Allgemeine Berichte | 10.01.2018, 09:07 Uhr

Sternsinger zu Besuch im Erzählcafé beim Heimatverein Villip

Tradition im Gespräch

Erinnerungen, Informationen und Wissenswertes über alten Brauch

Die Sternsinger Nils Kühlwetter, Anja Kalka, Lara Kaus und Fabian Pickartz überbrachten passend zum Thema den Segen.
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Wachtberg-Villip. Knapp 30 Gäste hieß der Heimatverein Villip am ersten Mittwoch im neuen Jahr im Pfarrheim Villip zum Erzählcafé willkommen. Die im monatlichen Wechsel in Villip und im Röddertreff in Villiprott stattfindende Reihe hatte an diesem Tag die Sternsinger zum Thema.

Pünktlich zum Start der Veranstaltung erschien eine Gruppe als Weise aus dem Morgenland verkleideter Kinder, die den Versammelten den Brauch in seiner heutigen Form vorführten und den Segen überbrachten. Selbstverständlich wurden sie ganz im Sinne der Aktion für ihre Mühen belohnt und konnten so einen weiteren Spendenbetrag für ihr Anliegen mitnehmen. Im Rahmen der weltweit größten Aktion von Kindern und Jugendlichen für Kinder und Jugendliche machen sich im Laufe der ersten Januarwoche in allen Orten Wachtbergs junge Menschen auf den Weg, um für solche Altersgenossen zu sammeln, deren Lebensumstände alles andere als günstig sind.

Im Erzählcafé informierte Karl-Josef Hoffmann nach dem Genuss von Kuchen, Kaffee und ersten Gesprächen über den Ursprung des Brauchs, Wissenswertes sowie über geschichtliche Fakten, die Gewicht und Lebendigkeit der Tradition kennzeichnen. So berichtete der mit seiner Frau Hannelore und Ulf Hausmanns zusammen für den Heimatverein Aktive, dass die Feier des Dreikönigsfestes bis ins sechste Jahrhundert nachzuvollziehen ist. Für einen Höhepunkt in der Geschichte sorgte in der Mitte des zwölften Jahrhunderts Friedrich Barbarossa, der die Reliquien auf seinem Weg von Mailand nach Köln seinem dortigen Berater Reinald von Dassel schenkte. Seit etwa 1225 befinden sich die Gebeine der Heiligen in dem eigens angefertigten, bekannten Schrein im nahen Kölner Dom. Im Rheinland seien die Kinder bereits seit dem Mittalalter für die Gute Sache am Jahresanfang auf den Beinen, berichtete Hoffmann weiter. Sie ziehen seither Jahr für Jahr durch die Orte, sammeln und schreiben Jahreszahlen und Buchstaben an die Türen der Spender.

Die Lettern C, M und B stehen allerdings nicht, wie oft vermutet wird, für die Namen der drei Weisen Caspar, Melchior und Balthasar aus dem Morgenland. Die Abkürzung bedeutet Christus mansionem benedicat, zu Deutsch: Gott segne dieses Haus.

Seit wann ziehen die Sternsinger durch Villip?

Wann allerdings in Villip der Brauch seinen Einzug gehalten hatte, konnte erst im allgemeinen Gespräch annähernd ermittelt werden. Die meisten älteren Besucher konnten sich an eigene Sternsingeraktionen in ihrer Kindheit nicht erinnern. Dass aber ihre Kinder vielfach dabei waren, wussten viel zu berichten. Schließlich konnte man den ungefähren Anfang der Aktion in Villip auf das Ende der 50er Jahre oder den Anfang der 60er Jahre festlegen.

Damit sind die Wachtberger Kinder seit immerhin mehr als einem halben Jahrhundert um das Erscheinungsfest herum an der Sammlung, die in der gesamten Welt stattfindet, beteiligt.

Die monatlichen Erzählcafés sind vor etwa einem Jahr aus einer Zusammenarbeit des Altentreffs und der Aktivität des Heimatvereins Villip hervorgegangen. Seither wurden auf diese Weise viele aktuelle Themen, wie die Situation des Einzelhandels in den Dörfern, der Kirmes, aber auch allgemeine Themen wie die Entwicklung des Ackerbaus oder Sankt Martin vorgetragen, besprochen und durch das Wissen der Anwesenden bereichert. Allgemein haben sich diese Treffen zu einem wertvollen Beitrag innerhalb der Gemeinde entwickelt, bei dem nicht nur Altes bewahrt wird, sondern auch Wissen angereichert und manch guter Vorschlag oder interessante Idee entwickelt wurde.

Tradition im Gespräch

Foto: Chris Weber

Tradition im Gespräch

Foto: Chris Weber

Tradition im Gespräch

Foto: Chris Weber

Die Sternsinger Nils Kühlwetter, Anja Kalka, Lara Kaus und Fabian Pickartz überbrachten passend zum Thema den Segen. Foto: Chris Weber

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