Kameradschaftsverein Ludendorf „Eintracht und Liebe“ feierte sein 148-jähriges Bestehen
Trotz großer Hitze waren Frack und Zylinder Pflicht
Ludendorf. Am letzten Wochenende feierte der Kameradschaftsverein Ludendorf sein 148. Fest seit der Gründung im Jahre 1871, und damit ist er der älteste Verein im Dorf.
Am Samstagabend wurde in der katholischen Pfarrkirche St. Petrus und Paulus in Ludendorf ein Festgottesdienst von Pater Marek Madej zelebriert. Begleitet wurde die Festmesse vom Männergesangverein Niederdrees unter der Leitung von Ulli Müller, der den Chor schon seit Jahrzehnten leitet.
Im Anschluss konnten sich die Mitglieder und Gäste an einem reichhaltigen warmen Büfett bedienen. Hier hatte sich der Vorstand unter Leitung des Präsidenten Stefan Arth richtig ins Zeug gelegt.
Die Mitglieder des Kameradschaftsvereins zahlten dafür nur fünf Euro. Auch Nichtmitglieder waren für einen Essensbeitrag von zehn Euro herzlich willkommen. In diesem Jahr konnten die Gäste wieder in der großen Tombola wertvolle Preise gewinnen.
Für die musikalische Unterhaltung sorgt Peter Paschek, bekannt von der Karnevalsgruppe „Die Kalauer“.
Der Männergesangverein Niederdrees, der in diesem Jahr 125-jähriges Jubiläum feiert, brachte den Gästen im Dorfhaus ein Ständchen.
Traditionell startete der Sonntag mit dem Weckruf. Hierbei zogen die Vereinsmitglieder, begleitet von der Musikkapelle „Loreley Odendorf /Morenhoven“, unter der Leitung von Siggi Vogel, bereits um sieben Uhr morgens durch das Dorf, wobei sie bei dem Präsidenten des Vereins, dem Ortsvorsteher und weiteren bekannten Persönlichkeiten des Ortes einen Stopp einlegten.
Ab 10 Uhr waren alle Bürger zum Frühschoppen ins Dorfhaus eingeladen. Für das leibliche Wohl war gesorgt. Wie auch in den letzten Jahren war Ronny´s Barbeque Grill dabei, der seinen Standplatz wieder vor dem Dorfhaus hatte.
Festzug durch das Dorf
Um vierzehn Uhr zog der Festzug durch das Dorf, an dem die Ortsvereine, befreundete Kameradschaftsvereine, der Reservistenverband Rheinbach-Meckenheim-Swisttal und Drachenfels, teilnahmen.
Die Teilnehmer des Kameradschaftsvereins Ludendorf, hielten ihre traditionelle Bekleidung bei und erschienen trotz Temperaturen jenseits der dreißig Grad im schwarzen Anzug, Krawatte und Zylinder.
Musikalisch wird der Festzug vom Tambourcorps Odendorf/ Buschhoven, unter der Leitung von Dieter Ramershoven und dem Musikverein Gielsdorf begleitet.
Nach dem Zug begrüßte der Präsident des Kameradschaftsvereins Ludendorf, Stefan Arth die anwesenden Gäste und bat um eine Schweigeminute für die Verstorbenen des Vereins aus dem letzten Jahr.
In seiner Ansprache betonte er, wie wichtig heute Partnerschaftsvereine mit Orten in Europa sind und zitierte aus einer Rede von Emanuel Macron, die der französische Präsident im letzten Jahr vor dem Bundestag gehalten hatte. Darin betonte Macron die unverbrüchliche Freundschaft zu Deutschland. Anlass der Rede war im vorigen Jahr der 100 Jahrestag vom Ende des 1. Weltkriegs.
„Ich bitte alle, sich für Frieden, Freiheit und Freundschaft einzusetzen, damit sich die Kriege nicht mehr wiederholen“, mahnte Stefan Arth zum Schluss seiner Rede.
Oberst a.D. Stephan Will, der stellvertretende Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Swisttal-Quesnoy, hielt die Festansprache. Quesnoy ist die französische Partnergemeinde von Swisttal.
Mit dabei waren die Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner und weitere Gäste aus dem Gemeinderat sowie dem Kreis und Landespolitik.
Will wies in seiner Ansprache auf die Wichtigkeit der Deutsch-Französischen Freundschaft hin, in so unsicheren Zeiten. Er selber habe die Zusammenarbeit als Verbindungsoffizier mit der französischen Armee immer als freundschaftlich empfunden.
„Wir stehen hier am Mahnmal von Krieg und Gewaltherrschaft. Die Toten mahnen uns zum Frieden und geben uns die Aufgabe, die Kriege in der Welt zu beenden. Die Toten von Krieg und Gewaltherrschaft zeigen uns, dass Frieden nichts Selbstverständliches ist. Hierfür muss tagtäglich gekämpft werden. Auch der Partnerschaftsverein Swisttal-Quesnoy trägt hierzu bei, um Freundschaften zwischen Frankreich und Deutschland zu vertiefen“, betonte Will in seiner Ansprache.
Soldaten des Reservisten Verbandes Rheinbach-Meckenheim-Swisttal legten unter den Klängen des Tambourcorps einen Kranz am Ehrenmal gegen Gewaltherrschaft und Krieg nieder.
Kaffee und Kuchen gehören dazu
Hierfür wurden im Vorfeld Kuchenspenden aus der Bevölkerung entgegengenommen. Die Frauen des Vorstandes des Kameradschaftsvereins wurden traditionell dazu angehalten jeweils zwei Kuchen zu backen.
Nach der heiligen Messe in der Pfarrkirche in Ludendorf wurde am Montagmorgen der traditionelle Frühschoppen eröffnet.
Gegen Mittag wurde das Erbsensuppenessen im Dorfhaus gestartet. Hierbei reisten viele Mitarbeiter der umliegenden Betriebe und der Verwaltung, die ihren Sitz in Ludendorf hat, an. Hierzu zählen auch Gäste aus den umliegenden Orten, die auch Erbsensuppe mit nach Hause nehmen.
An allen Festtagen war der Eintritt zum Kameradschaftsfest in Ludendorf frei.
Der Präsident des Kameradschaftsveins Ludendorf begrüßte die anwesenden Gäste.
Die Ehrenformation des Reservistenverbandes war bei der Gefallenehrung angetreten.
