Allgemeine Berichte | 24.04.2026

Verkehrsunfallbilanz der Polizei Remagen für das Jahr 2025

Symbolbild.  Foto: ROB

Remagen. Das Dienstgebiet der Polizeiinspektion Remagen umfasst die Städte Remagen und Sinzig sowie die Verbandsgemeinden Bad Breisig und größtenteils Brohltal. Auf einer Fläche von rund 200 Quadratkilometern werden mehr als 61.000 Einwohner betreut. Das Straßennetz beinhaltet neben innerörtlichen Verkehrsflächen etwa 60 Kilometer Bundesstraßen, über 100 Kilometer Landesstraßen sowie rund 60 Kilometer Kreisstraßen.

Im Jahr 2025 wurden im Zuständigkeitsbereich insgesamt 1.801 Verkehrsunfälle registriert (2024: 1.800). Die Gesamtunfallzahl ist damit nahezu unverändert. Innerhalb geschlossener Ortschaften ereigneten sich 1.281 Unfälle (-4,7 %), außerhalb 520 Unfälle (+14,0 %). Es zeigt sich eine Verlagerung hin zum außerörtlichen Bereich, die weiter analysiert wird. Häufigste Unfallursache war erstmals „andere Fehler beim Fahrzeugführer“ mit 44,2 %. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf eine geänderte statistische Zuordnung zurückzuführen, da bestimmte Fallkonstellationen seit 2025 dieser Kategorie zugeordnet werden. Klassische Auffahrunfälle werden weiterhin unter „mangelnder Sicherheitsabstand“ erfasst. Ein deutlicher Anstieg ist zudem bei der Unfallursache Ablenkung zu verzeichnen (24 Fälle; +166 %).

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden stieg auf 196 (2024: 176). Der Anteil an allen Unfällen beträgt 10,9 %. Insgesamt wurden 251 Personen verletzt oder getötet (+6,4 %), darunter zwei tödlich Verletzte (2024: 1), 28 Schwerverletzte (-17,6 %) und 221 Leichtverletzte (+10,0 %).

Bei den Verkehrsunfallfluchten wurden 378 Fälle registriert (-7,6 %). In 164 Fällen konnte der Verursacher ermittelt werden, was einer Aufklärungsquote von 43,4 % entspricht und eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr darstellt. Ein erheblicher Teil bleibt jedoch weiterhin ungeklärt.

In 38 Fällen (2,1 %) standen Alkohol oder andere berauschende Mittel im Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen, darunter neun Fälle mit nachgewiesenem THC-Einfluss.

Kinder, Jugendliche sowie Seniorinnen und Senioren gelten weiterhin als besondere Risikogruppen. Die Zahl der Unfälle mit Kinderbeteiligung (0 bis 14 Jahre) stieg auf 13. Dabei wurde kein Kind schwer oder tödlich verletzt; die Zahl der verletzten Kinder sank auf zehn (Vorjahr: 20). Schulwegunfälle wurden im Jahr 2025 nicht verzeichnet. Die Unfallbeteiligung junger Fahrender (18 bis 24 Jahre) ging auf 311 Fälle zurück (-8,8 %), während die Zahl der verletzten Personen in dieser Gruppe leicht auf 33 anstieg. Auffällig bleibt der hohe Anteil junger Männer unter den Hauptverursachern. Die Unfallbeteiligung von Senioren (ab 65 Jahre) erhöhte sich auf 469 Fälle (+8,8 %), die Zahl der verunglückten Senioren auf 41, darunter zwei tödlich Verunglückte.

Verkehrsunfallzahlen sind rückläufig

Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Rad- und Pedelecfahrenden sank auf 54 (-16,9 %), ebenso die Zahl der verunglückten Personen, wobei ein tödlicher Unfall registriert wurde. Dagegen stiegen die Zahlen bei motorisierten Zweirädern deutlich auf 41 Unfälle (+70,8 %) und 31 verunglückte Personen (+121 %).

Die Wildunfälle nahmen auf 255 Fälle zu und machen 14,2 % aller Verkehrsunfälle aus, insbesondere im außerörtlichen Bereich.

Die Hauptunfallursachen verteilen sich wie folgt: andere Fehler beim Fahrzeugführer (44,2 %), Wild auf der Fahrbahn (14,2 %), Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren (11,8 %), Abstand (9,2 %), Vorfahrt (6,0 %) und Geschwindigkeit (5,4 %). Insgesamt dominiert weiterhin menschliches Fehlverhalten das Unfallgeschehen.

Kommunen blitzen selber

Zur Verkehrsüberwachung wurden 25 Radarmessungen und 75 Lasermessungen durchgeführt. Dabei wurden 2.919 Verstöße durch Radarmessungen und 359 durch Lasermessungen festgestellt. Der Rückgang der Lasermessungen ist auf eine geänderte Zuständigkeitsverteilung zurückzuführen, da seit März 2025 die Kommunen Remagen und Bad Breisig innerorts eigenständig messen. Ergänzend führten kommunale Ordnungsbehörden 165 Messungen durch, bei denen 69.609 Fahrzeuge kontrolliert und 4.738 Verstöße festgestellt wurden.

Im Bereich Alkohol- und Drogenkontrollen wurden 36 Strafverfahren wegen alkoholbedingter Fahruntüchtigkeit, 24 Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstößen gegen die 0,5-Promille-Grenze sowie 53 Verfahren wegen Fahrens unter Drogeneinfluss eingeleitet.

Darüber hinaus wurden 349 Strafanzeigen wegen weiterer Verkehrsdelikte, 492 Bußgeldverfahren und 137 Verwarnungen ausgesprochen. Zudem wurden 342 Mängelberichte gefertigt.

Auch Prävention gehört dazu

Die präventive Verkehrssicherheitsarbeit wurde fortgeführt. Dazu gehörten zielgruppenorientierte Maßnahmen in Schulen und Kindertagesstätten mit Schwerpunkten auf Alkohol- und Drogenkonsum, Ablenkung und sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Rund 600 Grundschulkinder nahmen an der Radfahrausbildung teil, 444 Vorschulkinder an einem Fußgängertraining. Verkehrssicherheitsberater waren zudem bei Veranstaltungen und in Bildungseinrichtungen präsent.

Insgesamt bleibt die Unfalllage stabil. Handlungsbedarf besteht insbesondere bei Unfällen mit Personenschaden, im außerörtlichen Bereich sowie bei motorisierten Zweirädern. Positiv hervorzuheben sind die gestiegene Aufklärungsquote bei Unfallfluchten, der Rückgang schwerverletzter Personen und das Ausbleiben von Schulwegunfällen. Die Polizeiinspektion Remagen wird ihre Maßnahmen zur Verkehrsüberwachung und Prävention fortführen. Verkehrssicherheit erfordert weiterhin ein verantwortungsbewusstes Verhalten aller Verkehrsteilnehmer. ROB

Symbolbild. Foto: ROB

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