Allgemeine Berichte | 22.08.2018

Tierschutzbund zum Tag der Fische

Viele Missstände bei Fischfang und Zucht

Verbraucherwunsch nach mehr Tierschutz und Transparenz

Symbolbild. Foto: LoveToTakePhotos/Pixabay

Bonn. Anlässlich des Tags der Fische am Mittwoch, 22. August, macht der Deutsche Tierschutzbund darauf aufmerksam, dass Fische empfindsame Wesen sind, es bei Fang und Zucht jedoch viele Missstände gibt. Hinzu kommt das Problem der Überfischung. Eine aktuelle Umfrage zum Fischschutz zeigt, dass in der deutschen Bevölkerung durchaus ein Bewusstsein für das Thema vorhanden ist. Viele Verbraucher wünschen sich jedoch mehr Transparenz an der Ladentheke.
„Mit Schleppnetzen werden Unmengen Fische auf einmal gefangen. Sie zerquetschen sich oft gegenseitig oder die Druckänderung zerreißt ihre inneren Organe, wenn das Netz nach oben gezogen wird. Grundschleppnetze zerstören ganze Ökosysteme, wenn man sie über den Meeresboden zieht“, erklärt Denise Ade, Fachreferentin für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund. „In Aquakulturen sind hohe Besatzdichten Usus, es fehlen Strukturen für die Tiere. Die Hälterung, d.h. die Aufbewahrung gefangener Fische in Wassertanks, und der Transport stellen zusätzlich enorme Belastungen dar.“

Mehrheit der Deutschen für mehr Tierschutz bei Fischen Fische können fühlen


Eine aktuelle Umfrage der Eurogroup for Animals, der europäischen Dachorganisation der Tierschutzverbände, und der Tierschutzorganisation Compassion in World Farming* beschäftigt sich mit dem Thema Fischschutz. Demnach hält mehr als dreiviertel (82 Prozent) aller Deutschen Lachse für ebenso schützenswert wie andere Tiere, die dem menschlichen Verzehr dienen. Für Nachhaltigkeit und ein mehr an Tierschutz wären 86 Prozent auch bereit, mehr Geld auszugeben. 82 Prozent wünschen sich mehr Informationen zu Tierschutzaspekten auf den Produktverpackungen. „Wir empfehlen etwa auf das Bio-Siegel und das EU-Bio-Logo zu achten und den Konsum möglichst zu reduzieren“, sagt Ade. „Der direkteste Weg zu mehr Tierschutz ist und bleibt aber die vegetarische bzw. vegane Lebensweise.“

Mehrfach wurde in den letzten Jahren wissenschaftlich nachgewiesen, dass Fische schmerz-, stress- und leidensfähig sind und höhere kognitive Eigenschaften aufweisen, als bisher angenommen. Auch den Deutschen ist dies bewusst, wie die Umfrage widerspiegelt: Der Aussage, dass Fische empfindsame Wesen sind, stimmen die meisten (74 Prozent) zu. Nur zehn Prozent nehmen fälschlicherweise an, dass Fische keine Schmerzen empfinden können.

Hinweis: * Die Online-Umfrage, durchgeführt von ComRes, fand zwischen dem 30. April und 8. Mai 2018 statt. Für neun EU-Staaten, darunter Deutschland, wurden jeweils 1.000 Erwachsene befragt. Alle Ergebnisse unter: www.comresglobal.com/polls/eurogroup-for-animals-ciwf-fish-welfare-survey

Pressemitteilung Deutscher Tierschutzbund e.V.

Symbolbild. Foto: LoveToTakePhotos/Pixabay

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