Frank Neupert referierte zum Raubmord im Bürgerhaus
Verhinderte Aufklärung eines Verbrechens
Nickenich. Zahlreiche Besucher konnte der erste Vorsitzende des Geschichtsvereins Nickenich, Henry Funk, zu einem interessanten Vortag im Burgtorsaal des Hotels Burgklause begrüßen. Thema war die Tragödie im Burgerhaus am 1. April 1946.
Frank Neupert vom Plaidter Geschichtsverein erläuterte seine umfangreichen Recherchen zu dem grausamen Raubmord vor 70 Jahren. Detailliert legte der Referent anhand von Zeugenaussagen, Polizeiberichten und Protokollen die damaligen Geschehnissen dar. Verblüfft mussten die Zuhörer zur Kenntnis nehmen, dass nach Lage der Indizien die Haupttäter mit ziemlicher Sicherheit identifiziert werden konnten. Trotzdem kam es zu keiner Gerichtsverhandlung, geschweige denn zu einer Verurteilung. Die politischen Verhältnisse unmittelbar nach Kriegsende und sogar noch bis in die 50er Jahre verhinderten die Aufklärung dieses ungeheuerlichen Verbrechens. Letztendlich mussten neun unschuldige Menschen ihr Leben lassen. Die Beute der Täter: Kleidungsstücke, ein Akkordeon, ein Radioapparat, ein elektrisches Bügeleisen und diverse Lebensmittel. Die lange Zeit verbreitete Ansicht, dass es sich bei dem mörderischen Überfall um einen Racheakt gehandelt habe, entbehrt nach allen Unterlagen jeglicher Grundlage. Alles in allem vermittelte Frank Neupert dem aufmerksamen Publikum einen denkwürdigen Abend, wobei hervorzuheben ist, dass alle seine Ausführungen nachvollziehbar belegt wurden. Im Übrigen sind die kompletten Nachforschungen Neuperts nachzulesen in den „Plaidter Blättern“ der Jahrgänge 2010 und 2011. Der Geschichtsverein Nickenich weist an dieser Stelle schon darauf hin, dass am Kirmessamstag. 27. August von 13 bis 18 Uhr und Kirmessonntag, 28. August von 11 bis 18 Uhr eine Fotoausstellung in der Kulturscheune stattfindet. Thema: Nickenicher Vereine und Schulklassen.
