Mit dem Franz Schubert Trio
Villa Musica in der Villa Bellestate
Grafschaft. Am Sonntag gastierte das Trio Franz Schubert im Musiksalon des Grafschafter Kunstvereins Villa Bellestate. Alle drei Künstler, der Geiger Nicolaus Boewer, der Cellist Florian Barak und die Pianistin Michal Friedländer, verfügen über eine lange preisgekrönte musikalische Vita, die Nicolaus Boewer auf den Platz des ersten Konzertmeisters und Florian Barak auf den des ersten Solocellisten der Staatsphilharmonie von Rheinland-Pfalz brachte. Zusammen mit der Kammermusikerin Michal Friedländer, die rund um den Globus in renommierten Philharmonien und Festivals aufgetreten ist, gründeten sie 2012 das Franz Schubert Trio, das seine ganze Kunstfertigkeit und Kunstverständnis in der Villa Bellestate mit Werken von Schubert, Schostakowitsch und Beethoven entfaltete. Zu Beginn das Notturno von Schubert, das wegen seines Namens und seines Gehaltes musikgeschichtliche Spekulationen ausgelöst hat. Der zu Grunde liegende biografische Sinn, der viel Heiterkeit auslöste, entpuppt sich im Klaviertrio Nr. 2 aus dem Jahre 1944 von Schostakowitsch als politische Tragödie. In dem Trio wird der große Schmerz über den frühen Tod seines Freundes, musikalischen Mentors und Mahlerverehrers, Iwan Sollertinski zur Totenklage für alle Opfer der stalinistischen Säuberungen in seiner Heimat. Das Publikum, von der Sinnlosigkeit und Banalität der in Töne gesetzten Wirklichkeit bestürzt, brauchte einige Sekunden Zeit, um die großartige Leistung der Musiker mit Bravo Rufen zu würdigen. Das Erzherzogtrio B-Dur, das Beethoven seinem Schüler und Mäzen, Erzherzog Rudolf widmete, erhellte die Stimmung der Zuhörer. Endlich wieder ein lyrischer Gesang im Allegro moderato, welcher sich im Scherzo zu einem ironischen Kommentar zur damaligen Walzersucht der Wiener entfaltet. Das nächste Konzert der Villa Musica findet unter dem Motto Violine Virtuos 10. Juni um 11 Uhr statt.
