Festakt in Cochem erinnert an den ökumenischen Klimapilgerweg
Tontafel als Zeichen der Verantwortung für die Schöpfung
Cochem. Eine Tontafel mit den Fingerabdrücken der Pilger und ein Ginkgo-Baum erinnern in den Moselanlagen von Cochem künftig an den ökumenischen Klimapilgerweg von Flensburg zum Weltklimagipfel in Paris im vergangenen Jahr, der auch in Cochem Station machte. In einem Festakt wurde die Tontafel, die der Senheimer Künstler Christoph Anders gestaltet und gebrannt hat, enthüllt. „Wir sind froh, heute an diesen Pilgerweg zu erinnern, der auch in unserer Region Spuren hinterlassen hat“, so Rudolf Zavelberg, der Pastoralreferent des Dekanats Cochem. Vier Tage waren die Klimapilger im November vergangenen Jahres im Dekanat Cochem. Sie besuchten „Kraftorte“ wie die Moselstaustufen oder den Öko-Weinbau, sie informierten sich über die Situation von Flüchtlingen und besichtigten eine Biogasanlage. Aber sie stellten sich auch „Schmerzpunkten“ am Fliegerhorst Büchel, wo in einem ökumenischen Friedensgebet die Existenz von Atomwaffen beklagt wurde. Ein Zeichen war auch der Ginkgo-Baum, der bei der Ankunft der Pilger in Cochem in den Moselanlagen gepflanzt und mit Wasser vom Nordkap gegossen wurde, das eine Pilgerin aus Norwegen mitgebracht hatte. Die Pilger hinterließen ihren Daumenabdruck in einer Tontafel, die nun einen festen Platz in den Moselanlagen gefunden hat. Für Landrat Manfred Schnur schließt sich nun ein Kreis. Der Klimapilgerweg, das Ginkgo-Bäumchen in Cochem oder die Fingerabdrücke in der Tontafel hätten Zeichen für die Zukunft der Welt gesetzt, gab sich der Landrat überzeugt. Professor Dr. Dr. Alexander Lohner warnte eindringlich davor, den Klimaschutz auf Kosten der Entwicklung der ärmsten Länder zu betreiben. Hier sei eine Änderung des westlichen Lebensstils erforderlich. Der Ginkgo-Baum und die Tontafel in Cochem werden nun an diese Verantwortung erinnern.
