Allgemeine Berichte | 20.02.2025

Programmkino „Minski“ im März mit zwei Sondervorstellungen

Von Unrecht, Unterdrückung und Aufbegehren

Neuwied. Kinofans aufgepasst! Der März steht vor der Tür und hat rekordverdächtige sechs Minski-Vorstellungen im Gepäck. Neben den vier Mittwochsterminen locken nämlich auch zwei Sondervorstellungen ins Kino – anlässlich des Internationalen Frauentags und des Geburtstages von Albert Schweitzer, der sich in diesem Jahr zum 150. Male jährt. Neuwieder Kinofreunde dürfen sich wie gewohnt auf hochwertige und abwechslungsreiche Filmunterhaltung mit inspirierenden Charakteren, bewegenden Geschichten und starken Botschaften freuen.

Den Anfang macht am Mittwoch, 5. März, der Animationsfilm „Sultanas Traum“. Die junge Sultana ist eine Gefangene ihrer gesellschaftlichen Umstände. Die Inderin ist dazu gezwungen einen Purdah, das bengalische Pendent zu einer Burka, zu tragen – ein Sinnbild für die Beschränkung ihrer individuellen Freiheit. Im Traum entflieht sie dem Alltag in eine gänzlich andere Welt, in der Männer keine Rolle spielen.

Nur zwei Tage später stehen im Minski erneut Frauen im Mittelpunkt des Geschehens. Am Freitag, 7. März, ist Internationaler Frauentag und der gleichnamige Neuwieder Arbeitskreis lädt schon ab 17.30 Uhr (Filmbeginn 18 Uhr) ins Schauburg-Kino, Heddesdorfer Straße 84, ein. Gezeigt wird mit „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ ein Film, der auf wahren, aber weitestgehend unbekannten Begebenheiten beruht. Während in den 1960er-Jahren die ganze Welt die Astronauten der NASA bei ihren heldenhaften Einsätzen verfolgt, stehen tatsächlich mehrere geniale afroamerikanische Mathematikerinnen hinter dem Erfolg der US-Raumfahrt.

An keiner anderen Regisseurin scheiden sich die Geister so sehr wie an Leni Riefenstahl. Als visionäre Filmemacherin und kreative Ästhetin verehrt, ist ihr Name doch untrennbar mit der Propagandamaschinerie des NS-Regimes verknüpft. Sandra Maischberger und Filmemacher Andreas Veiel erhielten Zugang zu ihrem mehr als 700 Kisten umfassenden Nachlass und zeichnen akribisch ein spannendes und überaus widersprüchliches Portrait. „Riefenstahl“ läuft am Mittwoch, 12. März, im Minski.

Wie schon der äußerst plakative Filmtitel „Willkommen in Siegheilkirchen“ verrät, beschäftigt sich das Minski auch am darauffolgenden Mittwoch, 19. März, mit dem Nationalsozialismus. Dafür begibt sich der Film, der im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ aufgeführt wird, auf eine Reise in den Figurenkosmos des Karikaturisten Manfred Deix. Dementsprechend überspitzt sind auch die Charaktere, die im erzkonservativen Kleinstädtchen Siegheilkirchen, wo die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg einfach stehen geblieben ist, zu Hause sind.

Die zweite Minski-Sondervorführung widmet sich einem außergewöhnlichen Menschen, der noch heute als ein Symbol der Menschlichkeit gilt. Albert Schweitzer wurde 1875 – vor 150 Jahren – im Elsass geboren. Der Theologe, Arzt und Philosoph setzte sich wie kaum ein anderer für die Menschen in Afrika ein. Doch sein Lebensweg, der 1952 durch die Verleihung des Friedensnobelpreises 1952 gekrönt wurde, war bei weitem nicht so schnörkellos, wie man vermuten könnte. „Albert Schweitzer – Ein Leben für Afrika“ wird in Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde Neuwied am Dienstag, 25. März, im Minski gezeigt. Los geht es um 19.30 Uhr im Kino Metropol, Heddesdorfer Straße 3.

Schon am nächsten Tag steht im Minski eine mehr als ungewöhnliche Familiengeschichte im Fokus: Es war ein großer Skandal als die Lehrerin Gracie einen ihrer Schüler verführte – der war damals gerade erst 13 Jahre alt. 20 Jahre später sind beide glücklich verheiratet und haben drei gemeinsame Kinder. Kaum jemand erinnert sich noch an den verstörenden Fall von damals. Das ändert sich, als Elisabeth Berry sich mit der Familie in Verbindung setzt. Die junge Schauspielerin soll in einem biographischen Independent-Film die Rolle von Gracie spielen. „May December“ wird am Mittwoch, 26. März, im Kino Metropol gezeigt.

„Mittwochs ins Kino“ – das Minski ist eine Kooperation zwischen dem städtischen Jugendamt, der Volkshochschule der Stadt Neuwied sowie den Filmtheaterbetrieben Weiler. Jeden Mittwochabend öffnet sich um 20 Uhr der Vorhang im Kino Schauburg für außergewöhnliche Filme, die bewegen, begeistern und zum Nachdenken anregen. Im März werden zwei der Filmvorführungen außerplanmäßig im Kino Metropol gezeigt. Kinokarten können über eine Online-Buchung zur Sitzplatzreservierung auf www.kinoneuwied.de erworben oder an der Abendkasse gekauft werden.

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