Allgemeine Berichte | 09.07.2019

Traditionelles Wein- und Burgenfest in Kobern-Gondorf

Vergnügliche Stunden mit neuen Weinmajestäten rund um den Tatzelwurm

Ein Wochenende im Zeichen der Verbundenheit zur Heimat und dem Wein

Viele Weinmajestäten aus der Regiongratulierten den neuen Koberner Weinrepräsentantinnen. Fotos: EP

Kobern-Gondorf. Den Wartenden im historischen Ortskern bot sich ein wunderschönes Bild, als sich der Zug mit amtierenden und designierten Weinmajestäten – unter ritterlicher Begleitung von Burggraf Nils und Knappe Peter – dem Marktplatz näherte. Auch viele Weinmajestäten aus der Region waren zu Gast, um sich die bevorstehende Krönung nicht entgehen zu lassen. Die hübschen Damen mit ihren prachtvollen Gewändern waren ein toller und bezaubernder Anblick. Gemeinsam mit den Kobern-Gondorfer Vereinen, den Lehmer Razejunge, dem Musikverein Kobern und dem Männerchor, versammelten sich alle vor der Bühne und warteten gespannt auf das Kommende.

Die erste Vorsitzende des ausrichtenden Vereins Weinfreunde Kobern-Gondorf e.V. Katharina Dötsch begrüßte die Gäste, unter ihnen der Schirmherr des Wein- und Burgenfestes Ortsbürgermeister Michael Dötsch, der Bundestagsabgeordnete Josef Oster, Werner Merkenich in Vertretung des Verbandsbürgermeister Bruno Seibeld und die Kreisbeigeordnete Judith Lehnigk-Emden als Vertreterin des Landrates Dr. Alexander Saftig. „Das Weinfest in Kobern-Gondorf hat Tradition, lebt von toller Musik, gutem Wein und Menschen, die hinter dieser Veranstaltung stehen“, sagte Katharina Dötsch, machte auf die arbeitsintensive Organisation des Festes aufmerksam und bedauerte das mangelnde Verständnis einiger: „Oft genug wird genörgelt, weil der Blick auf den eigenen Belangen ruht. Wir versuchen, es allen so recht wie möglich zu machen und sind immer für Verbesserungsvorschläge offen. Sie sind herzlich dazu eingeladen, sich aktiv ein zu bringen.“

Vier Jahre zuvor, nach Jahren ohne Weinmajestäten, hatte Katharina Dötsch mit drei Freundinnen diese Tradition mit viel Engagement wieder belebt. Ausschlaggebend war für sie die Liebe zu ihrer Heimat: „Heimatliebe bedeutet für mich aber auch, die Veranstaltungen unserer Heimat mit zu feiern, zu besuchen und so am Leben zu halten. Ich lade alle dazu ein, an diesem Wochenende unsere Heimat, die Liebe und die Verbundenheit zu Burgen und dem Wein zu feiern!“

Sie machte auf das dreitägige abwechslungsreiche Programm mit vielen Höhepunkten aufmerksam. Das erste Highlight sollte schnell folgen, doch zunächst galt ihr Dank der scheidenden Weinkönigin Julia und den Prinzessinnen Katrin und Nicola. Über das Engagement der neuen Weinmajestäten freute sie sich besonders, denn es gewährleistet die Fortführung der Tradition, sie sagte ihnen von Seiten des Vereins jegliche Unterstützung zu. Auch Ortsbürgermeister Michael Dötsch hieß die Gäste willkommen, wobei vorrangig sein besonderer Willkommensgruß den scheidenden Weinmajestäten galt: „Ich habe Euch gesehen, wie Ihr Euer Amt wahrgenommen habt, wie engagiert ihr den Ort und den Weinbau repräsentiert habt, wo Ihr Schwerpunkte gelegt habt und Kobern-Gondorf sowie den Weinbau in den Mittelpunkt rücken konntet. Und besonders schön ist es, die Weiterentwicklung von Euch in diesen beiden Jahren zu sehen. Das war mehr als nur „das Reifen eines Jahrgangs.“ An die designierten Weinmajestäten gerichtet sagte er: „Für Kobern-Gondorf dürfen wir uns freuen, Euch in den verschiedenen Funktionen als Repräsentanten des Weinbaus, der moselländischen Kulturlandschaft und der reichen Historie des Ortes wirken zu sehen. Und es ist bemerkenswert, wie Ihr Euch in jungen Jahren hier einbringt.“

Neue Weinkönigin gekrönt

Der Augenblick der Krönung kam näher, aber zuvor dankte Burggraf Nils der scheidenden Weinkönigin Julia Gries für die gemeinsame Zeit. Diese hatte Tränen in den Augen, als sie betonte: „Weinmajestät zu sein bedeutet mehr als Krone und Kleid zu tragen. Wir wollten die Menschen mit unserem Enthusiasmus für den Wein anstecken und das Bewusstsein für unsere Kulturlandschaft stärken.“ Gemeinsam mit ihren Prinzessinnen blickte sie auf die vergangenen zwei Jahre zurück und ließ die Menschen an dieser spannenden Zeit teilhaben. Mit dem Spruch „Der beste Wein ist der, den man mit Freunden trinkt“ wünschte sie den „Neuen“ tolle Erlebnisse und weinfrohe Stunden. Dann löste sie die Krone aus ihrem Haar und krönte damit das Haupt von Kerstin Hintersteiniger. Böllerschüsse begleiteten den Krönungsakt.

Die neue Weinkönigin ist 18 Jahre alt und Schülerin der 12. Klasse am Hilda Gymnasium in Koblenz. Sie beginnt demnächst eine Ausbildung als pharmazeutisch-technische Assistentin. Ihre beiden Prinzessinnen sind die achtzehnjährige Anne Blaeser und die neunzehnjährige Lorena Kochems. Erstere ist Schülerin der 12. Klasse des Eichendorff Gymnasiums in Koblenz. Lorena wird ab Oktober in Koblenz studieren. Beide sind aktive Mitglieder der Koberner Möhnen.

Die neuen Weinmajestäten erhoben ihre mit dem Majestäten Wein gefüllten Gläser und forderten die Gäste zum Anstoßen auf. Aus den Kehlen des Männerchors Kobern erklangen Weinlieder. In ihrem ersten Willkommensgruß dankte Weinkönigin Kerstin Julia für die Krone und bekräftigte, sie mit Würde zu tragen und jede Minute zu genießen. In ihrer Ansprache fand sie viele Worte über Freundschaft und Unterstützung, sowie den Wein, der verbindet. Dann gab sie die offizielle Eröffnung des Weinfestes bekannt. Und das Feiern rund um den Tatzelwurm nahm seinen Lauf. Mit dem Musikverein Kobern und gutem Wein verbrachten alle einen stimmungsvollen Abend.

Der nächste Tag des Weinfestes bot Naturbegeisterten die Gelegenheit, entlang des Tatzelwurm-Wanderweges Wein und Landschaft zu genießen. Um 16 Uhr öffneten die Weinstände in der Kulisse des historischen Marktplatzes. Eine Stunde später folgte die Überreichung des Leuchtpunktes „Koberner Schlossberg“, eine Auszeichnung des Landes Rheinland-Pfalz. Aus dem englischen St. Alban war der Mädchenchor „Loreto College Cantores“ angereist und zeigte seine Sangeskünste. Mit der Band „Noble Composition“ starteten die Festbesucher in eine lange Partynacht. Dem traditionellen sonntäglichen Hochamt in der Pfarrkirche St. Lubentius folgte ein Festumzug – begleitet vom Musikverein Kobern – zum Marktplatz. Der Möhnenverein „Fidele Frauen“ sorgte für ausreichend Kaffee und Kuchen, die Tänze der Mini-Möhnen und der Ki & Ka Kobern für Begeisterung. Bei der großen Verlosung lockte ein Hauptgewinn in Höhe von 250 Euro. Bevor Flo & Chris mit Live Acoustic Entertainment ihre große Show präsentierten, zeigte der Koberner Nachwuchskünstler Bastian Stein sein Talent.

Schön zu sehen, wie in Kobern-Gondorf junge Männer und Frauen ihre Heimatverbundenheit damit beweisen, dass sie mit Leidenschaft Traditionen bewahren und erhalten. Sie werden nicht müde sich zu engagieren, auch wenn sie für ihren Einsatz Opfer bringen müssen. EP

Mit der Krönung beginnt für die Weinkönigin Kerstin und ihre Prinzessinnen eine spannende, erlebnis- und genussreiche Zeit.

Mit der Krönung beginnt für die Weinkönigin Kerstin und ihre Prinzessinnen eine spannende, erlebnis- und genussreiche Zeit.

Nach dem offiziellen Teil kam für Schirmherr Ortsbürgermeister Michael Dötsch und seinen Gästen aus der Politik der gemütliche Teil.

Nach dem offiziellen Teil kam für Schirmherr Ortsbürgermeister Michael Dötsch und seinen Gästen aus der Politik der gemütliche Teil.

Viele Weinmajestäten aus der Region gratulierten den neuen Koberner Weinrepräsentantinnen. Fotos: EP

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