Neue Ausstellung des Fördervereins Mahnmal Koblenz
Verfolgung jüdischer und politischer Emigranten in Frankreich
Koblenz. In diesen ersten Wochen und Monaten des Jahres 2022 geht das Gedenken zurück an den beginnenden Völkermord an den Juden Europas vor 80 Jahren. Ein Markstein auf dem Weg in den Holocaust war die sog. Wannsee-Konferenz. Am 20. Januar 1942 wurde am Großen Wannsee in Berlin die bereits beschlossene „Endlösung der europäischen Judenfrage“ in ihrem Ablauf und ihrer Organisation besprochen und erörtert, dass „im Zuge der praktischen Durchführung der Endlösung Europa vom Westen nach Osten durchgekämmt (wird).“
Während die Deportationen aus Deutschland sehr gut aufgearbeitet und weitgehend bekannt sind, ist das Wissen um die Verschleppungen aus dem übrigen Europa eher gering. Und dabei gehörten zu den aus allen Teilen Europas Deportierten nicht nur die einheimischen, sondern auch zahlreiche aus Hitler-Deutschland geflohene Juden.
Deshalb hat der Förderverein Mahnmal Koblenz aus Anlass der 80. Wiederkehr der Deportationen eine Ausstellung erarbeitet, die das Schicksal der nach Frankreich geflüchteten Juden darstellt. Das Fluchtland Frankreich wurde ausgewählt, weil viele von ihnen, früher oder später, in dieses „klassische Asylland“ emigrierten.
Noch weniger bekannt als das Schicksal der nach Frankreich geflohenen und dann von dort deportierten deutschen Juden ist das der politischen Emigranten. Sie wurden zu Beginn des Zweiten Weltkrieges als „gefährliche“ oder „unerwünschte“ Ausländer interniert und vielfach „auf Verlangen“ der deutschen Besatzer denen ausgeliefert. Anschließend sperrte man sie in deutsche Konzentrationslager oder – nach einem Prozess wegen Hochverrats vor dem Volksgerichtshof – in Zuchthäuser.
Beide Opfergruppen werden in der Ausstellung exemplarisch an 15 Einzelbiografien oder solchen von Familien aus Koblenz und Umgebung dargestellt. So sind 15 Lebensbilder von ehemaligen Nachbarn entstanden, die der Verfolgung durch Hitler-Deutschland entgehen wollten – und dann doch meist von Holocaust, Verfolgung und Tod eingeholt wurden. Der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Joachim Hennig, der die Ausstellung erarbeitet hat, führt mit einer eingehenden Einleitung zur Situation der Emigranten im damaligen Frankreich in die Ausstellung ein.
Die Ausstellung ist auf Personentafeln erstellt und kann beim Förderverein Mahnmal ausgeliehen werden. Da sie wegen der Corona-Beschränkungen bisher noch nicht präsentiert werden konnte, ist sie jetzt auf der Homepage des Fördervereins Mahnmal Koblenz virtuell zu sehen: www.mahnmalkoblenz.de – auf der Startseite links unten bzw. beim Smartphone am Ende bei „Aktuelle Informationen von 2022“ weiterklicken.
Pressemitteilung des
Förderverein Mahnmal Koblenz
