Allgemeine Berichte | 15.08.2025, 14:13 Uhr

Zwischenbilanz: Goetheanlagen gestaltet, Gärten angelegt und viele Begegnungen ermöglich

Viel erreicht, noch viel vor: 15 Jahre Quartiersmanagement

Quartiermanagerinnen Alexandra Heinz und Julia Frericks werden tatkräftig unterstützt von Ehrenamtler Eyad Sawas.Foto: Birgit Bayer
88

Neuwied. Vor 15 Jahren nahm das Quartiersmanagement (QM) „Soziale Stadt“ in der südöstlichen Innenstadt seine Arbeit auf – mit einem kleinen Büro in einer GSG-Wohnung, einer engagierten Quartiersmanagerin und einer großen Aufgabe: Das Viertel mit seinen aktuell 3.400 Bewohnern aus 70 Nationen sollte lebenswerter werden. Heute, ein Jahrzehnt und ein halbes später, zieht die Stadt Neuwied eine positive Zwischenbilanz: Es ist viel erreicht worden! Aber die Arbeit geht weiter.

Quartiersmanagerin Alexandra Heinz, seit Beginn mit Herzblut dabei, erinnert sich: „Unser erstes Projekt war der Stadtteilgarten. 17 kleine Parzellen, auf denen Menschen Gemüse anbauen können, die sonst keinen Garten haben. Den Garten gibt es noch immer – und er ist genauso beliebt wie am ersten Tag.“

Seit 2014 verfügt das QM über ein eigenes, modernes Gebäude mit Stadtteiltreff. Hier entstanden zahlreiche Projekte und Angebote, die das Miteinander fördern – von Sprachkursen über ein Repair-Café bis hin zu interkulturellen Begegnungen.

Auch städtebaulich hat sich viel getan. Das auslaufende Förderprogramm von Bund und Land zielte vor allem auf bauliche Maßnahmen: Der Spielplatz am Sandkauler Weg wurde unter Beteiligung der Kinder neugestaltet. Die größte und bekannteste Maßnahme ist die Umgestaltung der Goethe-Anlagen. „Sie sind heute eine grüne Oase mitten in der Stadt, ein großer Garten für alle“, freut sich Bürgermeister Peter Jung. Die von den Bürgern als Wunsch in die Planungen eingebrachte Fontäne ist vor allem im Sommer ein überaus beliebter Treffpunkt für Familien. Veranstaltungen wie der Creole-Sommer oder „R(h)ein chillen“ locken Besucher aus der ganzen Stadt und darüber hinaus.

Mehr Sicherheit, neue Freizeitangebote

Ein weiterer Schwerpunkt war es, Angsträume zu beseitigen: Unter der Brücke, die früher ein „Angstraum“ war, wie Alexandra Heinz es formuliert, sorgt heute ein modernes Lichtkonzept für mehr Sicherheit. Dort entstanden auch Fitnessgeräte und ein Basketballplatz, die täglich gut besucht sind – geschützt vor Regen und ideal für Sport zu jeder Jahreszeit.

Das QM versteht sich als Schnittstelle zwischen Bürgern, Verwaltung und Politik. Anfangs gab es Skepsis: „Manche dachten, ich sei vom Sozialamt und wolle kontrollieren“, erinnert sich Heinz. Durch viele Gespräche und sichtbare Verbesserungen wuchs das Vertrauen. Eine aktivierende Befragung zeigte früh die Bedarfe auf, vier Arbeitsgruppen erarbeiteten konkrete Projekte. „In der südöstlichen Innenstadt leben viele Menschen mit Unterstützungsbedarf. Das Quartiersmanagement ist hier ein wichtiger Stabilisator. Ohne diese Arbeit gäbe es viele Angebote gar nicht – und wir wollen das auf keinen Fall riskieren“, betont Bürgermeister Jung. Deshalb möchte die Stadt das QM auch nach dem Auslaufen der Förderung weiterführen. Das Personal ist ohnehin städtisch angestellt.

Sozialarbeit als Investition in die Zukunft

Rund 50 Projekte und Angebote laufen derzeit – viele davon von Vereinen, Initiativen, kirchlichen Einrichtungen und auch engagierten Bewohnern getragen, aber durch das QM, zu dem neben Alexandra Heinz auch Julia Frericks gehört, erst möglich geworden. Das Quartiersmanagement arbeitet eng mit Partnern wie der benachbarten Moschee, dem Friedensdienst „Eirene“, dem Mehrgenerationenhaus, der Diakonie und Sportvereinen zusammen. „Wir sind oft der Motor, der organisiert, vernetzt und Projekte auf den Weg bringt“, erklärt Heinz. Und Bürgermeister Peter Jung stellt fest, dass die Sozialarbeit im Quartier für ihn „kein Kostenfaktor, sondern gut angelegtes Geld“ ist.

Denn in den vergangenen 15 Jahren haben sich Nachbarschaften gebildet, neue Treffpunkte sind entstanden, Ängste wurden abgebaut. Und das QM kann schnell und kurzfristig reagieren. Zwei Beispiele: Während Corona wurden Impfaktionen im Bootshaus an den Goethe-Anlagen und in den Gebäuden der Moschee organisiert, in der Energiekrise sofort Beratungsangebote geschaffen. „Das Projekt ist unheimlich vielfältig. Es ist ein tolles Projekt“, bringt es Alexandra Heinz auf den Punkt.

Einblicke in die Arbeit des QM bietet auch ein Imagefilm, der abrufbar ist unter: www.neuwied.de/soziale-stadt.

Pressemitteilung Stadtverwaltung Neuwied

Quartiermanagerinnen Alexandra Heinz und Julia Frericks werden tatkräftig unterstützt von Ehrenamtler Eyad Sawas. Foto: Birgit Bayer

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Image Anzeige
Wir helfen im Trauerfall
 Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606 / Anzeige Heizung Fokus Q3
Heimat aktiv AW
Heimat aktiv AW
Empfohlene Artikel
Chancenpatin Caroline Albert-Woll begleitet seit 2024 eine Familie aus Syrien auf ihrem Weg in ein neues Leben in Deutschland. Aus ehrenamtlicher Unterstützung ist mittlerweile Freundschaft geworden - eine herzliche Begrüßung mit Umarmung inklusive.
29

In der Verbandsgemeinde Montabaur gibt es das Projekt der Chancenpatenschaften, das darauf abzielt, geflüchtete Familien in ihrem neuen Leben in Deutschland zu unterstützen. Diese Patenschaften bieten den Familien Hilfe bei Alltagsfragen und tragen entscheidend zur Integration bei. Das Projekt richtet sich an Geflüchtete in der Region, steht aber grundsätzlich allen offen, die Orientierung und Unterstützung im Alltag suchen.

Weiterlesen

Gruppenfoto im Wald
31

Der Kreiswaldbauverein/Forstbetriebsgemeinschaft (KWBV) hatte zu einem umfangreichen Waldbildungstag in die Engelsburg nach Hausen und anschließend zu einer Pflanzaktion auf den Malberg eingeladen. Nach der obligatorischen Begrüßung und Einführung in das Thema durch den Vorsitzenden Uwe Werner übergab dieser das Wort an Justus Schmidt, den bisherigen Betreuer für den Privatwald, der künftig für das Forstamt Kastellaun tätig sein wird.

Weiterlesen

Beim Waldbegang mit Revierförster Steffen Koch (Mitte) und Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher (hat hier fotografiert) informierten sich die Mitglieder der städtischen Gremien über die aktuelle Situation im Stadtwald, insbesondere nach dem Tornado im August.
44

Die Auswirkungen des Tornados auf den Stadtwald und die Entwicklung der geschädigten Flächen standen im Mittelpunkt eines Waldbegangs, an dem Mitglieder des Umweltausschusses, der AG Wald und des Montabaurer Stadtrates teilnahmen. Gemeinsam mit Revierförster Steffen Koch und Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher verschafften sich die Teilnehmer ein Bild von den durch den Tornado im August verursachten Schäden.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Der Ahrpegel in Bad Bodendorf
680

Bad Bodendorf. Der Ahrpegel Nr.8 am Sportplatz in Bad Bodendorf ist der letzte auf dem Weg der Ahr zur Mündung in den Rhein bei Kripp. Er wurde nach der Flut 2021 technisch auf den neuesten Stand gebracht. Die wechselnden Wasserstände (z.Zt 53cm) kann man jederzeit aktuell im INTERNET ansehen.Man sieht je nach Witterung interessante Verlaufsprofile.

Von Michael Zahrobsky aus Sinzig

Weiterlesen

Christuskirche vor der Sanierung
280

Christuskirche. Der Förderverein Christuskirche lädt seine Mitglieder zur bereits angekündigten außerordentlichen Mitgliederversammlung ein. Sie findet am 13. November um 18 Uhr im Gemeindesaal der Christuskirche statt. Der Vorstand bitte um zahlreiches Erscheinen, es geht nur um einen Tagesordnungspunkt von erheblicher Bedeutung: Die Auflösung des Vereins. Auf der letzten Jahreshauptversammlung kündigten...

Von Helmut Freise aus Andernach

Weiterlesen

Symbolbild.
110

Zusammenstoß nahe Kruft: Unfallbeteiligte verletzt

24.10.: Unfall mit Totalschaden auf der B256

Kruft. Am Samstag, dem 24. Oktober 2026, ereignete sich gegen 13:30 Uhr ein Verkehrsunfall auf der B256 in der Nähe der Ausfahrt Kruft/Nickenich. Nach bisherigen Ermittlungen fuhren zwei Fahrzeuge in entgegengesetzter Richtung auf der Bundesstraße.

Weiterlesen