Allgemeine Berichte | 02.08.2017, 10:26 Uhr

Drei Nationen tauschen sich aus

Trinationales Jugendcamp in Wachtberg schlug Zelt in Adendorf auf

Kids profitierten von internationalen Erfahrungen

Jugendliche aus drei Ländern hatten Spaß beim Kennenlernen und bei gemeinsamen Aktivitäten. -CEW-
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Wachtberg-Adendorf. Nicht in der dritten, sondern in der zweiten Ferienwoche fand in diesem Jahr das Trinationale Jugendcamp in Wachtberg unter der Federführung von Winfried Ley in Wachtberg statt. Weil das bisherige Domizil am Schulzentrum in Berkum in der gleichen Zeit für die Ferienfreizeit genutzt wurde, hatte man nach einer Ausweichherberge für das alljährlich sehr erfolgreiche Treffen gesucht. „Ich hatte bei Martina Linten angefragt, weil das Gebäude so günstig für uns gelegen ist“, berichtete Winfried Ley. Bei der Rektorin der Schule am Wald sei er gleich auf offene Ohren gestoßen und das Unternehmen konnte auch in diesem Jahr in Angriff genommen werden. So schlugen nach ihrer Ankunft 21 italienische, 21 französische und 11 deutsche Jugendliche am 24. Juli ihr Zelt in der Schule neben dem Wald auf. Die Feuerwehr unterstützte das Treffen auch in diesem Jahr mit einem Großzelt, weil die Räumlichkeiten in der Mensa zu klein für die große Gruppe gewesen wäre. „Das Interesse ist in jedem Jahr sehr groß“, war von Ley zu hören. „Aber wir müssen aus Kapazitätsgründen die Teilnehmerzahlen begrenzen.“ Dass in diesem Jahr die deutsche Beteiligung nicht so groß war, hing vermutlich mit der parallel laufenden Ferienfreizeit zusammen. Leider war eine Organisation terminlich dieses Mal nicht anders möglich gewesen, sonst hätte das Treffen ausfallen müssen. Das wollte man aber in keinem Fall. Die internationale Arbeit hat mit diesem Projekt des Wachtberger Partnerschaftsvereins und dem jährlich laufenden internationalen Schüleraustausch an den Schulen eine über zwanzigjährige Tradition. Der Erstkontakt mit der Partnergemeinde La Villedieu du Clain geht auf das Jahr 1995 zurück. Seit jenem Jahr pflegt man den regelmäßigen Schüleraustausch mit dem kleinen französischen Ort. Italien wurde als Austauschpartner ab 2005 in das Partnerschaftsprojekt mit eingebunden. Mit Alexandra Ley, Sebastian Engels und Verena Traub sind drei Betreuer als Ansprechpartner für die Jugendlichen vor Ort, zusätzlich zu den Betreuern, die aus den jeweiligen Ländern mit angereist sind. Während des Aufenthalts gibt es ein vielfältiges Programm, erklärt Alexandra Ley, Betreuerin und Tochter von Winfried Ley. Sportliche Aktivitäten, Kreatives und die Sparte Kultur und Wissen seien vertreten. „Jedes Kind soll die Möglichkeit haben, mindestens in einem Bereich seine starke Seite zu nutzen und zu zeigen“, erläuterte sie.

Mit Händen und Füßen

Das war für die jugendlichen zu Anfang gar nicht so einfach, denn nicht nur die Gruppen wurden landesgemischt zusammengestellt, sondern auch die Aufgabenstellungen. So sahen sich die jungen Leute zu ihrer Überraschung beispielsweise bei der Wachtbergralley mit Fragen in verschiedenen Sprachen konfrontiert, die nicht mit Übersetzungen versehen waren. So mussten alle mit den ihnen gegebenen Möglichkeiten miteinander arbeiten und – notfalls auch mit Händen und Füßen - kommunizieren, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen. Dabei funktionierte die Kommunikation ganz erstaunlich gut. Man hörte Sätze, in denen gleich drei Sprachen vorkamen, man sah Hände und Füße gestikulieren, Mimik und Pantomime erledigten den Rest. Dass es dabei anfangs zu Missverständnissen kommen kann, ist allen Gesprächspartnern völlig klar. Man diskutiert eben so lange, bis alle verstanden haben, worum es geht. Was man als einsprachig muttersprachlich erzogener im ersten Moment nicht ganz nachvollziehen kann, funktioniert in der Realität der Jugendlichen, die oft im Grundschulalter bereits mit einer zweiten Sprache in Berührung kamen, hervorragend. „Ich finde es gut, dass man die Sprachen, die man in der Schule lernt, auch mal sprechen kann“, fand die 15-jährige Jeanette. Die Sprachbarriere zu beseitigen und das gute Miteinander war den Kindern wichtig. Auch das Kennenlernen nicht nur der Jugendlichen aus dem anderen Land, sondern auch ihrer Kultur war es, was die jungen Leute dazu bewegt hatte, hier mit dabei zu sein. Ein Highlight seien jedes Mal die „Nationalabende“, hörte man unisono die Stimmen der großen Kids. Da stellt jede Gruppe ihr Land vor. Dazu gehören zum Beispiel das gemeinsame Kochen und natürlich essen eines landestypischen Gerichts, ein kleines Theaterstück oder eine andere Aufführung und Spiele, die für die Nation prägend sind. So wurde am französischen Abend ein TV-Quiz-Spiel simuliert, an dem alle Beteiligten einen Heidenspaß hatten. Am Donnerstagabend sah man in der Gruppe der Italiener konzentriertes Planen und Vorbereiten, denn heute war ihr Abend. Was genau an diesem Abend stattfinden würde, war noch ein Geheimnis. Aber die anderen waren bereits gespannt und freuten sich sichtlich auf die neue Erfahrung. Der große Erfolg des internationalen Projekts lässt sich an den vielen Freundschaften und Bekanntschaften festmachen, die bei solchen Treffen entstehen. Manche Leute treffen sich bereits seit über zehn Jahren immer wieder bei Veranstaltungen oder bei Nachtreffen, war von den Organisatoren zu hören. Jahrelang brächen viele Kontakte nicht ab und man habe so sein Ziel erreicht: Brücken zu bauen zwischen den Nationen und die internationale Verständigung zu stärken.

Die italienische Gruppe ist in die Planung und Vorbereitung ihres Nationalabends vertieft.

Die italienische Gruppe ist in die Planung und Vorbereitung ihres Nationalabends vertieft.

Winfried Ley engagiert sich seit vielen Jahren für den internationalen Jugendaustausch.

Winfried Ley engagiert sich seit vielen Jahren für den internationalen Jugendaustausch.

Jugendliche aus drei Ländern hatten Spaß beim Kennenlernen und bei gemeinsamen Aktivitäten. Fotos: -CEW-

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