dankte dabei auch allen Drehorgelspieler: „Viele haben lange Anfahrtswege auf sich genommen, um dabei zu sein“. Auch dankte der „allen Gästen, die diese Stadt und die Drehorgeln genießen.“ Er empfahl daher: „Genießen Sie dieses Fest! Lauschen Sie einfach den Klängen und haben Sie viel Vergnügen.“
Auch die Tourismus-Chefin Daniela Maier sagte allen aktiven Teilnehmern einen herzlichen Dank: „Es ist schön, dass wir mit Ihnen bei Sonnenschein das Treffen eröffnen können.“ Da nach altem Brauch stetes der Bürgermeister die erste Drehorgel erklingen lassen muss, war es die ehrenhafte Aufgabe von Stellvertreter Balasus, als erster die Drehorgel anzudrehen, was er aber nicht ohne ein Bonmot begann: „In der Regel steht oft die größte Pfeife hinter der Orgel, heute ist aber nicht so!“ Dafür erntete er kräftigen Applaus, als er an der historischen Drehorgel von Wilfried Skoppeck startete und das Fest offiziell eröffnete.
Vielseitige Show auf dem Marktplatz
Im Rahmen dieses Fests feierte ebenfalls die freiwillige Linzer Feuerwehr auf dem Marktplatz ihr Jubiläum mit einer Fahrzeugausstellung, Vorführungen, Rettungshunden und vielen anderem. Auch die Jugend-Feuerwehr standen den Besuchern den gesamten Tag für Informationen zur Verfügung. Wehrführer Lars Pörzgen von der freiwilligen Feuerwehr Stadt Linz am Rhein erklärte: „Das ist ein besonders Datum, denn an diesem Datum vor 30 Jahren wurde die freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen.“ Auch der Tag der offenen Tür von der Feuerwehr und des DRK fand viel Interesse bei den Besuchern.
Früher war das Drehorgel-Treffen auf Freitag bis Sonntag ausgelegt, wurde aber vor zehn Jahren auf den Zeitraum Donnerstag bis Sonntag ausgeweitet. Politiker Balasus freut sich auch über das heute noch anhaltende Interesse der Besucher: „Es ist toll, wenn man so eine Veranstaltung mehr als 30 Jahre erfolgreich hält. Das ist nicht selbstverständlich.“ Die Musiker helfen der Stadt auch beim Ausrichten, denn im Lauf der Jahre ist eine gegenseitige Freundschaft und Wertschätzung entstanden. Hinzu kommt ein treues „Super-Publikum“: „Jeder hat seine Fans hier. Sogar eine 80-jährige Dame aus Köln ist immer dabei.“
Für den Tourismus in Linz ist das Treffen ein internationales Fest, das eine große Gewichtung hat und jedes Jahr gern von den Drehorgelspielern angenommen wird. In diesem Jahr musizierten 50 Orgelspieler in der Altstadt bei bestem Sommerwetter. Balasus zeigte sich daher zufrieden: „Dieses Jahr haben wir ein super-Glück mit dem Wetter. Das ist für alle ein schöner Auftakt.“ Mit „Rhein in Flammen“ habe man an diesem Wochenende sogar ein Doppel-Event und ein großes Angebot für alle Gäste.
Lob und Anregungen der Drehorgel-Spieler
Die teilnehmenden Drehorgelspieler zeigten sich „durch die Bank“ von diesem Treffen angetan. „Die Glückspilze“ aus Hof sind seit 15 Jahren hier und loben: „Wir freuen uns, dass wir wieder eingeladen wurden, denn wir haben Spaß an der Freude.“ Die Hofer Musikanten spielen schon seit vielen Jahren auch international.
Auch Bert´l (Jakob) Balogh vom Drehorgel-Studio aus Augsburg und seiner Frau gefällt das Drehorgel-Event in der Stadt am Rhein gut: „Wir wurden schon mehrfach eingeladen und man bemüht sich sehr gut um uns“ Die Augsburger sind bereits zum 14. Mal hier. Balogh hat für Zukunft aber auch Vorschläge: „Ich vermisse hier Kirchen-Konzerts wie vor kurzem in Speyer. Drehorgel-Musik sollte nicht nur Bum-bum sein.“ Ein geistlicher Aspekt bei der Drehorgel fehlt nach seiner Erfahrung in vielen Kirchen: „Wir haben in Augsburg oft in der Kirche - katholisch und evangelisch – gespielt und sind auf lebhaftes Interesse gestoßen.“ Ein Konzert von Dreh-und großen Kirchorgeln könne auch hier eine Anregung sein.
Am letzten Tag des Drehorgel-Events trafen sich die Musiker zusammen mit Balasus im Rathaus und zogen eine (vorläufige) Bilanz. Die Politik und die Drehorgel-Künstler waren gleichermaßen stolz, dass so viele Besucher bei dem sommerlichen Wetter die Straßen der Linzer Altstadt füllten. Balasus zeigte sich für die Zukunft daher optimistisch: „Sie sind ein Teil unserer bunten Stadt geworden. Das legt die Latte für nächstes Jahr noch höher.“ Anschließend wurden die Jubilare der Teilnehmer geehrt. Eine Teilnehmerin war dieses Jahr zum 32. Mal hier. Alle Musiker erhielten zudem einen Orden für die Teilnahme. Organisator Sigi Filter wurde sogar für 30 Jahre Teilnahme ausgezeichnet. Er appellierte dabei, dass aber auch Nachwuchs für diese Musik-Sparte gefunden werden muss.
Im Rückblick auf das Drehorgel-Treffen dankte er der Stadt und Verwaltung für die tolle Zusammenarbeit: „ Hier sind wir Freunde unter Freunden. Das ist lange gewachsen, aber dieser Erfolg war nicht abzusehen.“ Er sagte auch Dank an Bürgermeister Lück und alle Helfer. Ab nächstem Jahr wird Christoph Hübner die Organisation übernehmen. Balasus kündigte auch „eventuell ein paar Veränderungen“ an, da man sich weiterentwickeln will wie zum Beispiel mit einem Platz für die Wohnmobile der Besucher. Bevor die Musiker sich mit einem beeindruckenden Zusammenspiel vieler Drehorgeln vor den Treppen des Rathauses verabschiedeten, lobten sie die gute Zusammenarbeit mit der Stadt: „Das war ein tolles Event in Linz und eine große Harmonie. Wir kommen auch im nächsten Jahr wieder."
Die Drehorgelspieler spielten vor der historischen Kulisse der Linzer Innenstadt.
"Die Glückspilze" sind aus Hof zum Drehorgelfest angereist.

Es war wieder schön
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