Bau neuer Trinkwasserleitung von Wallersheim über Niederwerth nach Vallendar geht in entscheidende Phase
Tunneltaufe markiert den Beginn der Bohrarbeiten unter dem Rheinbett
Koblenz/VG Vallendar. Mit einer Tunneltaufe haben Vertreter der Energieversorgung Mittelrhein (evm), der Vereinigte Wasserwerke Mittelrhein (VWM), der Verbandsgemeinde Vallendar sowie der beteiligten Baufirmen den Start der Arbeiten für eine neue Trinkwasserleitung von Koblenz-Wallersheim zur Insel Niederwerth gefeiert. Viola Pöllmann-Kux von der evm taufte den Bohrkopf der Vortriebsbohrgeräts auf den Namen „Viola“ und wünschte den Arbeiten einen unfallfreien Verlauf. Im Tunnelbau sind solche Taufen ein alter Brauch.
Dieser symbolische Akt markiert den Start der Bohrarbeiten unterhalb des Rheinbetts. Wie evm-Vorstandsvorsitzender Josef Rönz erklärte, handelt es sich hierbei um ein außergewöhnliches Bauprojekt, mit dem die evm im Auftrag der VWM die Versorgungssicherheit noch einmal deutlich erhöhen möchte. „Wir können damit zusätzlich den notwendigen Energieaufwand spürbar senken, da wir bislang das Trinkwasser für die Verbandsgemeinde von Ehrenbreitstein über den Hochbehälter Niederberg auf 217 Meter hochpumpen und dann nach Vallendar wieder herunterführen müssen“, sagte Rönz. Die neue Wasserleitung schafft einen neuen zweiten Versorgungsweg von Wallersheim über Niederwerth nach Vallendar ohne Höhenunterschiede, die überwunden werden müssen.
Insgesamt 420 Meter sind von einem zum anderen Ufer unterirdisch zu überwinden, wie Jürgen Zimmer von der Energienetze Mittelrhein ausführte. Die Experten der Netzgesellschaft in der evm-Gruppe sind für die Bauausführung zuständig und arbeiten dabei mit spezialisierten Unternehmen wie den Firmen Sonntag, Moll-prd und Rohrbau Herrmann zusammen. Die Tunnelbohrmaschine, die sich nun in den nächsten Wochen durch das Rheinbett graben wird, wurde in die rund zehn Meter tiefe Startgrube in Wallersheim herabgelassen. In einigen Wochen wird sie dann in der Zielgrube auf Niederwerth ankommen. Im unterirdischen Düker, so der Fachbegriff, sollen nicht nur das Wasserrohr mit seinen 45 Zentimetern Durchmesser Platz finden, sondern auch Lehrrohre für die Kevag Telekom und andere Nutzer, die mit ihren Leitungen ebenfalls den Rhein queren möchten. Mit einem Abschluss der Arbeiten für den Düker ist im Mai 2024 zu rechnen.
Damit ist es allerdings noch nicht getan. Von Niederwerth aus wird im kommenden Jahr eine weitere Flussunterquerung entstehen, um das Vallendarer Ufer erreichen zu können. Auch hierfür haben die Vorarbeiten bereits begonnen. „Aufgrund der Gegebenheiten werden wir dort ein anderes Bauverfahren anwenden: Wir müssen mithilfe eines Schwimmbaggers in offener Bauweise arbeiten, die Rohre an Land zusammenschweißen und sie schließlich langsam zu Wasser lassen“, erläuterte Jürgen Zimmer. Der Abschluss des Gesamtprojekts ist für Anfang 2025 geplant.Zur Tunneltaufe konnte die evm nicht nur Vertreter der baubeteiligten Firmen begrüßen, sondern auch VWM-Geschäftsführer Lars Hörnig, den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vallendar, Adolf Schneider, sowie die Bürgermeister Wolfgang Heitmann (Vallendar) und Horst Klöckner (Niederwerth).
Pressemitteilung evm
evm-Vorstandsvorsitzender Josef Rönz, Wolfgang Kochhan, Leiter Wasserwirtschaft bei der evm, Taufpatin Viola Pöllmann-Kux, Ortsbürgermeister Horst Klöckner und VWM-Geschäftsführer Lars Hörnig in der zwölf Meter tiefen Baugrube vor dem Bohrkopf, der den Tunnel von Wallersheim nach Niederwerth bohren wird. Foto: Sascha Ditscher/evm Foto: Marcelo Peerenboom/evm
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