Allgemeine Berichte | 31.10.2016

Vortrag des Fördervereins zur Renovierung der Martinskirche über Ostpreußen

Ute Brand-Berg nimmt Zuhörer mit

Bad Ems. Wer kennt heute noch Ostpreußen? Königsberger Klopse vielleicht oder Tilsiter Käse - aber sonst? Immerhin hat dieses ehemalige Ordensland, das vor 450 Jahren an die Kurfürsten von Brandenburg kam, diesem politisch aufstrebenden Land seinen Namen gegeben: Preußen.

Nach 1945 - von der russischen Armee besetzt - wurde Ostpreußen aufgeteilt: der Süden, die Masurische Seenplatte, kam an Polen, während der Nordteil Russland zugeschlagen wurde.

Ab 1948 durch Flucht und Vertreibung seiner deutschen Bevölkerung beraubt, wurden Menschen aus der gesamten Sowjetunion dort eingesiedelt, vor allem aus Litauen, dem Ural oder aus der Ukraine.

Bis zur Wende 1990 war der russische Teil Ostpreußens militärisches Sperrgebiet. Als es sich für Ausländer öffnete, reisten viele ehemalige Ostpreußen in ihre einstige Heimat und begaben sich auf Spurensuche. Auch Ute Brand-Berg, zwar Bad Emserin, fuhr 1994 in das Land, aus dem ihr im Krieg gefallener Vater stammte.

Aus der Spurensuche wurde schließlich so etwas wie eine zweite Heimat. Seit 2001 hat sie sich der Landsmannschaft Ostpreußen, Kreis Elchniederung, angeschlossen und besucht, wenn möglich, diesen Teil des Landes, jetzt nicht mehr auf Spurensuche, sondern in humanitärer Mission.

Eine kleine Gruppe aus der Landsmannschaft betreut dort in zwei Orten die Schule, den Kindergarten, zwei Krankenstationen, die einzige medizinische Betreuung im Umkreis von 50 Kilometern.

Dazu kommen enge Verbindungen zu dem ostpreußischen Museum und zu der evangelischen Gemeinde in Heinrichswalde, heute die größte Stadt des Landkreises. Dort gibt es auch ein Waisenhaus, das von zwei deutschen Diakonissen seit mehr als 25 Jahren betreut wird. Besonders am Herzen liegt Brand-Berg aber auch ein bedeutendes Denkmal: die Kirchenruine von Rauterskirch, erbaut in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts als Oktogon.

In ihrem Vortrag am Donnerstag, 10. November, um 19 Uhr im Gemeindehaus an der Evangelischen Martinskirche in der Marktstraße wird Brand-Berg ihre Zuhörer mitnehmen in dieses „unbekannte“ Land und ihre Arbeit in der Elchniederung vorstellen (mit Lichtbildern).

Es handelt sich um eine Veranstaltung des Fördervereins zur Renovierung der Martinskirche. Ein Eintritt für diesen Vortrag wird nicht erhoben. Spenden sind aber willkommen.

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