12. Aufführung der Theatergruppe Remagen
Verhältnis zwischen Mann und Frau beleuchtet
Melanie Schmickler begeisterte mit passenden Songs
Remagen. Das alles nicht immer so einfach ist im alltäglichen Zusammenleben in einer Ehe, ist wohl hinreichend bekannt. Und diesem Thema widmete sich die Theatergruppe Remagen um den Vorsitzenden und Regisseur Sebastian Schmickler in ihrer zwölften Aufführung am Freitag und Samstag in der Remagener Kulturwerkstatt des Fördervereins Altes Jugendheim Remagen unter dem Titel „Wir gehen zum Therapeuten - Wenn die Ehe doch nicht funktioniert“. Varietémäßig gemütlich mit guten Weinen und Imbiss hatte die Theatergruppe alles für die Gäste vorbereitet. Die Bühne und die Kostüme kamen im Stil der 70er Jahre daher. Den Auftakt machte Sebastian Schmickler als Moderator, der während der gesamten Aufführung wiederholt betonte, dass er immerhin auch schon ein gutes Jahr verheiratet sei. Seine Ehefrau Melanie eröffnete die Aufführung mit dem Song „Glitzer“ von Barbara Schöneberger, der ja letztlich darin gipfelt, dass der Ehemann mit einem Brillanten der Frau die größte Freude machen kann. Mit weiteren Gesangseinlagen, einmal mit Iris Radola und zwei mal mit Stand-Up-Comedy mit Sebastian Schmickler, begeisterte Melanie Schmickler zwischen den Sketchen. In acht Sketchen, die von herzhaften Lachern des Publikums begleitet wurden, ging es überwiegend um Mann und Frau und eine Menge Missverständnisse. Unter dem Titel das Ehepaar kamen Vanessa Passe und André Kauk auf die Bühne.
Und nach einer durchzechten Nacht des Ehemannes war sie gar nicht gut auf ihn zu sprechen. Ihre Frage nach seiner Vorstellung von einem romantischen Abend beantwortete er hinter seiner Zeitung lauernd mit der Bemerkung „Der Strom wird teuer“. Sofort kam die Retourkutsche mit „Wie gut, dass du keine große Leuchte bist“. Ihre Bemerkung, dass er früher schon froh gewesen sei, wenn er sie nur zwei Minuten gesehen habe, belegte er mit dem Konter „Daran hat sich auch nichts geändert“. Es wurde halt aneinander vorbei geredet und die Gäste amüsierten sich prächtig. Wie man sich im siebten Frühling fühlt und wie man sich fühlt, wenn der eine inkontinent und der andere dement ist, brachten Iris Radola und Gert Franke lebensnah auf die Bühne. Da war es gar nicht schlimm, dass sie statt der gewünschten zwei Kugeln Schokoladeneis zwei Würstchen geholt hatte. Köstlich auch der Sketch vom Therapeuten bei der Eheberatung. Ein ständiges aneinander vorbei reden von Therapeut und Ehepaar, gemimt von Gert Franke, Lucas Agen und Fabienne Reintgen, bei dem sich wirklich die Frage gestellt wurde, was macht glücklicher, der Therapeut oder ein Auftragskiller. Sie beschwerte sich, dass er nicht mehr seinen ehelichen Pflichten nachkomme und er wollte einfach nur noch eins, einfach nicht mehr wollen können. Um die Kernkompetenzen eines Mannes ging es unter dem Titel „Samenspende“ und den Schwierigkeiten mit dem dazu gehörigen Marmeladenglas. Super an kam auch der Loriot-Sketch „Die Eheberatung“ mit Gert Franke, Melanie Schmickler und Sebastian Schmickler. Was ein Mann sich alles anhören muss, wenn er die eigenen Kinder nicht zusammen kriegt, weil er so viel arbeitet und nie zu Hause ist, oder wenn eine Frau glaubt, nicht wichtig im Haus zu sein, und das alles mitten in der Nacht, im Ehebett und ohne eine Fluchtmöglichkeit“, das verbarg sich hinter dem Titel „Schläfst du schon“, prächtig gespielt von Vanessa Passe und André Kauk. Doch auch zwischen Männern können seltsame Missverständnisse sein, so wie beim „Schachspiel“ von Sebastian Schmickler und Gert Franke. Da geben Fragen nach dem Würfel fürs Schachspiel oder der „Dame“, die Konfektionsgröße 36 hat und in der Hose verschwindet, dem Schachspiel doch eine ungeahnte Wendung. Wenn dann noch die Produktionsbesprechung der Bauern kommt und der Tierschutz eingeschaltet werden muss, dann sind auch die Missverständnisse zwischen Männern perfekt. Das Publikum jedenfalls amüsierte sich köstlich bei den Sketchen und der ein oder andere bekam sicher einen Spiegel vorgehalten. Ein wenig lang war vielleicht die Moderation, bei der weniger hätte mehr sein können.
AB
Melanie Schmickler mit dem Song „Glitzer“.
