Allgemeine Berichte | 07.03.2018, 09:48 Uhr

Don Kosaken im Schulzentrum Berkum

Volle Sangesstimmen aus dem Osten rührten zu Tränen

Breites Programm von professionellen Sängern

Mit kaum fassbarer Stimmgewalt ergriffen die Don Kosaken die Herzen ihrer Zuhöhrer.CEW
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Wachtberg. Mit vollen, wohlklingenden Stimmen überzeugten die Sänger der Don Kosaken in der Berkumer Aula am ersten Märzwochenende 2018. Schon eineinhalb Stunden vor der Vorstellung hatten die Menschen auf dem Hof des Schulzentrums angestanden, um Karten für die Ausnahmevorstellung im Drachenfelser Ländchen zu ergattern. Noch eine halbe Stunde vor Beginn stellten die Organisatorinnen mithilfe des Hausmeisters weitere Stuhlreihen auf, um allen Gästen ausreichend Platz zu bieten. So blickte Wanja Hlibka auf ein gespanntes Auditorium, als er die Don Kosaken, das Programm und die Solisten ankündigte. Die professionellen und vielfach akademisch ausgebildeten Sänger füllten mit vollen, kräftigen Stimmen die Aula. Perfekt intoniert und abgestimmt trafen die Soli ebenso wie der Chor die Gemüter des Publikums.

Zu hören waren im ersten Abschnitt, der den christlichen und teilweise orthodoxen Liedern gewidmet war, das Credo mit dem Solisten Gumennyi, anschließend „Vater Unser“, „Herr erbarme dich unser“, „O Herr wir singen dir“, „Die Glocken von Jerusalem“ und „In dulci Julio“. Nach einer kleinen Pause folgten weltliche Lieder aus osteuropäischem und russischem Volksgut. Die Solisten V. Dudar, S. Ladov und M. Lohvinov brillierten in „Auf einem russischen Jahrmarkt“, bevor „Die zwölf Räuber“ in der traditionellen Variante von den Solisten V. Dudar, R. Pasichnyk, I. Ponomarenko und M. Lohvinov interpretiert wurden. Mit „Himbeerernte“, „Abendglocken“ und dem „Scherzlied der Nachtigall“ begeisterten die Sänger ihre Zuhörer im Weiteren. Den Abschluss vor der großen Pause bot der Russische Tanz, den die Tänzer A. Adisevych und L. Kokoyejko gekonnt auf die Bühne brachten. In der Pause tauschten sich die Besucher im Foyer bei Brezeln, Sekt, Wasser und Saft, bestens verpflegt von den Berkumer Möhnen, aus. Im letzten Abschnitt des stimmgewaltigen Nachmittags genossen die Freunde des Gesangs die Stücke „Grünes Gras und Kalinka“, das traditionelle „Roter Safran“ und weitere Weisen mit traditionellen und christlichen Wurzeln. Wanja Hlibka hält mit dem Don Kosaken Chor das Erbe des legendären Serge Jaroff aufrecht, der das originale Ensemble in einer von Krisen und Kriegen geschüttelten Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts in einem Internierungslager gründete. Wie wohl auch heute nachvollziehbar, stand den damaligen Musikern entsprechend ihrer Situation kaum etwas anderes als ihre Stimmen zur Verfügung, um ihre Musik zu Gehör zu bringen. Die stimmliche Kraft, die daraus entstand, hat jahrzehntelang ununterbrochen dem Chor zu weltweitem Erfolg verholfen. Ebendiese Tradition, eindrucksvolle, ergreifende Musik einzig mit der Kraft ihrer fundiert ausgebildeten Stimmen zu intonieren, folgt der Don Kosaken Chor bis heute. Wanja Hlibka, der derzeit den Chor leitet, hat selbst nach dem ersten Vorsingen 1967 als jüngster Solist bei dem Gründer Jaroff im Originalchor gesungen. 1991, sechs Jahre nach dem Tod des legendären Gründers, formierte Hlibka den Chor zusammen mit einem langährigen Kollegen neu. Seit er im Jahre 2001 die Rechte offiziell übernehmen konnte, führt er die Tradition der Don Kosaken im Sinne ihres Gründers fort und hat Wachtberg an diesem Wochenende mit diesem Konzert den Genuss eines Ausnahmeevents ermöglicht.

Die Berkumer Möhne versorgten in der Pause die Gäste mit wohlschmeckenden Brezeln und Getränken.

Die Berkumer Möhne versorgten in der Pause die Gäste mit wohlschmeckenden Brezeln und Getränken. Foto: Petra Reuter

Mit kaum fassbarer Stimmgewalt ergriffen die Don Kosaken die Herzen ihrer Zuhöhrer.Fotos: CEW Foto: Petra Reuter

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