Ausgelassene Stimmung bei den Kappensitzungen in Müden
Tradition und Humor vereint
Müden. Über 600 Karnevalisten hatten sich zu zwei Kappensitzungen in der Müdener Narrhalla eingefunden, um gemeinsam zu lachen und zu feiern. Pünktlich um 20.11 Uhr zog Sitzungspräsident Bert Schommer mit Elferrat und Funkengarde in den festlich geschmückten Bürgersaal ein. In seiner Begrüßungsrede konnte er zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Kirche willkommen heißen. Wenn ein Stehtisch und ein Stubbi auf der Bühne stehen, wissen zumindest die Müdener, wer als nächstes kommt. Die langjährigen Karnevalisten Achim Dehen und Sven Waldecker skizzierten in ihrer Bütt einige Mitbürger durch den närrischen Spiegel und brachten so manche bisher unbekannte Geschichte ans Tageslicht. Als nächste Gruppe marschierte die Kleine Garde ein. Mit zwanzig Kindern, fünfzehn Tänzerinnen und fünf Tänzern, im Alter von sieben bis zwölf Jahren hatten Jennifer Schneider und Heike Dehen einen Gardetanz einstudiert. Mit tosendem Applaus und einer „Rakete“ wurde der Nachwuchs für seinen Auftritt belohnt. Als Engel in göttlicher Mission „schwebte“ Matthias Bleser ein und beleuchtete das Geschehen „von oben“. Dabei gab er auch kleine Einblicke in das himmlische Leben. Ein mit Pointen gespickter Vortrag, der mit viel Beifall bedacht wurde.
Die Begrüßung der sieben anwesenden Nachbarvereine durch den Sitzungspräsidenten war schnell erledigt, wobei auch einige kleine Seitenhiebe verteilt wurden. Nun war die Bühne frei für den Auftritt der Funkengarde. Jessica Schommer und Louisa Klasen hatten mit den vierzehn hübschen Mädchen einen sehenswerten Showtanz einstudiert, der alle tänzerischen Elemente abdeckte. Bei der stürmisch geforderten Zugabe zur fetzigen Musik von „Dorfkind“ stand der ganze Saal und applaudierte.
Junggesellenabschiede sind heutzutage fast ein Muss. Ein Kumpel von Bert Schommer, so erzählte er, wollte im reifen Alter von 50 Jahren auch mal so einen Junggesellenabschied „nachfeiern“ und es richtig krachen lassen. Doch den eingeladenen Freunden fehlte ein wenig der Elan, die Wehwehchen der Mittfünfziger lähmten die geplante Feierorgie ein wenig.
Die Tanzgruppe des Junggesellenvereins kennt keine Nachwuchssorgen, stolze siebzehn Tänzerinnen und Tänzer hatten Ellen Hauck und Heba Helal um sich geschart. Zunächst als Sträflinge verkleidet, brannten sie ein Feuerwerk mit tollen Tanzkombinationen, Hebefiguren bis unter die Decke und atemberaubenden Flugeinlagen ab. Im Handumdrehen zogen sie sich um und führten als Polizisten eine Razzia mit originalgetreuen Durchsagen durch.
Nach der kurzen Pause gaben Leonie und Achim Jischke Einblicke in das oft schwierige Zusammenleben einer technikbegeisterten Tochter mit ihrem pragmatisch veranlagten Vater. Am Ende des mit viel Beifall bedachten Vortrags war man sich jedoch einig, dass nicht alles Moderne gut und alles Althergebrachte schlecht ist. Die „Zweibachtaler Zechpreller“ Florian Schneider und Dennis Marx brachten selbstgeschriebene Müdener Lieder zu Gehör und bei dem Lied „Kleines Dörfchen, große Herzen“ sang der ganze Saal mit.
Auch wenn Jessica Schommer noch jung ist, hat sie das Karnevalsgen von ihren Eltern geerbt. In verschiedenen Rollen ist bzw. war sie im Müdener Karneval anzutreffen, u.a. als Trainerin von Tanzgruppen und als Verantwortliche für den Kinderkarneval. Für ihre großen Verdienste und mit dem Versprechen, weiterhin so aktiv zu bleiben, wurde ihr der Ehrenorden verliehen.
Die Bungert-News feierten in diesem Jahr ein Jubiläum. Seit 25 Jahren kommentieren Harald Kronzucker (Harald Kron) und Helmut Figgemeier (Helmut Peters) in gewohnt pointierter Weise das Geschehen in und um Müden. Gleich im Anschluss kündigte sich ein weiterer Höhepunkt der Sitzung an. Der Showtanzgruppe „No Limits“ des Sportvereins gelang es in hervorragender Weise, das Thema „Liebe“ mit fetziger Musik und tollen Tanzeinlagen aufzugreifen. Das gesamte musikalische und tänzerische Spektrum wurde abgedeckt und die Gruppe wurde nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen. Heba Helal hatte, wie eigentlich jedes Jahr, einen Showtanz par excellence einstudiert.
Die Tritsch-Tratsch-Polka diente dem Möhnenverein unter der Leitung von Marie-Theres Deising als Grundlage für ihren Klamauk. Die sechzehn Damen begleiteten mit Begeisterung und vollem Einsatz die flotte Polkamelodie mit ihren Luftpumpen und ernteten viel Applaus.
Fester Bestandteil der Kappensitzungen ist die Tanzgruppe der Feuerwehr, die seit vielen Jahren von Jennifer Schneider, Jana Müller und Jennifer Thönnes trainiert wird. In der Zirkusmanege waren unter anderem Zauberer, Clowns, Seiltänzer, Feuerschlucker und sogar eine schwebende Jungfrau tänzerisch hervorragend dargestellt zu bewundern. Mit dieser mitreißenden Darbietung wurde dokumentiert, dass sich ein „Männerballett“ auch tänzerisch erheblich weiterentwickeln kann.
Bei der Zugabe und dem Lied „Alle wollen tanzen“ sang der ganze Saal mit und die über 100 Mitwirkenden versammelten sich auf der Bühne, um den Applaus für die vielen Stunden der Vorbereitung entgegenzunehmen. Mit der 3-Mann-Band „Sound & Smoke“ aus Pommern, die den Abend musikalisch begleitete, wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.
Ausblick
Mit den Kappensitzungen ist der Karneval in Müden noch lange nicht vorbei. Es folgen noch die Möhnensitzung am Mittwoch vor Schwerdonnerstag, die Schwerdonnerstagsparty auf der Lenn, die Schlumpfparty des Junggesellenvereins am Freitag, die Kinderkappensitzung am Samstag und als Höhepunkt der weithin bekannte Rosenmontagszug mit Abschluss in der Bürgerhalle.
BA
