Allgemeine Berichte | 12.08.2015, 08:26 Uhr

Apothekerkammer Nordrhein - Apothekerverband Nordrhein e.V.

Viele Medikamente gehören ins Gemüsefach

Falsche Lagerung führt zur Unwirksamkeit - Infos zu Kühlung und Transport

Viele Medikamente gehören in den Kühlschrank. ABDA
89

Rhein-Sieg-Kreis. Medikamente sollten grundsätzlich vor Hitze geschützt und eher kühl aufbewahrt werden. Viele Medikamente sind nur bei kühler Lagerung dauerhaft wirksam und gehören daher in den Kühlschrank. Ulrike Jüngel-Sandner, Pressesprecherin der Apotheker im Rhein-Sieg-Kreis, erklärt, welche Mittel das sind und warum das Gemüsefach der beste Platz für sie ist. „Ob ein Medikament kühl gelagert werden muss, steht in der Regel auf der Verpackung bzw. auf dem Beipackzettel. Im Beratungsgespräch weisen wir den Patienten auch darauf hin“, erklärt Ulrike Jüngel-Sandner. Der Vermerk „Im Kühlschrank lagern“ bedeutet, dass das Medikament konstant zwischen zwei bis acht Grad Celsius aufbewahrt werden sollte. „Idealerweise werden Medikamente, die in den Kühlschrank gehören, im Gemüsefach aufbewahrt. Hier herrscht die für Medikamente optimale Temperatur. Außerdem ist es relativ gleichmäßig kühl“, erläutert Ulrike Jüngel-Sandner.

„In der Ablage der Kühlschranktür sollten Arzneimittel keinesfalls gelagert werden, da dort durch das häufige Öffnen keine gleichmäßig kühle Temperatur herrscht. Wenn Medikamente zu warm gelagert werden, können sie ihre Wirkung verlieren. Problematisch ist, dass der Patient das aber nicht unbedingt sofort bemerkt. Er kann nicht wissen, dass seine Arzneimitteltherapie nicht mehr anschlägt, wenn Medikamente zu warm gelagert wurden“, warnt Ulrike Jüngel-Sandner.

Welche Medikamente in den Kühlschrank gehören

Zu den bekannten Medikamenten, die das ganze Jahr über im Kühlschrank aufbewahrt werden sollten, gehören zum Beispiel die verschiedenen Insuline. Auch für die meisten Impfstoffe, zum Beispiel gegen Hepatitis A/B oder Tetanus besteht Kühlpflicht. Ebenso müssen viele der sogenannten Biologicals, die beispielsweise gegen Rheuma oder Krebserkrankungen eingesetzt werden, dauerhaft gekühlt werden.

Kühlkette nicht unterbrechen

Bei Medikamenten mit dem Vermerk „Kühl lagern und transportieren“ darf die Kühlkette unter keinen Umständen unterbrochen werden. So müssen Patienten nicht nur zu Hause, sondern auch beim Transport von der Apotheke nach Hause dafür sorgen, dass die Medikamente gekühlt werden. Dafür eignen sich zum Beispiel Isoliertaschen oder Styroporbehälter. Ein direkter Kontakt zwischen Medikamenten und Kühlelementen sollte dabei unbedingt vermieden werden. Ein Einfrieren der Medikamente könnte deren Wirkung vermindern.

Beispiele für kühlkettenpflichtige Medikamente sind Impfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln oder Gelbfieber. Auch einige Dosieraerosole gegen Asthma sowie einige Glaukom-Augentropfen müssen ununterbrochen gekühlt werden. Im Jahr 2014 gaben die nordrheinischen Apotheken zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung mehr als 2,9 Millionen kühlpflichtige Medikamente ab. Das ermittelte das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI). Nicht erfasst hat das DAPI die Abgabe auf Privatrezept oder in der Selbstmedikation. Insgesamt dürfte die Zahl der kühlpflichtigen Medikamente daher noch höher liegen. Für etwa ein Drittel der 2,9 Millionen kühlpflichtigen Arzneimittel war zudem die Einhaltung der Kühlkette sicherzustellen.

Viele Medikamente gehören in den Kühlschrank. Foto: ABDA

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag
Ralf Schweiss
Dauerauftrag 2026
Anzeige Shi Service Wochen
Stellenanzeige Reinigungskräfte/Gärtner
Rund ums Haus Daueranzeige
Empfohlene Artikel
achtung baustelle
155

Meckenheim. In Meckenheim wird die Verkehrsführung auf der A565, zwischen den Anschlussstellen Meckenheim-Merl und Bonn-Hardtberg, im Rahmen der laufenden Fahrbahnsanierung angepasst. Ab dem heutigen Freitag, dem 16. Oktober, steht im Baustellenbereich in Fahrtrichtung Koblenz nur noch ein Fahrstreifen zur Verfügung. Diese Maßnahme wird voraussichtlich bis zum 13. November andauern.

Weiterlesen

9

Rheinbach. „Mit dem Verkehrsentwicklungsplan, dem Starkregen- und Hochwasserschutzkonzept, einer geänderten Stellplatzsatzung und der interkommunalen Zusammenarbeit bei der Geschwindigkeitsüberwachung stellt Rheinbach wichtige Weichen für die Zukunft.“, zeigte sich Bürgermeister Dr. Daniel Phiesel nach der Ratssitzung am 12. Oktober 2026 sehr zufrieden.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die B267 in Altenahr.  Foto: ROB
2072

Die Sperrung bedeutet Einschränkungen im ÖPNV

Altenahr: Vollsperrung der B 267 ab 19. Oktober

Altenahr. Ab Montag, 19. Oktober 2026, muss die B 267 in Altenahr auf Höhe des Bahnübergangs an der Altenburger Straße voll gesperrt werden. Grund hierfür ist die Herstellung einer Außenanlage. Die Sperrung wird voraussichtlich bis einschließlich 6. November dauern. Die Umleitung erfolgt aus Fahrtrichtung Altenburg kommend über die B 257 und den Roßberg, aus Fahrtrichtung Altenahr kommend erfolgt die Umleitung entgegengesetzt, das heißt über den Roßberg und die B 257.

Weiterlesen