Allgemeine Berichte | 13.04.2021

Arbeitsmarkt im Landkreis Cochem-Zell

Trotz Corona leichte Frühjahrsbelebung

Jobcenter profitiert bislang nicht von Rückgang der Arbeitslosigkeit

Kreis Cochem-Zell. Eine zumindest bescheidene Frühjahrsbelebung macht sich auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Cochem-Zell bemerkbar. Laut Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen haben die Statistiker zum Monatsende 1.603 arbeitslose Frauen und Männer gezählt – 105 weniger als vier Wochen zuvor. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,3 Punkte auf 4,7 Prozent. Diese Werte liegen allerdings weiter deutlich über jenen des Vorjahres, als 232 Menschen weniger arbeitslos gemeldet waren. Die Quote lag kurz vor Ausbruch der Pandemie bei 4 Prozent. „Es ist grundsätzlich sehr erfreulich, wie robust der regionale Arbeitsmarkt auf die teils gravierenden und langanhaltenden Einschränkungen reagiert“, betont Agenturleiter Frank Schmidt. „Andererseits ist aber auch klar, dass manche Branchen, wie Gastronomie oder Handel, wesentlich stärker betroffen sind als andere.“

Außerdem sei auffällig, dass sich die Reduzierung der Arbeitslosenzahlen derzeit nur auf die Arbeitsagenturen, nicht aber auf die Jobcenter auswirke. „Das liegt daran, dass bei jenen, die vor einem Jahr wegen Corona ihren Job verloren haben, nun die Versicherungsleistung ausläuft und sie in die Grundsicherung wechseln.“ Für einen Teil der von der Krise betroffenen Menschen verfestige sich damit die Arbeitslosigkeit. „Das war nicht anders zu erwarten, aber es ist natürlich trotzdem bitter.“

Damit verweist Schmidt auf die beiden Rechtskreise, die die Grundlage für das Geschehen am Arbeitsmarkt bilden: das Sozialgesetzbuch (SGB) III, nach dem die Arbeitsagenturen ihre Kunden aus der Versichertengemeinschaft betreuen, und das SGB II, das die Regeln für die Jobcenter vorgibt und deshalb vor allem Langzeitarbeitslosigkeit abbildet. Während die Zahlen im SGB III um 106 auf 913 zurückgingen, stiegen sie im SGB II um 1 auf 690 an. Gegenüber dem Vorjahr werden in der Arbeitsagentur 118 und beim Jobcenter 114 Arbeitslose mehr betreut.

Zurückhaltend reagiert zurzeit auch noch der Stellenmarkt. 96 zusätzliche Stellen wurden dem Arbeitgeberservice in den letzten vier Wochen gemeldet, 17 weniger als im Monat zuvor. Insgesamt registriert die Arbeitsagentur damit im Landkreis 435 offene Stellen, das sind noch immer 111 weniger als vor einem Jahr.

Erstmals für dieses Jahr wirft die Arbeitsagentur einen Blick auf die Ausbildungssituation. Demnach suchten bis Monatsende 280 Ausbildungssuchende Rat bei den Berufsberaterinnen und Berufsberatern der Agentur. 145 von ihnen konnten bislang nicht versorgt werden. Ihnen stehen derzeit 295 unbesetzte Stellen gegenüber. Während die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze damit wieder auf dem Vor-Corona-Niveau angekommen ist, ist die der Ausbildungssuchenden nach wie vor rückläufig.

„Junge Leute tun sich schwer, sich angesichts von Schulschließungen und nur telefonisch erreichbaren Berufsberater*innen über ihre Möglichkeiten zu informieren und hinken deshalb etwas hinterher. Vielen Arbeitgebern ist aber trotz der unklaren Gesamtsituation klar, dass von rechtzeitiger Nachwuchsförderung die Nach-Corona-Zukunft ihres Unternehmens abhängen könnte. Wir hoffen deshalb, dass wir bis zum Ausbildungsstart im Spätsommer trotz der schwierigen Rahmenbedingungen möglichst viele Arbeitgeber und junge Leute zusammenbringen werden.“

Bei der Bewältigung der Krise setzen viele Unternehmen nach wie vor auf Kurzarbeit. Die muss angezeigt und bewilligt werden, bevor sie eingesetzt werden kann. Nach der Bewilligung können Unternehmen jedoch auch entscheiden, Kurzarbeitergeld (KuG) während des Bewilligungszeitraumes nur für eine gewisse Zeit oder einen Teil der angemeldeten Beschäftigten zu nutzen. Die eigentliche Abrechnung (KuG-Antrag) erfolgt im Nachhinein. Da die Unternehmen bis zu drei Monate Zeit haben, entsprechende Unterlagen einzureichen, liegen verbindliche Werte erst mit deutlicher Verzögerung vor. Im Mittelpunkt der statistischen Betrachtung stehen deshalb derzeit noch die KuG-Anzeigen. Gegenüber dem Vormonat ist deren Zahl im COC-Kreis im März erneut zurückgegangen. In den letzten vier Wochen zeigten laut Statistik 29 Betriebe für 107 Beschäftigte Kurzarbeit an. Im Februar waren es noch 59 Betriebe und 396 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Vor einem Jahr – unmittelbar nach Beginn der Krise – zeigten 167 Betriebe für 1.769 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit an. Insgesamt gab es seitdem im Landkreis Cochem-Zell 1.229 KuG-Anzeigen für 9.970 Beschäftigte.

Agentur und Jobcenter können wegen Corona-Pandemie und erneutem Lockdown derzeit nicht oder nur eingeschränkt besucht werden. So sind sie dennoch erreichbar:

Agentur für Arbeit Cochem: Sondertelefon: (02 61) 40 54 05, E-Mail: koblenz-mayen.postfach@arbeitsagentur.de.

Jobcenter Cochem-Zell: Sondertelefon: (0 26 71) 6 03 31 11, E-Mail: Jobcenter-Cochem-Zell@jobcenter-ge.de.

Hotline Berufsberatung: Koblenz: Tel. (02 61) 40 54 44. Mayen, (0 26 51) 95 03 33.

Vieles lässt sich auch ohne direkten Kontakt online erledigen: https://www.arbeitsagentur.de/eservices und https://www.arbeitsagentur.de/arbeitslos-arbeit-finden/arbeitslosengeld-2.

Pressemitteilung der

Bundesagentur für Arbeit

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Andi-RLP: Hallo Herr oder Frau Bastian, Sie haben Recht, die Kommentarantwort von mir war falsch ausgedrückt. Das Wort "vertrauensvoll" steht natürlich im Bericht. Jedoch habe nicht ich den vertrauensvollen Abstimmungsprozess...
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Elke Zeise: Nur Schade das man als Nachbarin keine Information bekommt ob der Täter noch in U Haft ist oder wieder auf freiem Fuß ist. Habe Angst die Wohnung zu verlassen
Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Anzeige Sonderpreis wie vereinbart
Innovatives rund um Andernach
Save the Dates
SB Wahlen
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Maifest in Dedenbach
Anzeige KW 17
Empfohlene Artikel
Die Kreisverwaltung in Koblenz. Foto: ROB
99

Kreis MYK. Im Mai 2026 findet im Kreis Mayen-Koblenz die Bundeswehrübung „Gelber Merkur 2026“ unter der Leitung der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum statt. Der Zeitraum dieser Übung erstreckt sich vom 8. bis 22. Mai, und die Aktivitäten sind nicht nur auf Standort- oder Truppenübungsplätze beschränkt. Die beteiligten Kräfte bewegen sich auch im öffentlichen Raum, was dazu führen kann, dass Schussgeräusche durch den Einsatz von Platzpatronen wahrnehmbar sind.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
23

Remagen. Das Dienstgebiet der Polizeiinspektion Remagen umfasst die Städte Remagen und Sinzig sowie die Verbandsgemeinden Bad Breisig und größtenteils Brohltal. Auf einer Fläche von rund 200 Quadratkilometern werden mehr als 61.000 Einwohner betreut. Das Straßennetz beinhaltet neben innerörtlichen Verkehrsflächen etwa 60 Kilometer Bundesstraßen, über 100 Kilometer Landesstraßen sowie rund 60 Kilometer Kreisstraßen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Nadine Kreuser.  Foto: privat
17

In Ahrweiler gehört es fest dazu: das Maibaumstellen. Gemeinsam werden die großen geschmückten Bäume aufgerichtet – mit viel Vorbereitung, Muskelkraft und Gemeinschaftssinn. Gleichzeitig sieht man in diesen Tagen vor vielen Häusern kleinere Maibäume stehen. Sie werden meist ganz persönlich aufgestellt: als Zeichen der Zuneigung, der Verbundenheit oder einfach, um einem Menschen zu zeigen: Ich denke an dich.

Weiterlesen

Symbolbild.
32

Pkw touchiert Kind an einer Bushaltestelle

21.04.:Kind bei Unfall in Marienfels verletzt

Marienfels. Am Dienstag, dem 21. April 2026, kam es gegen 16:30 Uhr in der Römerstraße in Marienfels zu einem Verkehrsunfall an einer Bushaltestelle. Ein Kind wurde von einem vorbeifahrenden PKW leicht touchiert und erlitt dabei leichte Verletzungen.

Weiterlesen

Imageanzeige
Titelanzeige
Kleinanzeigen
Industriemechaniker
Maifest Gönnersdorf
Erzieher
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Gesundheit im Blick
Innovatives rund um Andernach
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Shopping Genuss Abend Ahrweiler / o.B. Sponsoring
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606  // AZ Commodity Rheinschiene KW 17
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr