187. St. Peter & Paul Kirmes
Traditionsreiches Fest mit neuen Elementen
In Bad Hönningen wurde vier Tage lang Kirmes gefeiert
Bad Hönningen. Am vergangenen Wochenende richtete der Junggesellenverein 1829 e.V. Bad Hönningen die traditionelle Kirmes aus – und dies zum 187. Mal.
Neben einem großen Angebot der Schausteller vom Autoscooter übers Kinderkarussell, Schießbude hin zu Fahrgeschäften in schwindelnden Höhen, mehreren Imbissständen und weiteren zahlreichen Angeboten sind es im Besonderen natürlich die vom Verein mit seinen Junggesellen und Ehrendamen gelebten Traditionen. Dies zu Ehren der beiden Kirchenpatronen St. Peter und Paul.
Nachdem bereits am Sonntag vor der Kirmes mit René Breitenbach der neue König ausgeschossen wurde, der sich seine Freundin Sarah Alemanno zur Königin nahm, folgten neben den unterschiedlichsten Vorbereitungen wie Aufbauen des Festzeltes, Schmücken der Stadt mit Maibäumen und vielem mehr, noch die Versteigerungen der Kirmesposten und der Kanoniere. Dazu versammelten sich die Junggesellen unter der Woche beim Vorjahreskönig Florian Munsch. Unter anderem galt es hier das Abwinkelkommando zu versteigern, welches beim Königszug zwei große Sperren zu beseitigen hatte. Dieses setzte sich wie folgt zusammen: Winkelmeister wurde Florian Schmitz, Sappeure Marco und Luca Reifert, Doktor Justin Braun. Hauptmann wurde Jonas Scheidt, nach dem der eigentliche Hauptmann und 1. Vorsitzende Vereinskönig geworden war.
Volles Programm am Rhing
Nachdem nun alle Vorbereitungen getroffen und alle Posten vergeben waren, konnte das große, lang ersehnte Fest beginnen.
Und dieses ging gleich in „die Vollen“: Am Freitagabend heizten unter dem Motto „Jeck am Rhing im Sunnesching“ gleich vier Kölner Bands im Festzelt ordentlich mit ihren Hits ein. „De Boore“ (u.a. „Rut sin de Ruse“) machten den Eisbrecher, gefolgt von der Brass and Marching Band „Querbeat“ (u.a. „Nie mehr Fastelovend“), den „Räubern“ (u.a. „Denn wenn et Trömmelche jeht“) und den Domstürmern (u.a. „Mach dein Ding“). Da sprang der Funke von der ersten bis zur letzten Sekunde über und das von RPR1 präsentierte Programm, welches der Junggesellenverein in Zusammenarbeit mit Festwirt „Veist-Events“ auf die Bühne holen konnte, war der gelungene Auftakt für das viertägige Fest.
Neue Meister gefunden
Nach dem Aufstellen der Kirmesbäume am Samstagmorgen fanden am Nachmittag die Westdeutsche Meisterschaft und die Rheinland-Pfalz-Meisterschaft im Fähndelschwenken statt. Bei den insgesamt acht Teilnehmern aus Bruchhausen, Erpel, Koisdorf und Unkel setzte sich schließlich Philipp Schmitt (Bruchhausen) als Sieger durch. Auf Platz zwei und drei folgten ihm Dominik Schwager (Erpel) und Jan-Philipp Wallek (Unkel).
Einem ersten Festumzug durch den Ort mit anschließendem Fähndelschwenken der Fähnriche Christian Feltens und Hendrik Sartor folgte Partystimmung im Festzelt mit der Band Decoy.
Ein über zwanzigminütiges Großfeuerwerk hoch über dem Rhein rundete diesen Tag schließlich ab.
Im Gedenken an die Pfarrpatronen
Der Sonntagmorgen begann dann schon wieder in aller Frühe, denn bereits um halb sechs begann das Wecken der Vorstandsmitglieder.
Mit einem Festzug durch den Ort, beginnend mit der Parade der Kirchenfahnen auf dem Marktplatz, zog man im Anschluss zur Pfarrkirche, um mit Pastor Christian Scheinost ein feierliches Hochamt im Gedenken an die Pfarrpatronen Peter und Paul zu feiern. Im Anschluss an die Kranzniederlegung schlossen sich Stadtbürgermeister Guido Job und Pastor Scheinost den Junggesellen an, um mit ihnen zum Rosengarten zu marschieren, wo das Synchron-Fähndelschwenken der beiden Fähnriche Christian Feltens und Hendrik Sartor bei großer Anwesenheit der Bevölkerung stattfand.
Zurück im Festzelt spielte der Musikverein Bad Hönningen zum Konzert auf und unterhielt die Gäste bis in den Nachmittag.
Der Regen hatte ein Einsehen
Punktgenau zum wegen des Achtelfinales der deutschen Fußballnationalmannschaft um eine Stunde vorverlegten Königszug hörte ein starker Regenschauer auf, sodass sich der Königszug ohne Verzögerung in Bewegung setzen konnte. Vorab die große Parade in der Bischof-Stradmann-Straße, wozu Hauptmann Jonas Scheidt die Junggesellen, den Musikverein und die Schlossberg-Musikanten antreten ließ. Die Ehrendamen begleiteten währenddessen ihre Königin mit dem Fanfaren-Corps voran auf ihrem Weg zu ihrem König, der diese mit einem Blumenstrauß und Küssen empfing.
Der Königszug führte dann durch die Straßen und Gassen der Stadt, mit großen Sperren in der Sprudel- und auf der Hauptstraße. Für Winkelmeister Florian Schmitz und seine Sappeure Marco und Luca Reifert stellten diese jedoch keine großen Hindernisse dar und konnten in kürzester Zeit unter großem Beifall beseitigt werden.
Die Sperrenbauer belohnten die Junggesellen, Ehrendamen und Musikvereine währenddessen mit flüssiger Nahrung.
Letzte, traditionelle Station des Königszuges war dann der Rosengarten, wo sich der Verein wie jedes Jahr zum großen Gruppenbild aufstellte.
Reichlich Stimmung im Festzelt
Das Festzelt bescherte den Gästen dann im Weiteren nicht nur einen äußerst erfolgreichen Fußballabend der deutschen Mannschaft gegen die Slowakei, sondern auch reichlich Stimmung mit den „Roten Hosen“.
Der letzte Tag der Kirmes begann am Mittag mit dem Bürgerkommers. Hierbei gab es wieder ein buntes Programm mit großer Tombola (unter anderem ein Reisegutschein über 500 Euro als Hauptpreis), Show-Schwenken und weiteren Überraschungen. Beim Show-Schwenken griff dann auch der ehemalige Fähnrich Michel Röser bei der letzten Kirmes vor seiner Hochzeit noch einmal zur Fahnenstange und zeigte, dass er noch nichts verlernt hatte.
Nach dem bunten Kommersprogramm, welches musikalisch vom Musikverein Vettelschoß gestaltet wurde, sorgten „DJ Rudi“ aus dem Siegburger Steffi und Schlagerstar „PAT“ (alias Patrick Linneborn) für abschließende Partyatmosphäre.
„Das Wetter war uns leider nicht immer gesonnen, was sich auf die Besucherzahlen ausgewirkt hat, aber trotzdem hat es der Stimmung keinen Abbruch getan“, so Schriftführer und Winkelmeister Florian Schmitz im Gespräch mit BLICK aktuell.
Die Sappeure Marco Reifert und Luca Reifert hatten beim Königszug zwei große Sperren zu beseitigen.
Auch Stadtbürgermeister Guido Job und Pastor Christian Scheinost feierten die Kirmes fröhlich mit.
Die Fähnriche Christian Feltens und Hendrik Sartor zeigten beim Synchron-Fähndelschwenken ihr Können.
