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Baustellenbesichtigung in der Koblenzer Kläranlage

Umrüstung zu einer energieautarken Anlage ist gestartet

06.12.2016 - 15:54

Koblenz. Das zweitgrößte Kommunal-Klärwerk in Rheinland-Pfalz in Koblenz ist auf dem Weg, eine energieautarke Kläranlage zu werden. Im Koblenzer Klärwerk werden die Abwässer der Stadt Koblenz, der Verbandsgemeinde Vallendar und eines Zweckverbands gereinigt. Die aktuelle Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag den Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Verwertung von Klärschlamm beschlossen. Ebenso soll Phosphor zurückgewonnen werden. Dazu braucht es aber einen erheblichen Einsatz von Energie. Seit dem vergangenen Jahr wird in der Koblenzer Kläranlage der Klärschlamm wirkungsvoll getrocknet. Nun soll die nächste Stufe, die Vergasung des Klärschlamms, eingeleitet werden. Um sowohl die Reinigungsleistung zu erhöhen und den dafür nötigen externen Energieaufwand zu reduzieren, wird das Klärwerk zu einer energieautarken Anlage umgerüstet. So wurde nun ein Klärschlammvergaser angeliefert, und Baudezernent Bert Flöck unternahm eine Baustellenbesichtigung, bevor diese mit einer Werkhalle überbaut wird.


Klärgas hat hohen Heizwert


Zunächst gab es aber eine theoretische Einführung in die neue Anlage, bevor es dann auf die eigentliche Baustelle ging. Bei der Reinigung von Abwasser fällt Klärschlamm an, dessen organische Substanz in den Faulbehältern anaerob abgebaut wird. Dabei entsteht Klärgas mit hohem Heizwert, das in drei Blockheizkraftwerken (BHKW) energetisch verwertet wird. Mit dem 85 Grad heißen Kühlwasser der BHKW wird der Klärschlammtrockner beheizt. Der getrocknete Klärschlamm verliert zwei Drittel seines Gewichts und kann dann der nun im Aufbau befindlichen Klärschlammvergasungsanlage zugeführt werden. Bei etwa 900 Grad entsteht ein Synthesegas, das in einem noch zu bauenden Synthesegas-BHKW zu Strom und Wärme umgesetzt werden kann. Die Wärme aus diesem BHKW wird zur Speisung des Hochtemperaturteils im Trockner verwendet. Die Restwärme aus dem Trocknungsprozess wird in das Kläranlagen-Wärmenetz zurückgeführt und beheizt dort die Faulbehälter und Betriebsgebäude und zusätzlich zwölf Betriebswohnungen. Das bei der Klärschlammvergasung zurückbleibende Granulat enthält lebenswichtigen und endlich vorkommenden Phosphor, der später in einer geeigneten Anlage zurückgewonnen werden soll.


Förderung durch die EU


Mit den Anlagenkomponenten Trockner, Vergaser und SynGas-BHKW soll das Klärwerk Koblenz nicht nur entsprechend der gesetzlichen Vorgaben den Klärschlamm energetisch und stofflich verwerten, sondern auch energetisch marktunabhängiger werden. Die Stadtentwässerung Koblenz beteiligt sich seit 2010 an dem von der EU geförderten Programm „LIFE+“. Damit soll die Kläranlage in einen „energieautarken Betrieb“ überführt und zum Leuchtturmprojekt für gleichartige Anlagen werden. Das Projektbudget wird bis Ende 2017 zurzeit auf einen Betrag von 16.076.658,00 Euro beziffert. Der offizielle Startschuss soll dann im September 2017 erfolgen. US

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07.12.2016 10:45 Uhr
Uwe Klasen

Bei allem Wahlkampfgetöse, was haben die Menschen der angeschlossenen Städte und Gemeinden davon? Wird dadurch das zu entrichtende Entgelt für das Abwasser reduziert? Vermutlich nicht, da die Stadt Koblenz aktuell Steuererhöhungen plant.
Ach ja, und die sogenannten "Zuschüsse" wurden auch aus Steuergeldern generiert, ergo müsste der Preis sich reduzieren, die Bürger haben diese Investition ja selbst gezahlt und sollten den daraus entstehenden finanziellen Vorteil auch spüren!



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Uwe Klasen:
Dazu zwei Zitate: "Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt." Immanuel Kant (1724-1804) ----- "Die Freiheit besteht darin, daß man alles das tun kann, was einem anderen nicht schadet." Matthias Claudius (1740-1815)
juergen mueller:
Mein lieber Herr Oster - falls Sie es noch nicht wissen,auf Ihrer Sommertour zu schnell unterwegs sind u.dabei den Blick für Wesentliches nicht haben - nicht nur Studierende leiden unter Wohnungsmangel.Sie werden sicherlich davon gehört haben,wie es auch gerade mit sozialem Wohnungsbau bei uns aussieht - beschissen.WARUM? Da fragen Sie mal unsere Stadtpolitik,die sich zwar immer auf KOBLENZ als Universitäts- u.Hochschulstandort beruft,mit ihrem Ruf nach (noch) mehr Studierenden aber offensichtlich nicht in der Lage ist,diesem mit einem vorhandenen Wohnungsmarkt gerecht zu werden. Das ist alles andere als "erfrischend". Nicht immer die oberste Schublade aufmachen,sondern auch einmal die unterste,in der "sozial Schwache" ihr dasein fristen. Bedauerlicherweise hat in unserer Stadt der soziale Aspekt anscheinend KEINE Lobby.
Wally Karl:
Wenn man so die Mitglieder der Projektgruppe auf dem Bild sieht, kann man nicht den Eindruck gewinnen, das sie für ihr Handeln und die sich für die Stadt Neuwied daraus ergebenen finanziellen Dauerbelastungen auf Jahre hinaus verantwortlich einstehen wollen oder können. Das heißt, ihr kurzsichtiges Handel trägt der Steuerzahler ohne je gefragt worden zu sein.
Uwe Klasen:
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