Allgemeine Berichte | 20.02.2025

Lebensberatung Cochem bietet Ratsuchenden Hilfe – online und in Präsenz

„Unterstützung in herausfordernden Situationen“

Cochem. „Mehr Ressourcen, mehr Personal, um noch mehr anbieten zu können“, die Antwort auf die Frage, was sie sich für ihre Arbeit wünsche, kommt Esther Thönnes schnell über die Lippen. „Es kann einen Unterschied machen, ob wir zeitnah eine Beratung anbieten können oder ob der Ratsuchende einige Wochen warten muss.“ Dadurch könnten sich Folgeprobleme ergeben, die man vermeidet, wenn man schnell reagiert. Thönnes ist Sozialpädagogin und Psychologin. Sie leitet seit 2020 die Lebensberatung des Bistums Trier in Cochem, einen Ort, an dem Beratende gemeinsam mit den Ratsuchenden die Probleme meistern.

Lebensberatungsstellen im Bistum Trier gibt es seit 1953. Hintergrund sind Vorgaben des achten Sozialgesetzbuchs, wonach die Landkreise Beratungsleistungen vorhalten müssen. Damit beauftragen sie die Lebensberatungen. In Rheinland-Pfalz passiert das an 14 und im Saarland an sechs Standorten. Psycholog*innen und Pädagog*innen beraten dort unabhängig von Religion, Weltanschauung und Nationalität. Die Beratung ist für Ratsuchende freiwillig, vertraulich und kostenfrei.

„Lebensberatung bedeutet für mich, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in unterschiedlichen Settings, sei es als Paar, Familie, Eltern oder auch einzeln, einen geschützten Raum anzubieten, in dem wir in Krisen und herausfordernden Situationen Unterstützung geben“, sagt Thönnes. „Wir begegnen Menschen mit Verständnis, geben Impulse, bieten einen Perspektivwechsel an, teilen Fachkenntnisse und begleiten in der Lösungsfindung.“ 1.161 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen hat die Lebensberatungsstelle in Cochem 2023 mit Rat und Hilfe zur Seite gestanden. Zusätzlich nahmen 284 Menschen an virtuellen Elternabenden, Schulungen für Fachpersonal und offenen Sprechstunden teil.

Sie würden zunehmend mit komplexeren Krisen konfrontiert, in Familien aber auch bei Einzelnen. „Es gibt zwar noch die ‚klassische Erziehungsberatung‘, aber sogenannte Multi-Problem-Fälle dominieren leider unsere Arbeit“, sagt Thönnes. „Hierunter sind dann auch viele Menschen, die im Zwangskontext zu uns finden und vom Jugendamt oder einem Gericht an uns verwiesen werden.“ Bedingt durch die Komplexität arbeite die Lebensberatung eng in Netzwerken vor Ort und biete auch Fallberatung für Erzieherinnen und Erzieher sowie die Beratung zur Einschätzung von Kindswohlgefährdung für Fachleute an.

„Corona war sicher ein Einschnitt: die Ausgangsbeschränkungen, die verlorenen Kontaktmöglichkeiten und auch die Krankheit selbst. Auch deswegen haben wir verstärkt Kinder und Jugendliche mit Angst und Depression“, sagt Thönnes. „Und ich glaube, dass dieses Thema bleiben wird.“ Wer als Kind wegen Corona nicht in die KiTa gehen konnte, der nehme diese Erfahrungen auch mit in seine Jugendzeit. Eine weitere Entwicklung ist es sicher, dass Probleme nicht nur komplexer wurden, sondern auch diverser. Es geht um unterschiedliche Identitäten, Religionen, sexuelle Orientierungen oder auch unterschiedliche kulturelle Hintergründe.

„Dabei geht es nicht nur um die Sprache, was an sich kompliziert genug ist, wenn Beratungen mit Dolmetscher durchgeführt werden müssen. Manchmal ist unsere Form einer Familienberatung in anderen kulturellen Kontexten nicht bekannt oder akzeptiert.“ Neu sei auch das Online-Angebot. Auch das komme aus der Coronazeit, bleibe aber, da es etwa bei Konflikten hilfreich sein kann, wenn die Streitenden nicht in einem Raum seien. Auch für Elternabende könne das Sinn machen.

„Für uns ist es ein Erfolg, wenn die Menschen, die zu uns kommen, unsere Arbeit als Bereicherung für ihr Leben, ihr Denken und Handeln sehen und bei uns eine positive Wendung erfahren“, sagt Thönnes und fügt hinzu: „Selbst, wenn sie das für sich selbst erst nach Jahren erkennen.“

Die Beratungsstelle Cochem hat ihren Sitz in der Moselstraße 23 und ist montags bis freitags erreichbar unter Tel. (0 26 71) 77 35, per E-Mail an sekretariat.lb.cochem@bistum-trier.de, sowie im Internet auf www.cochem.lebensberatung.info. Pressemitteilung des

Bistums Trier

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