Kommunaler Servicebetrieb der Stadt Koblenz feierte 100-jähriges Bestehen
Von 16 Pferden zu 140 modernen Fahrzeugen
Bei kleinem Festakt und Tag der offenen Tür wurde anschaulich die Geschichte dargestellt
Koblenz. Aus 20 kriegsuntauglichen Fuhrleuten und Arbeitern sowie 16 Pferden bestand der städtische Fuhrpark in Koblenz. Das war 1917, als der städtische Service unter der Regie des Tiefbauamts gegründet wurde. Jetzt, 100 Jahre später, gibt es statt Pferden Hightech-Fahrzeuge und der Kommunalservice ist als Eigenbetrieb der Stadt ein großes Unternehmen mit 250 Mitarbeitern.
Jetzt wurde das 100-jährige Bestehen des städtischen Fuhrparks in dem riesigen Areal des Kommunalen Servicebetriebs im Industriegebiet Wallersheim mit einem Tag der offenen Tür und einem kleinen Festakt gefeiert. Dazu begrüßte Werkleiter Edgar Mannheim zahlreiche Abgeordnete und Ratsmitglieder und schilderte die 100-jährige Erfolgsgeschichte des städtischen Fuhrparks, die mit den Koblenzer Bürger eng verbunden ist. „Früher war es üblich Unrat und Abfall einfach auf die Straße zu kippen und drei Mal wöchentlich von der Stadt abfahren zu lassen“, berichtete Mannheim. 1923 bekam der städtische Fuhrpark eine eigene städtische Dienststelle mit Fuhrparkdirektor am ehemaligen Schlachthof. Zwei Jahre später verfügten die inzwischen 60 Mitarbeiter über 30 Pferde, zwei Ochsen, zwei Müllwagen, zwei Sprengwagen, zwei Kehrmaschinen, einer Schrubbermaschine und einem Auto. In den 1940er und 50er Jahre entsorgte man den eingesammelten Abfall in Steinbrüchen und Tongruben. 1963 bezog der städtische Fuhrpark den Standort Schlachthofstraße 34 bis 44, wo er bis Dezember 2014 untergebracht war. Mitte der 1970er Jahre begannen die Sammlungen von Altglas, Altpapier und im nächsten Jahrzehnt Grünschnitt und Wertstoffe. Seit 1985 wird Abfall in der Deponie Eiterköpfe bei Ochtendung entsorgt. In den 90er Jahren entstand aus dem Amt für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung der Koblenzer Entsorgungsbetrieb, der auch für Erfassung und Verwertung von Wertstoffen, Restabfall sowie der Straßenreinigung und Instandhaltung zuständig war. 2013 wurde der „Kommunale Servicebetrieb Koblenz“ für die Bereiche Abfallwirtschaft, Straßenreinigung, Straßenunterhaltung, Kfz-Werkstatt, Verkehrstechnik, Straßenbeleuchtung, Parkraumbewirtschaftung und Straßenablaufreinigung gebildet, der 2015 an den jetzigen Standort Hans-Böckler-Str. 8 umzog. Oberbürgermeister Dr. Joachim Hofmann-Göttig richtete ein Kompliment an Werkleiter Edgar Mannheim, da er „seinen Laden sehr gut im Griff“ habe.
Ein bedeutendes Unternehmen
Mit einem Bilanzvolumen von 36 Millionen Euro sei der Servicebetrieb ein bedeutendes Unternehmen, sagte der Oberbürgermeister und nannte Zahlen: 146 Fahrzeuge, davon 63 in der Abfallwirtschaft um 26 000 Behälter zu entleeren. Die Koblenzer Straßenbeleuchtung besteht aus 15 000 Laternen. Alle Koblenzer Straßen sind zusammen 515 Kilometer lang und müssen bei Schneefall Tag und Nacht geräumt werden. „Der Betrieb erstarrt nicht in seiner Geschichte, sondern man macht sich Gedanken, wie man zukunftsgerichtet arbeiten kann“, betonte Dr. Hofmann-Göttig und weiter: „Dazu gehört auch die E-Mobilität. Ich hoffe, dass bald einige der 140 Fahrzeuge als Elektromobil unterwegs sein können. Wir lassen dazu ein strategisches Entwicklungskonzept auflegen.“, führte der Oberbürgermeister aus und zeigte für die Konzeptentwicklung einen Bewilligungsbescheid des Bundes über 56 000 Euro. Nach der Rede wurde es richtig laut in der halb offenen geschmückten Halle: Alex Sauerländer trat mit den Trash-Drummers der Albert-Schweizer-Realschule plus aus Asterstein auf, die kräftig auf umgedrehten Abfalltonnen trommelten. „Eigentlich trommeln wir auf grüne Regentonnen aus dem Baumarkt, aber wegen der Jubiläumsfeier haben wir hier echte Mülltonnen genommen“, erläuterte Alex Sauerländer.
Inzwischen kamen immer mehr Bürger zum Tag der offenen Tür auf das Gelände des Kommunal-Service. Wir haben hier historische Fotos und einige Originalfahrzeuge ausgestellt“, erklärte Serviceleiterin Bärbel Müller. „Der Bürger soll sehen wie wir arbeiten. Daher fahren hier Kehrmaschinen und die Besucher können Mülltonnen hochheben lassen. Kinder dürfen sich in Kehrmaschine und Müllfahrzeug setzen. Ausgestellt haben wir 64 Autos.“ erläuterte Bärbel Müller weiter
Natürlich gab es auch einen Imbiss und Getränke und fürdie Kinder zahlreiche Spiele. Etwa 120 freiwillige Helfer des Servicebetriebs sorgten am Tag der offenen Tür dafür, dass sich hunderte Besucher wohl fühlten. HEP
Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig begrüßte die Gäste.
