Kooperation teils verstärkt, teils aufgelöst
Veränderungen in der Musikbespielung
Arp Museum Bahnhof Rolandseck weitet die Zusammenarbeit mit der Villa Musica aus und löst sich von der Johannes-Wasmuth-Gesellschaft
Rolandseck. Musik spielt neben der Kunst in Rolandseck seit den Anfängen des Künstlerbahnhofs Rolandseck in den 1960er Jahren eine große Rolle. Ab Januar 2020, so teilt das Arp Museum Bahnhof Rolandseck mit, wird die bestehende Kooperation mit der Villa Musica ausgeweitet.
„Mit der Villa Musica arbeiten wir nun schon seit Jahren im Rahmen des Rheinvokal-Festivals erfolgreich zusammen. Ab 2020 erweitern wir das und gestalten unser gesamtes Konzertprogramm gemeinsam mit der künstlerischen Leitung der Villa Musica“, erklärt Museumsdirektor Oliver Kornhoff. Als Richtung gibt er an: „Dabei soll es noch mehr als bisher inhaltliche Bezüge des musikalischen Programms zu den Ausstellungen des Museums geben“. Geplant sind zunächst etwa zehn Konzerte pro Jahr mit einem engen Bezug zu den Ausstellungen des Museums.
Kulturstaatssekretär in Rheinland-Pfalz Salvatore Barbaro, zugleich Vorstandsvorsitzender sowohl der Landes-Stiftung Arp Museum Bahnhof Rolandseck wie auch der Landesstiftung Villa Musica, unterstützt es, „natürlich sehr, dass diese beiden landesunmittelbaren Exzellenzinstitutionen in den Bereichen Bildende Kunst und Musik in Zukunft noch mehr kreative Synergien bilden werden“.
Für die Villa Musica sei es wichtig neue Impulse für die Zukunft zu entwickeln, so auch eine produktive und programmatische Verzahnung von Bildender Kunst und Musik, betont Professor Alexander Hülshoff, Stellvertretender Vorsitzender und Künstlerischer Leiter der Landesstiftung Villa Musica. Er erläutert: „Wir sind stolz darauf, dabei eine so renommierte Institution unterstützen zu können. Mit unseren internationalen Spitzenkünstlern, die zusammen mit Stipendiaten und Stipendiatinnen in unserer Villa Musica Kammermusik-Akademie Schloss Engers spannende und faszinierende Programme erarbeiten, sind wir dafür der ideale Partner.“
Vertrag nicht verlängert
Ein bisheriger Partner für das musikalische Standbein des Museums, die Johannes-Wasmuth-Gesellschaft, hat das Nachsehen bei der geplanten ausschließlichen Zusammenarbeit des Museums mit der Villa Musica. Claudia Seiffert, stellvertretende Leiterin der Museums, bestätigt: „Der Kooperationsvertrag mit der Wasmuth Gesellschaft läuft zum 31.12.2019 aus und wir kooperieren ab 2020 mit der Villa Musica.“
Die 2. Vorsitzende der Johannes-Wasmuth-Gesellschaft Susanne Gundelach berichtet auf Anfrage, der Vorstand des Vereins sei am Mittwoch „in einem Fünf-Minuten-Gespräch darüber informiert worden, dass der Vertrag mit der JWG nicht verlängert wird“. Die Presseerklärung des Arp Museums sei gleich darauf an die Medien gegangen, „ohne uns einzubeziehen“. Gundelach stellt fest, die Johannes-Wasmuth-Gesellschaft habe „die fünf Jahre den Vertrag erfolgreich erfüllt mit etwa der Hälfte des ursprünglichen Budgets, darum war der extreme ehrenamtliche Einsatz von vielen Mitgliedern existenziell notwendig und er wurde auch mit Freuden geleistet.“
HG
