Allgemeine Berichte | 06.07.2018

Eberhard Marx fliegt zu seiner Einzelausstellung von Wenzels namibischer Galerie

Von der Kölner Liste nach Swakopmund

Eberhard Marx ist gespannt auf Namibia und darauf, wie seine Bilder in Swakopmund ankommen. - HG -

Remagen/Swakopmund. „Ich freue mich drauf“. Wie auch nicht. Denn der Maler Eberhard Marx hat eine spannende Reise nach Namibia vor sich. Dazu kam der gebürtige Dresdener, Künstler der Galerie Rosemarie Bassi in Remagen, „wie die Jungfrau zum Kinde“.

Im Vorjahr sprach ihn bei der Messe „Kölner Liste“ Martina von Wenzel aus Namibia an. Sie vertrat ein paar Kojen weiter ihre Fine Art Gallery in Swakopmund. „Wir haben in Afrika keine Surrealisten und magischen Realisten“, bekundete von Wenzel vor Marx‘ fein gepinselten und verrätselten Ölgemälden. Spontan bot sie ihm eine Ausstellung in ihrer Galerie an, Unterkunft und Ankaufsgarantie für ein Bild inklusive. Der Maler überlegte nicht lange, zumal seine Lebensgefährtin Brigitte Miltenburger, die bereits ins Land gereist ist und gut Englisch spricht, zusagte ihn zu begleiten. Die Koffer sind gepackt. Marx‘ Solo-Präsentation startet am 6. Juli. Zur Eröffnung wird Clarissa Judmann, Kulturreferentin der Deutschen Botschaft Windhoek, die Laudatio halten.

Mit Bildern hin und zurück

Mit elf Arbeiten geht es nach Swakopmund, das in der Wüste Namib, direkt am Atlantik liegt. Zu Kolonialzeiten war es die wichtigste Küstenstadt für die Versorgung der deutschen Siedler und Schutztruppen in Deutsch Südwestafrika. Marx will bei seinem Besuch aber auch die Wüste und die Atlantikküste um Swakopmund mit Stift und Fotoapparat erkunden. So bringt er Bilder von Deutschland nach Namibia und bei der Rückkehr namibische Ansichten ins Rheinland. Geplant sind auch ein Tag in Windhoek, der Hauptstadt Namibias und eine kleine Safari, um die legendären Big Five, Nashorn, Löwe, Büffel, Leopard, Elefant, zu sehen. Sehr beschäftigt war der Maler über Monate. Eigens für die Ausstellung schuf er acht neue Bilder, was bei seiner Akribie und Schichtmalerei viel Zeit kostete.

Obgleich er sich thematisch ganz aus das Land eingelassen hat, ist jedes Bild wieder ein echter Marx geworden, da er sein Interesse für Technik, Steine, Landschaft und Zeitgeschichte einfließen lassen konnte. Hinterlassenschaften früher Siedler lassen grüßen. In „Garubsorgel“ ist es ein verwaistes Bahnwärterhäuschen, in „Apfelwerk II“ ein mittig kugeliges Metallröhrensystem im Sand und bei „Twyfelfontain I“, benannt nach einem Tal mit steinzeitlichen Felszeichnungen und faszinierenden Steinformationen, eine auf Lavasäulen aufgebockte Lokomobile.

Neugier erwacht

Die Bilder machen neugierig auf ein Land, in dem die Deutschen unrühmlich gewaltet haben. „Am deutschen Wesen“ titelt Marx eine Komposition mit riesigem Hydranten. Davor schnellt zwischen Mauern im Sand, wie Kai aus der Kiste, ein Offizier. Neben ihm rufen sonnengebleichte Schädel den Völkermord an den einheimischen Herero in Erinnerung und generell das koloniale Gewaltsystem. Herrlich abstrus ragt indes in „Kolmannskuppe“, der unaufhörlich versandenden deutschen Diamantengräber-Siedlung, ein Haus auf Rohren in die Höhe. Das Gemälde „Sandmaschine“ hat Eberhard Marx gemalt, „um zu erklären, wie der ganze Sand eigentlich in die Wüste kommt“. Der Künstler hat Humor, einen starken Gerechtigkeitssinn und die Mitgeschöpfe des Menschen auf der Erde sind ihm keineswegs gleichgültig.

Dies kommt auch in der Arbeit „Dem letzten seiner Art und seinen tapferen Bezwingern“ zum Ausdruck. Auf dem Bild setzt er dem vom Aussterben bedrohten Wüstenlöwen ein Denkmal. Der Natur hat der Löwe trutzen können, dem Menschen nicht. „Die letzten dieser Art werden gerade zum Abschuss freigegeben, denn die Trophäenjagd wird hoch bezahlt und die Einfuhr solcher Trophäen sogar in Deutschland erlaubt“, klagt Marx. Wenn das Bild verkauft wird, soll das Geld einer Organisation zufließen, die für den Erhalt der Art kämpft. HG

Herrlich abstrus: Marx‘ Ölgemälde „Kolmannskuppe“.

Herrlich abstrus: Marx‘ Ölgemälde „Kolmannskuppe“.

Eberhard Marx ist gespannt auf Namibia und darauf, wie seine Bilder in Swakopmund ankommen. Fotos: - HG -

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