Allgemeine Berichte | 06.11.2019

Feuerwehr Dieblich absolviert Übungsmarathon

Übungen am laufenden Band

Starke Rauchentwicklung und Personen im Gebäude hielten die Wehrleute in Atem. Fotos: privat

Dieblich. Die Mitglieder der Dieblicher Wehr absolvierten zum dritten Mal ihren sogenannten Übungsmarathon. Vier unterschiedliche Übungsszenarien waren für die Kameraden und Kameradinnen vorbereitet worden.

Verkehrsunfall

Um 16 Uhr „alarmierte“ die im Gerätehaus eingerichtete Einsatzzentrale zu einem Verkehrsunfall an der Ecke Amselsteg/Im Feldbaum. Dort war ein Fahrrad mit einem Traktor kollidiert. Der Radfahrer war von der Zugmaschine überrollt worden und unter dem Vorderrad eingeklemmt. Hier war gleich die gesamte Mannschaft gefordert, es galt den Verletzen zu betreuen und eine Erstversorgung vorzunehmen, die Unfallstelle abzusichern und aus dem Traktor auslaufende Betriebsstoffe aufzufangen.

Ebenfalls mussten mehrere Trupps eingesetzt werden, um den Fahrer der Landmaschine zu suchen, da er sich unter Schock von der Unfallstelle entfernt hatte. Parallel wurde die technische Rettung des Radfahrers vorbereitet. Mittels hydraulischen Spreizers wurde das Gefährt angehoben, sodass die Person befreit werden konnte. Die erste Aufgabe war somit mit Bravour gelöst worden. Also ging es zurück zum Gerätehaus. Die Gruppen und Fahrzeugbesatzungen wurden durchgemischt und der nächste „Einsatz“ ließ nicht lange auf sich warten.

Bewusstlose Person

Von der Einsatzzentrale wurde ein Unfall mit Gefahrgut auf dem Parkplatz am Gewerbegebiet gemeldet. Dort angekommen, bot sich den Einsatzkräften folgende Lage: Hinter einem Kurierfahrzeug lag eine bewusstlose Person, neben ihr ein Behälter mit einer unbekannten Flüssigkeit, von der bereits ein Teil ausgetreten war. Hier galt es für die Einsatzkräfte, sehr umsichtig zu handeln und den Eigenschutz zu beachten. So wurde als erstes der Bereich um den Unfallort großzügig abgesperrt. Der Angriffstrupp, der sich bereits auf der Anfahrt mit Atemschutz ausgerüstet hatte, erkundete die Lage genauer und konnte somit die Stoffnummer und Gefahrennummer feststellen. Über die Einsatzzentrale konnten Informationen zu der unbekannten Flüssigkeit erlangt werden.

Der Gruppenführer, der bereits nach Eintreffen den Gefahrstoffzug des Landkreises nachgefordert hatte, entschied sich nun, den Fahrer in einer Crashrettung aus dem Gefahrenbereich zu retten. Der Angriffstrupp brachte die Person in einen sicheren Bereich, entfernte die kontaminierte Kleidung und begann mit einer Erstversorgung. Damit war das Ziel der zweiten Übung erreicht. Auch hier hatte alles reibungslos funktioniert. Insbesondere war die Gefahr sofort erkannt worden und es wurde nach der sogenannten GAMS-Regel vorgegangen: Gefahr erkennen, Absicherung der Gefahrenstelle, Menschenrettung, Spezialkräfte anfordern.

Flächenbrand an einer Trafostation Rauchentwicklung aus Gebäude

Nachdem man sich wieder einsatzbereit gemacht hatte, wurde von der Einsatzzentrale das nächste Übungsszenario gemeldet: Flächenbrand an einer Trafostation im Kondertal. Diese Übung stellte wieder andere Ansprüche an die Mannschaft. Denn hier galt es, eine Wasserentnahmestelle im Bach herzurichten, um an Löschwasser zu gelangen. Über Funk wurde die Abschaltung der betroffenen Trafostation angefordert. Nachdem mittels Tauchpumpe Wasser aus dem Bach gefördert wurde, konnte der Brand mittels mehreren Rohren schnell gelöscht werden. Somit ging es zurück zum Gerätehaus. Hier galt es als erstes, die Einsatzbereitschaft wieder herzustellen und die Mannschaft für die nächste Übung einzuteilen.

Diese sollte den Kameradinnen und Kameraden noch mal einiges abverlangen. Gemeldet war eine unklare Rauchentwicklung aus dem ehemaligen EDEKA-Gebäude. Bereits auf der Anfahrt war der Rauch in der Hauptstraße erkennbar. Bei der Lageerkundung vor Ort meldete sich eine Jugendliche, dass ihre Freundin noch in dem Gebäude sei. Sie riss sich vom Melder, der ihre Betreuung übernommen hatte, los und lief wieder in das verqualmte Gebäude. Der Gruppenführer informierte seine Mannschaft über die Lage und gab den Einsatzbefehl.

Zügig war die Wasserversorgung hergestellt und der Angriffstrupp konnte unter Atemschutz mit der Suche in dem Gebäude beginnen. Die zwischenzeitlich mit dem Mannschaftstransporter nachgerückten Kräfte kümmerten sich um die Absicherung der Einsatzstelle und sorgten für die Ausleuchtung vor dem Gebäude. Zeitgleich wurde vom Einsatzleiter die zwischenzeitlich eingetroffene Drehleiter mit den Kameraden aus Kobern in die Lage eingewiesen. Sie erhielten den Auftrag, eine Ventilationsöffnung ins Dach zu schneiden, sodass der Rauch aus dem Gebäude besser abziehen konnte. Ebenfalls sollte von der Drehleiter aus der gesamte, doch stark verwinkelte Gebäudekomplex beobachtet werden.

Der Angriffstrupp hatte zwischenzeitlich die erste Person aus dem Gebäude gebracht und an den Rettungsdienst übergeben. Auch die zweite Person wurde kurz darauf gefunden. Allerdings baute bei deren Rettung einer der Atemschutzgeräteträger ab. Der vor der Tür wartende Sicherheitstrupp wurde eingesetzt, um die drei Personen rauszuholen.

Da von der Drehleiter aus eine massive Rauchentwicklung im hinteren Bereich des ehemaligen Marktes festgestellt wurde, galt es, eine Riegelstellung an der Rückfront aufzubauen, um gegebenenfalls benachbarte Gebäude schützen zu können. Auf der Vorderseite waren nun alle Personen aus dem Gebäude raus und der zweite Angriffstrupp konnte zur Brandbekämpfung eingesetzt werden. Nachdem auch der Brand gelöscht war, hieß es: Übungsende. Die beiden Drehleitermaschinisten erklärten ihren Dieblicher Kameraden noch einiges zu der Drehleiter. Sie zeigten, was alles zu beachten ist, wenn die Drehleiter nachrückt und eingesetzt werden soll, und welche Unterstützung von den örtlichen Kameraden gebraucht wird. Nachdem alle Fahrzeuge wieder aufgerüstet waren, ging man zum gemütlichen Teil über. Wehrführer Björn Diehl zog ein durchweg positives Resümee dieses Übungstages. Er bedankte sich bei allen, die bei der Vorbereitung und Durchführung unterstützt hatten. Sein besonderer Dank galt den beiden Drehleitermaschinisten aus Kobern. Er lobt das gute Verhältnis und die gute Zusammenarbeit mit den Kameraden von der anderen Moselseite. Abschließend gab es für alle noch etwas zu Essen und man saß noch ein wenig in gemütlicher Runde zusammen.

Übungen am laufenden Band

Starke Rauchentwicklung und Personen im Gebäude hielten die Wehrleute in Atem. Fotos: privat

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