Allgemeine Berichte | 22.06.2020

Virtueller Fachtag an der Hochschule Koblenz

Vielfalt in der Kita macht stark

Koblenz. Zum virtuellen Fachtag „Mit System, Taten und Akzeptanz zu rücksichtsvollen Kitas“ trafen sich über 60 Fachleute aus rheinland-pfälzischen Kindertageseinrichtungen. Diese Tagung war der Abschluss des Forschungsprojektes „In Vielfalt stark werden“ am Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit | Rheinland-Pfalz (IBEB) an der Hochschule Koblenz. In einem zweieinhalbjährigen Prozess hatten die Expertinnen und Experten erforscht, wie Vielfalt und Inklusion für eine Qualitätsentwicklung in Kitas genutzt und gestärkt werden können.

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig würdigte in ihrem Grußwort die Bedeutung der Vielfalt in den Kindertageseinrichtungen. Sie machte aber auch deutlich, dass ein gutes Zusammenleben in den Kitas und in der Gesellschaft des Engagements vieler bedürften, vor allem aber auch des Wirkens der pädagogischen Fachkräfte, denen sie besonders für ihr Engagement und ihren Einsatz während der Corona-Krise dankte. Prof. Dr. Armin Schneider, zusammen mit Dr. Andy Schieler wissenschaftliche Leitung des Projektes, stellte die vielen Ergebnisse der beiden Forschenden Dr. Marina Swat und Daniel Roos vor. Dazu gehörten eine umfassende Definition von Inklusion, das Koblenzer Inklusionsbild, welches Vielfalt in unterschiedlichen Kategorien betrachtet, die Fachtage und die Arbeit mit den Kitas in der Erprobungsphase.

Diese waren von den beiden Prozessbegleiterinnen Thea Pfeffer und Michaele Gabel unterstützt worden. Eine eigene Publikation als Handbuch für den Ansatz „Qualitätsentwicklung im Diskurs“ macht die Ergebnisse für die Praxis nutzbar. „Wir freuen uns, dass das Projekt sehr erfolgreich verlaufen ist und wir wesentliche Impulse für die Vielfalt in den Kitas geben konnten – und zwar im Diskurs mit der Fachwelt, unter anderem begleitet durch einen fachpolitischen Beirat“, so Schneider.

Carolina Ali-Tani von der Universität Paderborn stellt in ihrem Vortrag „Inklusiv Denken und Handeln“ dar, dass es gerade auch in der Corona-Krise darauf ankomme, inklusiv zu arbeiten. Hier haben sich nach ihrer Auffassung Entwicklungs-Chancen für viele Kinder verringert. Vielfalt in der Kita zu berücksichtigen sei sehr bedeutsam, es gehe dabei um Haltung und Werte. Für viele Menschen sei die Zugehörigkeit zu einer Gruppe ein Problem. Gerechtigkeit bedeute nicht Gleichbehandlung und müsse durch pädagogische Fachkräfte gefördert werden: „Die Grundlage jeder Vielfalt ist eine gemeinsame Basis.“

Einen weiteren Impuls von Seiten des Bildungsministeriums gab Susanne Skoluda von der dortigen Abteilung Frühkindliche Bildung. Sie machte deutlich, dass das Projekt – neben der wichtigen Ergänzung des Ansatzes Qualitätsentwicklung im Diskurs um die Dimension „Vielfalt leben“ – wesentliche Grundlagenarbeit geleistet habe, die weiter im Land Maßstäbe setze: „Der Rechtsanspruch des neuen Kita-Gesetzes gilt für alle Kinder. Ein Kind ist nicht nie nur ein Kind mit ‚Migrationshintergrund‘ oder mit ‚Behinderung‘. Alle Kinder sind ‚Inklusionskinder‘, wenn wir Inklusion ernst nehmen“. Skoluda wies auf den grundsätzlichen inklusiven Anspruch des neuen rheinland-pfälzischen Kitagesetzes hin.

Das Fazit von Daniel Roos fiel ebenfalls positiv aus. Er stellte die unterschiedlichen Forschungsmethoden wie beispielsweise die Dokumentenanalyse sowie Interviews unter anderem mit Kindern dar. Das Koblenzer Inklusionsbild sei eine Anregung zum Diskurs über Vielfalt und biete Anregungen zur Auseinandersetzung mit der Einzigartigkeit eines jeden Menschen und der Stärke, die aus der Vielfalt entstehe: „Ein einziger Mensch ist nicht auf nur eine Heterogenitätsdimension zu reduzieren. Inklusion ist ein ständiger Aushandlungsprozess und: Inklusion verbindet.“

Die Kindertageseinrichtungen Großer Garten (Schifferstadt), Kath. Krippe und Kita Rabennest (Braubach), Haus Kunterbunt (Rodenbach), Ev. Kita Waldmeister (Straßenhaus) und die HTZ Kita Haus der kleinen Weltentdecker (Puderbach) stellten ihre Ergebnisse der Projektphase vor und erhielten (zumindest virtuell) ein Zertifikat. Vielfach war vom „Schatz des Teams“ die Rede: Neben der Qualitätsentwicklung im Feld der Sozialraum- und Familienorientierung hatten die Projekte viele positiven Effekte auf die Teams, die Zusammenarbeit mit den Eltern und Familien und den Sozialraum gehabt. Ein lebendiger Austausch in virtuellen Kleingruppen rundete den Tag ab.

Pressemitteilung der

Hochschule Koblenz

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