Am Wochenende feierten die Unkeler ausgiebig ihre Sankt Pantaleon-Kirmes
Tropische Temperaturen konnten das Junggesellen-Königspaar nicht schrecken
Unkel. Bereits am Freitagnachmittag, dem Todes-und Namenstag des Unkeler Stadtpatrons, hatte der riesige Super-Allrounder, die Attraktion der diesjährigen Sankt Pantaleon Kirmes, im Süden des Unkeler Festplatzes seine 16 Sternengondeln rasant in die Höhe kreisen lassen. Wesentlich gemütlicher zogen die jüngeren Kirmesbesucher auf dem benachbarte Kinderkarussell ihre Bahn, während die Nachwuchs-Vettels und -Hamiltons auf dem Autoscooter je nach Gusto Überholmanöver oder Crashs trainierten. Offiziell eröffnet wurde die Unkeler Kirmes erst am späteren Nachmittag, als Hauptmann Andreas Kuhsel in Vertretung des noch amtierenden Junggesellenkönigs, Jan-Philipp Wallek, zusammen mit Leutnant Roman Lehmacher den Verein antreten ließ, um zur Musik der „Lau-Sitzer“ den Kirmesmann durch den Ort zu karren, bevor sie ihm hoch oben im Kirmeszelt seinen Platz zuwiesen. Von dort hatte der arme Kerl zwar einen tollen Blick auf die Party mit DJ Walli, musste allerdings im Gegensatz zu den Junggesellen trotz tropischer Temperaturen auf jedwede Erfrischung verzichten.
Zumindest kurzfristig ließen Gewitterschauern am frühen Samstagnachmittag die Hitze etwas sinken. Sehr zur Freude von immerhin acht Fähnrichen, die vor die Jury traten, um den Rheinland- sowie den Bundesmeister aller Klassen, Jan-Philipp Wallek, zu beerben. Dabei errang der junge Unkeler Fahnenschwenker Björn Hübenthal vor seinem Koisdorfer Kollegen Georg Seul Platz vier, während sich der Nönghüüder Bastian Lindlohr über die Rheinlandmeisterschaft freuen konnte. Diese sicherte er sich mit dem dritten Platz, da Jan-Philipp Wallek als Zweitplatzierter diesen Titel ja nicht unmittelbar verteidigen konnte und sich, außer Konkurrenz schwenkend, mit dem Wachtbergpokal zufrieden geben musste. Wie schon auf der Rheinbreitbacher Kirmes den Amtspokal, entführte Philipp Schmitz dieses Mal auch den Pokal des Bundesmeisters aller Klassen nach Bruchhausen und schickt sich so endgültig an, in die Fußstapfen seines erfolgreichen Vorgängers Florian Paaßen zu treten.
Die Uniform des Fähnrichs mit der des Junggesellenkönigs tauschte Jan-Philipp Wallek dann wenige Stunden später, um sich an der Seite seiner Königin, Melanie Bauch, seinen Verein im Festzug anzuführen, den Andreas Kuhsel und Florian Lehmacher pünktlich um 18 Uhr antreten ließen. In diesen reihte sich neben den Junggesellenvereinen der VG sowie Delegationen aus Koisdorf, Ohlenberg und Selhof auch der Bürgerverein um den Vorsitzenden Rudolf Zimmermann sowie das Königspaar Markus und Andrea Winkelbach ein, das schon am Vorabend fleißig mitgefeiert hatte.
Noch nicht in Amt und Würden hatten die jungen Majestäten in spe, Christoph Damme, dem eine Woche zuvor der Goldenen Schuss gelungen war, und Marion Wallek samt ihrer Ehrenpaare, Sabrina Küpper und Tobias Wallek, Klara Thelen und Korbinian Wester, Nadja Wester und Julian Muß, Franziska Wierig und Severin Wallek sowie Christiane Wolf und Stephan Müller, in der Freiligrathstraße den Königszug erwartet. Dorthin geführt worden war dieser von Königinnen-Vater Engelbert, der sein Ratsherren-„Trömmelche“ mit dem Stab des Tambourmajors der Unkeler „Rheinklänge“ getauscht hatte. Diese stimmten am Königshaus nach fürstlicher Bewirtung, durch welche der von den erneut hochsommerlichen Temperaturen bedingten Flüssigkeitsverlust ausgeglichen worden war, den Präsentiermarsch an, zu dem die Festgesellschaft durch das Spalier der Offiziere ins Freie schritt,
„Zu Ehren unseres zukünftigen Königspaares werden jetzt die Fahnen geschwenkt“, kommandierte Roman Lehmacher, bevor die Unkeler Fähnriche ihre Fähigkeiten zum rheinischen Schwenkmarsch unter Beweis stellten. Zu dem spielte neben dem Tambourcorps auch das Bruchhausener Blasorchester auf, das wenig später auch bei der Kettenübergabe auf dem Oberen Markt zur musikalischen Gestaltung dieser traditionellen Zeremonie mit beitrug. Während die fünf Ehrenpaare und die weiblichen Mitglieder des Junggesellenvereins mit ihren Sonnenblumengebinden neben dem Schutzengelhaus Position bezogen, stiegen Jan Philipp Wallek und Melanie Bauch mit ihren Nachfolgern sowie mit Pfarre Andreas Arend auf die große Bühne, wo sie von den beiden Offizieren flankiert wurden.
Zu einem dreifachen „Zicke, zacke, zicke zacke – hoi, hoi, hoi!“, zu Ehren der scheidenden Majestäten animierte Roman Lehmacher die zahlreichen Zuschauer auf dem ehemaligen Marktplatz, bevor sich dieses auf der Bühne zu einem letzten Königswalzer im Dreivierteltakt drehte. Anschließend befreiten Pfarrer Andreas Arend und Hauptmann Andreas Kuhsel die Ex-Majestät von der Königskette, um diese dem neuen Junggesellenkönig Christoph Damme als Zeichen seiner Macht umzuhängen. Der frenetische Jubel wollte nicht abreißen, bis die beiden jungen Majestäten einen ersten Königswalzer tanzten, bevor nun alle Fähnriche ihnen zu Ehren die Fahnen schwenkten.
Auch im bestens gefüllten Festzelt traten die Fahnenschwenker wieder in Aktion, bevor Christoph Damme und Marion Wallek mit dem Königswalzer eine rauschende Krönungs-Ballnacht eröffneten, zu der wie in den Jahren zuvor die Band „Rio5“ aufspielte. DL
Strahlend schritt das Königspaar durch das Spalier der Fahnen ins Freitag.
Vor der Vereinsfahne stellten sich Christoph Damme und Marion mit ihren Ehrenpaaren zu den Schwenkdarbietungen auf.
