Allgemeine Berichte | 14.03.2018

Videoanalyse unterstützt Arbeit in Kitas

Bundesprogramm fördert Sprach-Kitas in Mayen-Koblenz

Fachberaterin für Kindertagesstätten Elisabeth Feilzer (vordere Reihe 1.v.r.) mit dem Leiter desMedien-Kompetenz-Netzwerkes Koblenz Günter Bertram (hintere Reihe 1.v.l.) und Teilnehmern der Veranstaltung zum Thema Videografie in der Kita-Arbeit.

KREIS MYK. Am Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ beteiligen sich 17 Kindertagesstätten (Kitas), aus dem Landkreis Mayen-Koblenz. Das Programm hat drei Schwerpunktelemente: die Förderung von alltagsintegrierter sprachlicher Bildung, die Zusammenarbeit mit Familien sowie die inklusive Pädagogik. Auch die gezielte Beobachtung und Dokumentation von kindlichem Sprachhandeln gehört zu den Aufgaben der Fachkräfte vor Ort.

Die optimierte videogestützte Beobachtung und Reflexion ermöglicht Fachkräften in den Kindertagesstätten das eigene Interaktionsverhalten zu überprüfen und künftige Gespräche und Handlungssituationen bewusster und dialogorientierter zu gestalten. Das wirkt sich positiv auf die Selbstaufmerksamkeit der Erzieher aus. Erzieher dienen als Vorbild für das Verhalten der Kinder. Auch kindliche Entwicklungsphasen lassen sich daher durch Videoaufzeichnungen objektiv und gewinnbringend analysieren. „Beim Auswerten des Filmmaterials geht es darum, mit Interesse und Neugier die wertvollen Potentiale von Gesprächsgelegenheiten in den Blick zu nehmen. Gelingende Momente der Beziehungsgestaltung zwischen Kindern, Eltern und Fachkräften gilt es, zukünftig bewusst und dialogorientiert anzustreben“ erläutert Elisabeth Feilzer, Fachberaterin für Kindertagesstätten von der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz. Videosequenzen haben sich als Grundlage für den Austausch mit den Eltern bewährt. „Das Bildmaterial ermöglicht eine konkrete und nachvollziehbare Elterninformation. Es gilt der Grundsatz: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, so Feilzer.

Um die Fachpraxis in den Sprach-Kitas des Landkreises Mayen-Koblenz durch diese Methode der Beobachtungsanalyse zu unterstützen, organisierte Elisabeth Feilzer eine dreigliedrige Fortbildungsreihe für Leitungspersonal der Modelleinrichtungen. In den Räumlichkeiten des Medien-Kompetenz-Netzwerks Koblenz lernten die Pädagogen unter fachkundiger Leitung von Günter Bertram in einem Workshop den praktischen Umgang mit einer Videokamera. Notwendiges Wissen zu Tonaufzeichnungen sowie Schneiden von einzelnen Videosequenzen zu einer zusammenhängenden Präsentation wurden vermittelt. Auch der Umgang mit aktueller Software und Apps zur Video- und Audiobearbeitung wurde gezeigt.

In einer darauf aufbauenden Veranstaltung beschäftigten sich die Teilnehmer mit verschiedenen Beobachtungsinstrumenten und den Grundaspekten der Videografie. Die didaktischen Arbeitsschritte und mögliche Herangehensweisen zur Einbindung dieser Methode in die praktische Arbeit der Kita sowie wichtige Informationen zum Datenschutz waren Schwerpunkte. Abgeschlossen wurde die Fortbildungsreihe mit einer Hospitation in einer Modell-Kita im süd-westlichen Rheinland-Pfalz, welche bereits seit einigen Jahren die videografische Beobachtung in ihre alltägliche Arbeit integriert hat und die besuchenden Fachkräfte an ihrem reichen Erfahrungsschatz teilhaben ließ.

„Im oftmals herausfordernden Kita-Alltag können verschiedene Aspekte dabei helfen, Interaktionen und Beziehungen mit Kindern in einer positiven Weise zu gestalten und eine sprachförderliche Umgebung zu schaffen. Die videogestützte Beobachtung und Analyse wurde den Teilnehmer als eine gute Möglichkeit zur Weiterentwicklung des professionellen Erziehungshandelns in Kindertagesstätten näher gebracht“, stellt Elisabeth Feilzer fest.

In den Workshops wurdeder Umgang mit Videoschnittsoftware gelernt.

In den Workshops wurde der Umgang mit Videoschnittsoftware gelernt.

Fachberaterin für Kindertagesstätten Elisabeth Feilzer (vordere Reihe 1.v.r.) mit dem Leiter des Medien-Kompetenz-Netzwerkes Koblenz Günter Bertram (hintere Reihe 1.v.l.) und Teilnehmern der Veranstaltung zum Thema Videografie in der Kita-Arbeit. Foto: Uli Feilzer

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