„Neuland“ für Lions Club Meckenheim-Wachtberg und Inklusion
Virtuelle inklusive Arbeit ist eine höchst erfolgreiche Entwicklung
Meckenheim/Wachtberg. Obwohl zunächst nur alle inklusiven Freizeiten der ev. Kirchengemeinde Meckenheim abgesagt werden mussten, gilt es nun sich grundsätzlich auf anhaltende coronabedingte Veränderungen in der inklusiven Gemeindearbeit einzustellen und neue Konzepte zu entwickeln. Denn es geht darum die Gemeinschaft unter den von diesen Einschränkungen betroffenen Kindern, Jugendlichen sowie Erwachsenen zu erhalten und weiterhin deren Kontakte zu ermöglichen.
Die Gesamtgesellschaft und Arbeitswelt reagierte auf diese Situation im letzten halben Jahr mit Treffen im digitalen Netz. Auch Schulen und Universitäten nutzen Konferenztools für Unterricht und Lehre. So war es fast logisch, dass die Verantwortlichen für die inklusive Arbeit der ev. Kirchengemeinde Meckenheim Diakonin Simone Kämper und ihr Team von Ehrenamtlern Menschen mit Beeinträchtigung auf dem digitalen Weg mitnehmen und begleiten wollten. Menschen, die deswegen zur Risikogruppe gehören und derzeit nicht in die Gemeinde kommen können, sollten in deren Aktivitäten eingebunden werden und auf diesem Weg trotzdem mit anderen reden, sich austauschen, spielen, etwas Neues entdecken und Spaß haben können.
Dies war Beginn der „Virtuellen Inklusiven Gemeindearbeit“ und für alle absolutes „Neuland“.
Es wurde entschieden, dass die Arbeit mit „Zoom“, einer ausgereiften Web-Meeting- und Webinar-Software mit vielen nützlichen Funktionalitäten, sinnvoll sei. Da leider nicht alle betroffenen Familien und Gruppenmitglieder zu Hause eine entsprechende Ausstattung hatten, finanzierte der Lions Club Meckenheim-Wachtberg die Anschaffung von Tablets, die von der Gemeinde unentgeltlich verliehen werden können. Die Präsidentin des Lions Club Meckenheim-Wachtberg Dr. Angelika Wurm und die Beauftragte für PR und Fundraising Dr. Gudrun Mieth-Leichsenring zeigten sich hoch erfreut, dass dieses nun auch langfristig angelegte inklusive Projekt mit Mut und Engagement vorangetrieben wurde. „Es sei dem Club ein besonderes Anliegen, Menschen mit Beeinträchtigungen dabei zu unterstützen, Barrieren zu überwinden und an der Gesellschaft teilzuhaben“.
Ehrenamtlich tätige Jugendliche der Gemeinde die Technik ausprobiert und sich selbst geschult. Jana Engelhardt und Henriette Wienser, beide seit mehreren Jahren ehrenamtlich in der inklusiven Gemeindearbeit tätig, sind speziell in der Umsetzung engagiert. Frau Engelhardt soll z.Zt. im Rahmen ihres dreimonatigen Monate Gemeindepraktikums konkrete Spiel-und Gruppenangebote entwickeln, die per „Zoom“-Konferenz durchgeführt werden sollen. Frau Wienser - aktuell am Ende ihres FSJs in der ev. Kirchengemeinde - hat am Zoom-Projekt „Wilde Gärten“ („Inklusive Kunstwerk-
statt auf Suche“, die am Pädagogisch Theologischen Institut in Bonn angeboten wurde) teilge-
nommen. Beide überdenken z.Zt. zusammen mit Jule Köb, die ihr FSJ von vor 2 Jahren absolvierte und langjährige Ehrenamtlerin ist, weitere virtuelle Angebote. Erfreulicherweise konnte auch Anneliese Freytag, Ehrenamtlerin mit einer Beeinträchtigung, in dieses Projekt eingebunden werden.
Die inklusiven Gruppen mussten zunächst im Umgang mit dem Meeting-Tool „Zoom“ angeleitet werden. Nachdem die erste Angst gewichen war, lernten alle durch intensives Erklären, Wiederholen und Üben immer besser damit umzugehen. Überdies mussten Zeichen entwickelt und vereinbart werden z.B. Hand ans Ohr: „Ich kann Dich nicht hören, Du bist zu leise!“ oder auch Signale für Anfang und Ende eines Meetings. Wie sonst muss zudem jemand, der die Gesprächsleitung unterstützend übernimmt, darauf achten, dass alle zu Wort kommen und nicht auf einmal sprechen.
Ansonsten dient „Zoom“ zur Themenbearbeitung z.B. einer Ländervorstellung, Quiz- und Kreativ-spiele (z.B. „Montagsmaler“) und Spaßigem z.B. Lieder mit Emojis darstellen u.v.m. genutzt werden.
Es ist ganz besonders zu erwähnen, dass im Rahmen der „Virtuellen Inklusiven Arbeit“ innerhalb der letzten Monate mehrere iOMA’s (inklusive On-line Mini Andachten) aufgezeichnet und ins Netz gestellt wurden, die nicht nur bei der Zielgruppe großen Anklang fanden. In Kürze wird auch ein Podcast (zwei Ehrenamtlerinnen mit und ohne Beeinträchtigung interviewen sich gegenseitig) veröffentlicht werden. Diese virtuelle Inklusive Arbeit ist somit eine höchst erfolgreiche Entwicklung des sozialen Miteinanders, von der alle Beteiligten profitieren.
