Allgemeine Berichte | 28.03.2022

Ukraine-Krieg: So ist die Lage der Flüchtlinge in der VG Mendig

Knapp 80 Registrierungen vier Wochen nach Kriegsbeginn

Willkommensflyer für die ukranischen Flüchtlinge liegen bereit. Foto: VG Mendig

VG Mendig.Seit dem Ausbruch des Krieges fanden bereits knapp 80 Flüchtlinge dank der großen Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung Unterkünfte in der Verbandsgemeinde Mendig. In den nächsten Tagen und Wochen wird der Bedarf an Wohnraum voraussichtlich weiter ansteigen.

„Die vor uns liegende Aufgabe der Betreuung und Integration kann nur mit großem Engagement im Ehrenamt bewältigt werden. Dafür gilt allen bereits heute eingebundenen freiwilligen Helferinnen und Helfern mein herzlicher Dank! Bürgerinnen und Bürger sowie Organisationen, die helfen wollen, können sich jederzeit an das Rathaus wenden“, sichert VG-Bürgermeister Jörg Lempertz auch weiterhin die unbürokratische Unterstützungsleistung der Verwaltung zu.

Die Verbandsgemeinde hat aus diesem Grund eine zentrale Anlaufstelle im Rathaus unter der Telefonnummer 02652/9800-37 oder per E-Mail fluechtlingshilfe@mendig.de eingerichtet. Gleich zu Beginn der Flüchtlingswelle wurde die im Sozialbereich jahrelang erfahrene Mitarbeiterin Andrea Sesterhenn als Kopf des Verwaltungsteams eingesetzt. Als Flüchtlings-Koordinatorin für die Verbandsgemeinde Mendig berichtet sie aus ihrem umfassenden Aufgabengebiet: „Hilfe brauchen derzeit in erster Linie Mütter und Kinder oder Ältere, die das Gros der Flüchtlinge stellen. Seit Beginn der Flüchtlingsaufnahme konnten wir bislang alle uns bekanntgewordenen Flüchtlingen registrieren und in privatem Wohnraum unterbringen. Zu den Aufgaben zählen unter anderem eine oftmals mit Sprachbarrieren verbundene Erstberatung, die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt, die Beantragung der Krankenhilfe beim Kreis sowie die Auszahlung von Asylbewerberleistungen.“

Die Arbeit erfordere viel Organisationstalent, ein hohes Maß an Flexibilität und nicht zuletzt viel Einfühlungsvermögen, da die Geflüchteten nahezu alle von ihren traumatischen Erfahrungen berichten. Ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit sei die Vernetzung zwischen Geflüchteten, ehrenamtlichen Helfern und örtlichen Hilfsorganisationen, so Sesterhenn.

Bürgermeister Lempetz lobt die hervorragend funktionierende Zusammenarbeit zwischen seinem Verwaltungsteam und dem Kreis: „Die Situation ist für unser Team im Teilbereich Soziales sehr herausfordernd. Ich bin daher dankbar für den engagierten Einsatz des Teams und die großartige Unterstützung aus der Bevölkerung. Nicht nur die Wohnungsvermittlung ist bisher in allen Fällen gelungen, sondern darüber hinaus konnten binnen kürzester Zeit den Geflüchteten konkrete Angebote für Sprachkurse unterbreitet und ein kostenloses ÖPNV-Angebeot ermöglicht werden. Sprachförderung und Mobilität sind zwei essenzielle Bausteine, damit Integration gelingt, denn keiner wisse derzeit, wie lange die Menschen hierbleiben.“

Bei der Bewältigung der enormen zusätzlichen Aufgaben sieht Lempertz indes das Land in der Pflicht nachzusteuern. Insbesondere eine finanzielle und personelle Unterstützung sei dringend erforderlich, wenn die erwarteten Prognosen einträten.

Die sogenannte „Massenzustrom“-Richtlinie 2001/55/EG ist mit Beschluss vom 4. März 2022 in Kraft getreten. Damit gilt in allen EU-Mitgliedstaaten das gleiche unbürokratische Verfahren zur Aufnahme von Kriegsflüchtlingen. Auch wird der Weg für die Erteilung eines humanitären Aufenthaltstitels für die Geflüchteten aus der Ukraine geebnet. Die Schutzsuchenden erhalten auf diese Weise eine Aufenthaltserlaubnis, ohne ein Asylverfahren durchlaufen zu müssen. In der Folge haben die Vertriebenen aus der Ukraine Zugang zu Arbeit, Bildung, Sozialleistungen und medizinischer Versorgung.

Pressemitteilung

Verbandsgemeinde Mendig

Willkommensflyer für die ukranischen Flüchtlinge liegen bereit. Foto: VG Mendig

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