„Feinherb“ begeistert mit Hollywood an der Mosel
Vogelkundler, Dessous und Bankräuber
Ellenz-Poltersdorf.Es war einmal mehr ein Fest für jedes Zwerchfell, was die tollen Darsteller der Theatergruppe „Feinherb“ auch in diesem Jahr auf die Bühnenbretter zauberten und wie sie mit dem Dreiakter „Pension Hollywood“ einen bleibenden Eindruck hinterließen. Darin sparten die trefflich aufspielenden Akteure weder mit Einsatzfreude noch mit derbem Wortwitz, deren stets amüsanter Inhalt auch hin und wieder schon einmal die Gürtellinie tangieren konnte. Dabei wirkte keiner dieser exakt auf den Punkt gebrachten Späße irgendwie aufgesetzt oder konstruiert. Ganz im Gegenteil, die herrlich gesetzten Spitzen ergaben sich einfach aus den verschiedenen Dialogen und Monologen und waren auch heuer wieder das überaus schmackhafte Salz in der Spielsuppe. Natürlich griffen alle Darsteller dabei auf die heimische Mundart der „Krampen-Indianer“ zurück, eine Spezies, die auch während der Aufführung Teil der Geschichte wurde.
Zum Inhalt
„Die rigorose Sofie Laubenpieper führt ihre Mosel-Pension in Ellenz mit eisernem Besen, was ihrem meist vom halbtrockenen Wein beseelten und an Faulheit nicht zu überbietenden Gatten Hubert Laubenpieper ein Dorn im Auge ist. Mit im Anwesen, das in Gaststätte und Gästehaus aufgeteilt ist, wohnen auch die beiden unverheirateten Schwestern von Sofie Laubenpieper, Martha und Lotte Meisenkaiser. Unter Letztgenannter leidet der ganze Familienclan, ist Lotte doch stark schwerhörig und führt als Erwachsene Gespräche mit einem gehäkelten Schaf, das sie stets mit sich herumträgt. Als Sofie sich anlässlich ihres Geburtstages eine Ferienauszeit auf Ibiza gönnen will und mit Großgepäck die Pension verlässt, beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Zunächst entdeckt der arbeitslose Max Bierfreund, alias Häuptling Großer Schluckspecht, die Pension und findet nicht nur auf Anhieb eine Anstellung als Gehilfe, sondern mit Hubert Laubenpieper auch einen gleichgesinnten Faulenzer mit häufigen Durstattacken. Im folgt Unterwäscheagentin Lydia Spitzgras, die neben exklusiven Büstenhaltern auch String-Tangas zur Auswahl hat und für ein paar Tage eine Bleibe sucht. Gleichzeitig tritt Stammgast Dr. Otto Maria Honigmund, Ornithologe und Freund der Mosel-Eifel-Hunsrück-Region auf den Plan und will sich nach dem Bezug seines Zimmers wieder auf Vogelsuche begeben. Bruno Breit und Tina haben ganz in der Nähe die Raiffeisenbank überfallen und suchen nun einen geeigneten Unterschlupf, bis sich die Lage beruhigt hat. Ihnen sind aber bereits Kommissarin Karin Schnüffel und ihre Assistentin Bella Block auf den Fersen, die sich ebenfalls, als Touristen getarnt, in der Mosel-Pension einmieten. Als die übrigen Pensionsbewohner einschließlich Hubert Laubenpieper das Auftreten der beiden Bankräuber hinterfragen, geben sich diese als Filmcrew von Hollywood aus, die hier einen Kinofilm drehen wollen und noch auf der Suche nach geeigneten Schauspielern sind. Sofort schwenkt die Stimmung um, denn eine solche Gelegenheit will sich keiner entgehen lassen. Im Rahmen verschiedener Castings verschwindet dann die von den Bruno und Tina versteckte Beute, die diese dann auf die rabiate Art versuchen wiederzuerlangen. Ausgerechnet die dolle Lotte und der verstrahlte Dr. Honigmund bekommen die Angelegenheit abschließend in den Griff und sorgen für ein stilvolles Happyend!“
Besetzung
Anja Schneiders erfreute im Stück als der faule Hubert Laubenpieper, während Sonja Fuhrmann-Weber die resolute Gattin Sofie mit echtem Leben erfüllte. Maria Oster begeisterte als die schwerhörige Lotte und Andrea Serwazi als die genervte Schwester Martha. Christian Zenzen punktete in der Rolle des Max Bierfreund und Yvonne Berns als verführerische Unterwäscheagentin Lydia Spitzgras. Als rabiates Räuber-Duo Bruno und Tina verdienten sich Bernhard Konzen und Sylvia Fett absolute Bestnoten, während Alexandra Korb mit Bravour den Part der Kommissarin Schnüffel meisterte und Elke Zenz als Polizistin Bella Block erfreute. Das brillante i-Tüpfelchen setzte aber Dieter Schulz als Dr. Otto Maria Honigmund, der in den Szenen permanent für Lachtränen beim Publikum sorgte.
TE
