Allgemeine Berichte | 26.03.2018

Die Eröffnung des Kultursommers 2018 in Neuwied wird ein gigantisches Kunst-Event

Über 55 Aktionen an einem Wochenende

Programm reicht von Mitmachaktionen über Straßentheater und Walkacts bis zu Musik- und Kreativgruppen

Die Programmentwickler Jürgen Hardeck von links Petra Neuendorfund Iris Kofoldt stellten im Weinhaus von Uli Adams (re.) das Programm vor. Foto: Hep

Neuwied. Draußen war bei Schneetreiben richtig Winter, als es drinnen um den Kultursommer ging. Der wird in gut vier Wochen, also am letzten Aprilwochenende, in Neuwied eröffnet.

Der „Kultursommer Rheinland-Pfalz“ und die Stadt Neuwied investieren ca. 150.000 Euro in das dreitägige Event mit mehr als 55 Programmpunkten an fast zehn verschiedenen Stellen. Das muss man einfach erleben und vor allem mitmachen, denn das ist das Credo der drei Programmentwickler Prof. Dr. Jürgen Hardeck, Geschäftsführer des Kultursommers, Pressereferentin Iris Kofoldt und City-Managerin Petra Neuendorf.

Schließlich wurde das Motto von Friedrich-Wilhelm Raiffeisen „Einer für alle, alle für einen“, für die Kultursommereröffnung ersetzt in „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“, was ebenfalls von Raiffeisen stammen soll. Der Genossenschaftsgründer, der auch Bürgermeister in Heddesdorf war, wurde vor 200 Jahren, also am 30. März 1818, in Hamm/Sieg geboren.

Da im gleichen Jahr, am 5. Mai, Karl Marx in Trier geboren wurde, hat der Verein Kultursommer Rheinland-Pfalz seine landesweite Veranstaltungsreihe, die im Oktober endet, unter das Motto „Industrie-Kultur“ gestellt. Dafür gibt es ein Budget von rund 3,5 Millionen Euro, die u.a. von der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur, der Landesregierung, vielen Städten und Sponsoren finanziert werden.

Grandioser Auftakt dafür ist in Neuwied, wo das umfangreiche Programm vorgestellt wurde. Bis auf die Gala im Heimathaus und einer Lesung im Röntgenmuseum ist der Eintritt frei bei Tanz, Theater, Artistik, Musik, Literatur und vielen Mitmachaktionen auf dem Luisenplatz und in der Innenstadt.

Fast eine Deutschlandpremiere ist ein bis zu 20 Meter hohes Gebäudes aus Karton und Klebeband, bei dessen Entstehung ohne die Hilfe von Maschinen unter Anleitung des französischen Künstlers Olivier Grossetete nach Anmeldung jeder ab acht Jahren mitbauen darf.

Jedoch ist das Werk nicht von Bestand, denn es muss, so will es der Künstler, am nächsten Tag, also am späten Sonntagnachmittag, gemeinsam abgerissen werden.

 „Wie bunt ist Neuwied?“  heißt eine Malaktionen für die Kinder, bei dem ebenfalls alle mitgestalten dürfen.

Brot wie zu Raiffeisens Zeiten

Nach einer Missernte 1846/47 wurde Brot vom Preis her nahezu unerschwinglich. So gründete Raiffeisen den „Weyerbuscher Brodverein“, der große Mengen Korn kaufte und dafür einen günstigen Preis aushandeln konnte. So wird beim Kultursommerstart in Neuwied Brot gebacken wie zu Raiffeisens Zeiten, wobei jeder den Teig für sein Brot selbst kneten kann.

Mit von der Partie sind auch die Neuwieder Kirchen, die u.a. bei Gottesdiensten zum gemeinsamen Singen einladen. Schließlich war Raiffeisen überzeugter evangelischer Christ, dessen sozialpolitisches Handeln durch seinen Glauben geprägt worden war.

„Steh auf, mach laut, mach richtig Lärm“ heißt es an zwei Tagen bei der Installation „Beating the Drum“. Diese Gruppe stellt vor der Bühne an der Schlossstraße etwa 100 Trommeln bereit, damit die vom Publikum mit Sticks bespielt werden. In einem Bus werden Besucher in einer fünfminütigen Performance in die Gedankenwelt der Poetry-Slammer entführt.

Neben diesen Mitmachaktionen gibt es noch zahlreiche Events zum Schauen und Staunen. So der Gala-Abend für Friedrich-Wilhelm Raiffeisen im Heimathaus, der auch die offizielle Eröffnung des Kultursommers 2018 mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer ist.

Nach einem Empfang treten der Musikkabarettist Matthias Reuter, Wortartist und Pianist Martin Betz, ein Ensemble der Villa Musica, das Jazz-Quartett „Die Verwandlung“ auch die bekannte Liedermacherin Dota Kehr mit Band auf.

In der Schlosstraße legen Neuwieder Floristen und Gärtner einen 60 Meter langen Blumenteppich. „Das Selfie mit Raiffeisen aus Pappe wird später mit vielen weiteren unter dem Titel „Ein Lächeln für Neuwied“ zu einer riesigen Collage verarbeitet“, erklärte Petra Neuendorf.

„Gerne habe ich Kunst im Karree zum Bestandteil des Kultursommer gemacht“, erklärte Uli Adams, der vor Jahren die Idee zu dieser Aktion hatte: „Damals machten 20 mit, jetzt sind es 80 heimische Künstler, die ihre Werke in den Innenhöfen präsentieren. Ich rechne mit etwa 4000 Besuchern“, sagte Uli Adams.

Beim Kultursommerauftakt werden neben zahlreichen Musik-, Schau- und Kunstgruppen auch Straßentheater und Walkacts geboten. „Wir haben aber auch noch einige Überraschungen, die natürlich nicht verraten werden“, kündigte Petra Neuendorf an.

Das komplette Programm, weitere Infos, Karten für die Gala, Noten für den Festgottesdienst und Anmeldung für die Kartonhaus-Workshops gibt es unter www.neuwied.de/kultursommer, und bei der Tourist-Information Neuwied, Tel. 02631/802 5555.

Ein phantastisches Programm

Für jeden etwas ist im fantastischen Programm der Kultursommereröffnung in Neuwied:

Freitag, 27. April: 

17.00 Uhr Festgottesdienst

19.00 Uhr Beating the Drum

20.15 Uhr Bazaar

21.30 Uhr FierS à Cheval

Samstag , 28. April:

ab 11 Uhr:

Aufbau „Die vergängliche Stadt“

Kunst im Karree

Fotoaktion

„Ein Lächeln für Neuwied“

Das Raiffeisenspiel XXL

Malaktion – Stadtbild Neuwied

Ein Blumenteppich für Neuwied

11.30 Uhr Mademoiselle Orchestra

12.00 Uhr Raiffeprüfung – der Poetryslam

12.00 Uhr La Baronnade, Start

13.00 Uhr Mademoiselle Orchestra

13.30 Uhr BLOCK

14.15 Uhr La Grande Phrase, Start

15.00 Uhr En toutes Confiances

Mademoiselle Orchestra

15.30 Uhr Pelat

La Baronnade, Start

16.15 Uhr BLOCK

17.00 Uhr AIR

17.30 Uhr En toutes Confiances

18.00 Uhr Parade FierS à Cheval, Start

18.30 Uhr Beating the Drum

19.30 Uhr Zusammen! Ein Abend für F. W. Raiffeisen

20.00 Uhr Snarky Puppy Project

21.30 Uhr FierS à Cheval, Start – Finale

Sonntag, 29. April:

10.00 Uhr „Ich singe mit, wenn alles singt“

ab 11.00 Uhr „Die vergängliche Stadt“

Kunst im Karree 33

Fotoaktion Ein Lächeln für Neuwied

Das Raiffeisenspiel XXL

Malaktion – Stadtbild Neuwied

Brotbacken wie zu Raiffeisens Zeiten

Ein Blumenteppich für Neuwied

11.00 Uhr Whiskydenker

13.00 Uhr Mademoiselle Orchestra

13.30 Uhr BLOCK

13.45 Uhr La Grande Phrase, Start

Waldameisen auf Stadtgang

14.15 Uhr En toutes Confiances

La Baronnade, Start

15.00 Uhr Pelat

15.00 Uhr Waldameisen auf Stadtgang

15.15 Uhr Mademoiselle Orchestra

15.45 Uhr BLOCK

La Baronnade,

16.00 Uhr Waldameisen auf Stadtgang

16.30 Uhr AIR

17.00 Uhr Lesung – Der barmherzige Bankier,

Roentgen-Museum

Countdown Abriss „Die vergängliche Stadt“

17.15 Uhr Volxtanz

18.00 Uhr New Journeys ( St. Matthias )

Dieses Programm mit weiteren Infos gibt es in einem Heft unter dem Titel. „Was einer nicht schafft, das schaffen viele“, das per E-Mail: kultursommer@neuwied.de oder bei der Tourist-Info Neuwied Tel. 02631/802 5555 erhältlich ist. HEP

Die Programmentwickler Jürgen Hardeck von links Petra Neuendorf und Iris Kofoldt stellten im Weinhaus von Uli Adams (re.) das Programm vor. Foto: Hep

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