Neues Karnevalskonzept in Marienhausen kommt gut an - Sportverein und Feuerwehr-Förderverein schaffen es wieder, den Saal des Bürgerhauses zu füllen
„Trauerschnecken“ erzeugen Lachsalven
Marienhausen. Statt Garde und Funken können es mal der Sportverein und die Feuerwehr sein, die dem Karneval die Fahnen hoch halten. So war es wieder in Marienhausen, der kleinen Gemeinde an der Grenze zwischen den Kreisen Neuwied und Westerwald. Im Bürgerhaus hatten sich die Freunde närrischer Fröhlichkeit versammelt. Dort erwartete sie ein vergnüglicher Abend mit Showeinlagen, Tänzen und Sketchen. Volker Müller vom Mitveranstalter JSV (Jugendsportverein) Marienhausen begrüßte die Gäste im farbenfrohen Anzug und moderierte die verschiedenen Auftritte.
Den Anfang machten die „drei Trauerschnecken“. Cornelia Müller, Petra Buchstäber und Christine Müller kamen schwarz gekleidet und wirkten freudlos. Was sie aber zu sagen, beziehungsweise in Form einer kirchlichen Litanei zu singen hatten, trieb den Zuhörern die Lachtränen in die Augen. Ein Wunder, dass die drei singenden Damen bei diesen Späßen ernst bleiben konnten.
Das Bürgerhaus war bunt geschmückt. Im Unterschied zu früheren Veranstaltungen gab es nicht nur Sitzplätze, sondern auch Gelegenheiten, an Stehtischen zu verweilen. Für die musikalischen Einlagen in den Pausen und Tanzphasen sorgte die Band „Wäller Buben plus Dani“. Das Konzept war etwas verändert worden, sagte Volker Müller, weil zuletzt die Akzeptanz der Veranstaltung etwas nachgelassen hatte. Deshalb hatte Marienhausen in der Session 2016 auch eine karnevalistische Pause eingelegt um neue Kraft für die kommenden Jahre zu schöpfen. Vom Erfolg konnte man sich am Wochenende überzeugen. Mit deutlich über 100 Gästen war die Veranstaltung gut besucht. Volker Müller erklärt: „Wir vom JSV und der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Marienhausen sind die Veranstalter. Aufgrund der geringen Resonanz 2015 haben wir voriges Jahr gar keine Karnevalsveranstaltung durchgeführt. Das neue Konzept sieht eine Karnevalsparty mit Programm vor. Zum ersten Mal haben wir auch eine Drei-Mann-Kapelle dabei.“ Auffallend ist in Marienhausen immer die relativ große Zahl junger Besucher von Veranstaltungen, so auch bei der Karnevalsparty. Das hängt aller Wahrscheinlichkeit mit der Fußballbegeisterung des Ortes zusammen. Die beiden Mannschaften des Vereins spielen in der B- und der D-Klasse auf guten Positionen. Der Sonntag ist schon seit vielen Jahren ein traditioneller Tag für die Karnevalsfeier in Marienhausen. Versuche, ähnliches an einem Samstag auf die Beine zu stellen, misslangen bis jetzt.
Der Jugendsportverein Marienhausen hat 120 Mitglieder. Vorsitzender ist Florian Rademacher, der als „Professor Doktor Florian“ einen interessanten „wissenschaftlichen“ Vortrag hielt. Nach einer intensiven wissenschaftlichen Studie und umfangreichen Datensammlungen hat er ein „Frauen-Schema“ erstellt, mit dem Mann den idealen weiblichen Gegenpart ermitteln kann. In einem Koordinatensystem mit den Achsen „verrückt“ von 0 bis 10 und „heiß“ ebenfalls von 0 bis 10 muss er nur die richtige Zone ankreuzen um zu erfahren, ob die angepeilte Frau in die „Geht gar nicht“-Zone, die Spaß-Zone, die Gefahren-Zone oder vielleicht doch eher in die Ehezone gehört. Dr. Florian wurde auch gefragt, ob es ein ähnliches Bewertungssystem für Männer gibt. Die Antwort darauf fiel ihm leicht: Da gebe es die „Süß“- und die „Geld-Achse“. Ab einem gewissen Geld-Faktor beginne für Frauen sofort die Ehe-Zone, ohne Geld, aber mit hohem Süß-Faktor komme noch die Spaß-Zone infrage. Dazwischen gebe es nur die Geht-gar-nicht-Zone.
Weitere Büttenredner des Abends waren Monika Schäfer mit den Angeboten einer modernen Partnervermittlung und der versierte Büttenredner Bernd Weiand als Gast aus dem benachbarten Dierdorf.
Die Marienhäuser Frauen Ingrid Astrath, Ulrike Allof, Stella Zeihsel, Bettina Krätz, Petra Buchstäber, Christine Müller und Cornelia Müller traten auf mit schwelgerischen Träumen, welche Berufe sie gerne mal ergriffen hätten, statt immer nur Hausfrau und Mutter zu sein.
Ein weiteres Highlight des Abends war das Marienhäuser Männerballett, das zunächst sehr männlich in Erscheinung trat, dann aber geschwind die Rollen wechselte und sich nach einem überraschenden Striptease von der weiblichen Seite zeigte, unter anderem zum Hit von Madonna „Girls just want to have fun“. An diesem Rollentausch beteiligten sich: Tobia Müller, Dominik Eisel, Sven Mangel, Nadeem Rafique, Timo Busch, Moritz Schultehiß, Philipp Pfeil und Marko Klöckner. Einstudiert hatte den Tanz mit den wechselhaften Männern die Trainerin Stella Zeihsel.
Ihre gute Kondition und sportliche Fitness beweisen übrigens die meisten der Marienhäuser jungen Männer als Spieler in einer der beiden Fußballmannschaften des Vereins. Die erste Mannschaft steht laut Betreuer Volker Müller „auf einem guten fünften Platz“ in der Kreisliga B, die „Zweite“ hat sich in der Kreisliga D auf den vierten Platz hochgearbeitet. Darüber hinaus gibt es noch Jugendfußball in einer Spielgemeinschaft von den Bambinis bis zur D-Jugend. Ebenfalls mit der Feuerwehr betätigt sich der Sportverein noch an der Ausrichtung der örtlichen Kirmes. Das könnte sich aber bald ändern, wenn, wie geplant, wieder eine Kirmesgesellschaft in Marienhausen gegründet wird. Außerdem gibt es im Ort noch den Bayern-Fanclub Bavaria 05 zusammen mit Fans aus dem Nachbarort Maroth.

Das war ein toller Abend mit sehr schönen Vorträgen und einer Super Band die Wetsrewälder Buden mit Dani aber ohne Sahne, eine Stunde lang wurden Zugaben gespielt, es war so schön wie Früher.