Geselligkeit wird groß geschrieben beim monatlichen Treff im Dorfgemeinschaftshaus
Tolles Angebot für Kleinmaischeider Senioren
Kleinmaischeid. „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“ hat Udo Jürgens gesungen. Für die Senioren in Kleinmaischeid fängt der zweite Frühling schon mit 60 an. Denn ab dann können sie zu den Seniorennachmittagen gehen, die monatlich von Frauen des Dorfes im Gemeinschaftshaus angeboten werden. Solange sie wollen. Der älteste Teilnehmer ist aktuell August Buhr mit 92 Jahren, in der Rekordliste direkt gefolgt von Johann Schmidt mit 90 Jahren. Beim jüngsten Dezembertreffen stattete sogar der Nikolaus der Versammlung einen Besuch ab und Verbandsgemeinde-Bürgermeister Horst Rasbach hatte ebenfalls ein kleines Weihnachtsgeschenk dabei.
Ehrenamtliche Helfer wurden gesucht und gefunden
Seniorennachmittage hat es in Kleinmaischeid schon immer gegeben, anfangs organisiert von zwei Seniorinnen für die eigene Altersgruppe. Als diese beiden Damen nun selbst mehr und mehr in die Jahre kamen, konnten sie die Planung, Vorbereitungen und Arbeit nicht mehr leisten. Ein Aufruf erschien im Pfarrbrief der katholischen Kirchengemeinde, ob sich wohl ein paar Frauen fänden, um diese Seniorennachmittage vorzubereiten und durchzuführen. Damals drehte sich die Besucherzahl so um die 12 bis 15 Personen. Für Karin Gschiel und vier andere Kleinmaischeiderinnen, deren Eltern zum Teil selbst Besucherinnen der Seniorennachmittage waren, war sofort klar: „Da machen wir mit, bevor diese gute Sache für die ältere Generation im Dorf verloren geht.“ Das war vor vier Jahren. Seitdem ist die Zahl der Besucher des „Seniorentreffs 60 plus“ auf regelmäßig 30 bis 35 gestiegen, worüber sich die Organisatorinnen sehr freuen. Obwohl der Arbeitsaufwand nicht unerheblich ist: Dienstagabends wird der Raum mit Tischen und Stühlen bestückt, schön dekoriert und die Tische als Kaffeetafel eingedeckt. Die Kuchen mögen die Seniorinnen und Senioren gerne mit viel Sahne. Alle Kuchen werden von den Karin Gschiel und ihren vier Helferinnen selbst gebacken oder von anderen Frauen aus Kleinmaischeid gespendet. Saisonbedingt gibt es auch mal Deppekochen, Reibekuchen, eine Hausmacher Platte oder andere zur Jahreszeit passende Speisen und Getränke beim Seniorentreff. Großen Wert legen die Veranstalterinnen darauf, die jahreszeitlichen Feste zu feiern und das regionale Brauchtum einzubeziehen. Dazu gehören Karneval, Ostern, Kirmes, Oktoberfest, Erntedankfest und viele andere Gelegenheiten. Einen zusätzlichen Reiz stellen die gelegentlich eingebauten Herausforderungen dar wie zum Beispiel der Kartoffelschälwettbewerb oder Wissens-Quiz‘, Besuche vom Zauberer, eigene kleine Theatereinstudierungen und – was bei fast keinem Treffen fehlen darf – das besonders beliebte Bingo. Auch die Geburtstage der Seniorinnen und Senioren werden nicht vergessen. Und beim Grillnachmittag im Sommer freuen sich alle über den Gewinn eines der großzügig gespendeten Sachpreise. An besonderen Tagen gibt es nach Kaffee und Kuchen auch noch ein warmes Abendessen. Auch der kirchliche Aspekt kommt bei den Seniorennachmittagen nicht zu kurz. Regelmäßig hält Diakon Norbert Hendricks oder einer seiner Vertreter einen Wortgottesdienst mit den Kleinmaischeider Senioren.
„Zeit“ für die Senioren
Ihre ehrenamtliche Tätigkeit macht dem „Seniorenteam“ sehr viel Freude. Sie erleben immer wieder: „Manche ältere Dame oder älterer Herr freuen sich so sehr auf diesen Tag, da es die einzige Abwechslung in ihrem Alltag ist. Sie freuen sich über Gespräche untereinander, das Zuhören, die Spiele und das Genießen von Leckereien. Sie freuen sich einfach gesagt darüber, dass ihnen „Zeit“ geschenkt wird.“ Karin Gschiel findet es schön, zu beobachten, wie manch einer der älteren Generation aufblüht und es ihnen gut geht und sie das Alleinesein hinter sich lassen: „Damit haben wir schon unser Ziel erreicht!“
Bei dem Treffen im November haben die Senioren „aus Großmutters Einmachglas ein Windlicht“ gestaltet. Vorige Woche Mittwoch hatten sie die Möglichkeit, auf einem Inhouse- Weihnachtsmarkt im Gemeinschaftshaus wunderschöne Geschenke und Dekomaterial zu erwerben. Es gab Holzfiguren und -weihnachtsbäume, Selbstgenähtes, Kerzen, fair gehandelte Produkte, Plätzchen und Blumengestecke. Der Nikolaus, der bei Einbruch der Dunkelheit erschien, hatte Tüten mit kleinen Überraschungen mitgebracht. Einige Senioren wurden den Eindruck nicht los, dass Stimme und Bewegungsabläufe des Nikolaus‘ sehr denen von Ortsbürgermeister Philipp Rasbach ähnelten. Aber beweisen konnte das natürlich niemand. Wenn es so gewesen wäre – was nicht auszuschließen ist – wäre Philipp Rasbach seinem bei der Seniorenfeier seinem Vater Horst begegnet, der als Verbandsgemeindebürgermeister für die Veranstaltung einen Briefumschlag überreichte, der finanzielle Unterstützung für die nächsten Treffen enthielt. Der Dank gebührt in dem Fall auch den heimischen Banken, die in der Weihnachtszeit immer Geld für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung stellen.
Karin Gschiel und ihr Team machen diese Seniorenarbeit komplett ehrenamtlich. Bezahlen könnte diese Arbeit niemand. Der Lohn, den die Kleinmaischeider Frauen dafür bekommen, ist auch ein ganz anderer. Karin Gschiel: „Wir machen das nun schon seit vier Jahren zusammen und was ich festgestellt habe ist, wir bereiten der älteren Generation eine schöne Zeit. Die haben aber auch wir als Team untereinander. Das ist ein Geben und Nehmen. Das heißt, auch wir haben zusammengefunden und unternehmen ab und zu mal etwas gemeinsam.“ Einen schöneren Lohn für dieses Engagement kann es gar nicht geben.
