Allgemeine Berichte | 02.06.2017

Einwohnerversammlung diskutierte über Umgehungsstraße Straßenhaus

Treppe oder Brücke soll Ellingen anbinden

Planfeststellungsverfahren soll gestartet werden - Die Baugenehmigung liegt frühestens in zwei Jahren vor

Bernd Cornely, der Leiter des Landesbetriebs Mobilität, die Beigeordneten der Gemeinde und die Mitarbeiter des Planungsbüros Manns beantworteten die Fragen der Bürger aus Straßenhaus und den Ortsteilen.  KER

Straßenhaus. Im Rahmen einer Einwohnerversammlung hatten die Bürger von Straßenhaus vergangenen Donnerstagabend, 1. Juni, die Möglichkeit, noch einmal Pro und Contra der seit Langem diskutierten Umgehungsstraße vorzutragen. Zunächst wurde der Planungsstand vorgestellt.

Ein Mitarbeiter des Ingenieurbüros Manns erklärte die Linienführung der Umgehungsstraße. Die K 103 wird mit einer Brücke über die Umgehung geführt. Zur Birkenstraße, die der neuen Straße am nächsten liegt, wird eine Lärmschutzwand bzw. ein Wall gebaut. Der geringste Abstand beträgt an einer Stelle 41 Meter zum Haus Birkenstraße 1, danach sind Abstände von 131 bzw. 148 Metern gegeben. Alle gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für Lärm werden eingehalten. Die Umgehung wird von der Birkenstraße aus nicht zu sehen sein.

Im jetzt anstehenden Planfeststellungsverfahren wird die Baugenehmigung angestrebt. In dieser Phase haben die Einwohner von Straßenhaus die Möglichkeit, ihre Einwände und Stellungnahmen zu dem Projekt abzugeben. Am Ende des Verfahrens steht der Planfeststellungsbeschluss, der – sofern nicht dagegen geklagt wird – mit einer Baugenehmigung gleichzusetzen ist. Bernd Cornely vom Landesbetrieb Mobilität sagte, dass, da momentan für Bundesstraßen reichlich Geld zur Verfügung stehe, mit einer Realisierung des Vorhabens gerechnet werden könne.

Ortsbürgermeisterin Birgit Haas sprach die Dehnungsfugen an den Brücken an, über die es Diskussionen gegeben hatte. Dazu erklärte Cornely: „Hier wird kein Lärm entstehen, wie es von der Bürgerinitiative vorgeworfen wurde!“ Versichert wurde auch, dass es einen Fußweg nach Ellingen geben wird. Es wird ein 2,50 Meter breiter Steg sein, der mit einer Treppenanlage angeschlossen werden soll. Diese Treppe hätte zweimal 15 Stufen. Auf eine zweite Fußgängerbrücke im Bereich Kirchweg wurde verzichtet. Ein schon bestehender Fußweg bleibt erhalten.

Treppenfreie Lösung beschäftigte die Zuhörerschaft

Birgit Haas hatte die Anwesenden darum gebeten, sachlich über das Thema zu diskutieren. Im Vorfeld hatte es Streit und gegenseitige, in der Öffentlichkeit ausgetragene Anfeindungen gegeben. Aus der Zuhörerschaft wurde nach der Möglichkeit einer treppenfreien Überquerung der Umgehung gefragt. Der Vorschlag eines bautechnisch versierten Sprechers lautete, den gesamten Geländebereich mit einer circa 150 Metern langen Brücke zu überspannen, wofür gebe es technische Möglichkeiten in Form von Leichtbauweisen. Dies, erklärten die Planer, sei möglich, aber teurer. Diese Variante, die für die Benutzer der Überquerung deutliche Vorteile hat, soll nun in den Planungen berücksichtigt werden.

Mehrere Redner beschäftigten sich mit dem Thema Treppe. Dabei wurde sogar der Vorschlag gemacht, einen Aufzug zur Überwindung des Höhenunterschieds zu bauen. Von Seiten des Podiums kam der Hinweis, dass es sich bei einer Rampe oder Brücke um ein sehr großes Bauwerk handeln würde. Ein Bürger bezweifelte generell den Sinn einer Brücke, weil das Gelände für einen Spaziergang mit Kinderwagen oder Rollstuhl ohnehin zu steil sei. Diese Aussage blieb allerdings nicht unwidersprochen im Raum stehen. Ein Sprecher der Bürgerinitiative gegen die Umgehungsstraße bat Bernd Cornely um Bestätigung, dass es durch die Bürgerinitiative keine Verzögerungen des Projekts gab. Dem kam der Leiter des Landesbetriebs Mobilität nach.

Cornely versprach, über das Thema Brücke noch einmal nachzudenken. Der Ortsbürgermeisterin empfahl er, den Wunsch nach einer anderen Überquerungslösung noch einmal eindringlich zu formulieren. Weitere Fragen der Einwohner bezogen sich auf eventuelle Lärmbelastungen, die aber laut Auskunft der Planer nicht zu erwarten sind. Verglichen mit der heutigen Lärmbelästigung durch Fahrzeuge durch den Innenort verbessere sich die Gesamtsituation sehr. Diskutiert wurde auch die Zunahme an Schadstoffemissionen durch die Umgehung und die zu erwartenden Emissionsverbesserungen im Ort. Zur Lärmbelastung in den Ortsteilen Niederhonnefeld und Ellingen sagte der Mitarbeiter des Planungsbüros nur, dass die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten würden. Dezibel-Angaben machte er an einem Beispiel in der Niederhonnefelder Straße, wo der Wert in der Nacht mit 40 Dezibel neun Dezibel unter dem gesetzlichen Grenzwert liegt.

An der Stelle erinnerte ein Bürger an die extreme Belastung, der die Bewohner der Raiffeisenstraße jetzt noch ausgesetzt sind, solange es keine Umgehung gibt, was mit großem Beifall quittiert wurde. Besonders seit die Bundesstraße durch Straßenhaus wieder von Lkw befahren werden dürfe, sei die Situation unerträglich geworden, sagte ein anderer Redner. Bernd Cornely beantwortete die Frage nach der Gesamtschadstoffsituation, dass sich diese durch die Umgehung deutlich verbessern werde. Abfließendes Wasser werde in Regenrückhaltebecken abgeleitet und von dort weiter in den Häßbach. Das Naturschwimmbad werde von Abwasser durch die Umgehungsstraße nicht belastet. Allerdings gibt es einen Notüberlauf in den Höllsbach, der das Naturschwimmbad speist. Als Ausgleich für den Wald, der für die Umgehung beseitigt werden muss, schlug ein Bürger vor, die Wiesenflächen zwischen Umgehung und Bebauung mit Bäumen aufzuforsten. Egon Krobb von der Bürgerinitiative sagte, wenn man die Kosten für die Umgehung ehrlich rechnen würde und die Kosten für die von ihm und den Mitgliedern der Bürgerinitiative geforderte Tunnellösung etwas verringere, dann sei der Tunnel gar nicht die teurere Lösung. Dem widersprach Bernd Cornely, der versicherte, dass der Tunnel aufgrund der deutlich höheren Kosten auf keinen Fall diskutabel sei. Zum Schluss wurde gefragt, wann mit dem Bau der Umgehung begonnen werden kann. Ein Datum konnte niemand nennen. Cornely wagte die Prognose, dass im günstigsten Fall in zwei Jahren ein Planfeststellungsbeschluss vorliegen könne. Dagegen gebe es allerdings noch die Möglichkeit der Klage. Als Kosten für das Projekt steht eine Zahl von 17,3 Millionen Euro im Raum.

Zweiter Kindergarten für die Ortsgemeinde

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung berichtete Ortsbürgermeisterin Birgit Haas über den geplanten Neubau eines zweiten Kindergartens in Straßenhaus. Das Grundstück dafür ist 3.100 Quadratmeter groß, es befindet sich gegenüber der Schulturnhalle neben dem Kunstrasenplatz. Die bebaute Fläche bemisst 1.000 Quadratmeter, das Gebäude ist eingeschossig. Probleme gibt es noch, sagte Birgit Haas, mit der Bodenstruktur. Man ist auf stark verwitterten Fels gestoßen. Der Kindergarten wird viergruppig. Die Kindergartenleiterin Angela Wessel erklärte, dass das sogenannte „offene Konzept“ mit Kindern ab dem ersten Lebensjahr und für die Ganztagsbetreuung verfolgt wird. Dafür wichtig seien großzügige und helle Räume sowie eine Küche für die Essenszubereitung. Sie ist nicht der Meinung, dass der Neubau zu großzügig geplant sei. Der Neubau ist auch behindertengerecht und barrierefrei geplant. Es können dort 70 Kinder von 20 Erzieherinnen betreut werden. Die Anlage ist noch erweiterbar. Zurzeit werden im bestehenden Kindergarten 140 Kinder betreut.

Berichtet wurde noch über den Umbau des Naturfreibads Niederhonnefeld, für das es eine Förderung aus dem LEADER-Projekt gibt. Begonnen wird nach der Badesaison im September/Oktober. Von den Gesamtkosten von 140.000 Euro werden 100.000 Euro gefördert. Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Wasserqualität.

So verläuft nach dem bisherigen Planungsstand die Umgehung an Straßenhaus vorbei. Die Ortschaften Niederhonnefeld und Ellingen sollen auch weiterhin zu Fuß erreichbar sein.

So verläuft nach dem bisherigen Planungsstand die Umgehung an Straßenhaus vorbei. Die Ortschaften Niederhonnefeld und Ellingen sollen auch weiterhin zu Fuß erreichbar sein.

Bernd Cornely, der Leiter des Landesbetriebs Mobilität, die Beigeordneten der Gemeinde und die Mitarbeiter des Planungsbüros Manns beantworteten die Fragen der Bürger aus Straßenhaus und den Ortsteilen. Fotos: KER

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