Swisttal feierte 25 Jahre Städtepartnerschaft mit Quesnoy
Von der wilden Ehe bis zur Silberhochzeit
Großes Festprogramm wurde organisiert
Swisttal. Offiziell ist es jetzt 25 Jahre her, dass die Städtepartnerschaft der Gemeinde Swisttal mit der französischen Commune Quesnoy-sur-Deûle auf Betreiben des damaligen Bürgermeisters Wilfried Hein vom Swisttaler Rat im Juni 1990 beschlossen wurde. Am 6. Oktober 1990 in Quesnoy sur Deûle und am 27.10.1990 in Swisttal unterzeichneten er und Bürgermeister Roger Lefebvre aus Quesnoy in einem feierlichen Festakt die Partnerschaftsurkunden. Quesnoy-sur-Deûle liegt 12 km nordwestlich von Lille, an der nordfranzösischen Grenze, 6 km von Belgien und 355 km von Swisttal entfernt. In Quesnoy gibt es seitdem eine „Rue de Buschhoven“ und 1992 wurde in Buschhoven der Quesnoy-sur-Deûle-Platz getauft. In diesem Jahr wurde sogar die dazugehörige Bushaltestelle umbenannt. Die Partnerschaft lief vorher schon seit zwei Jahrzehnten über private Kontakte mit dem Sportverein Hertha Buschhoven und dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Buschhoven. Auf Anregung des damaligen Jugendtrainers Peter Bois waren die jungen Fußballer in den Norden Frankreichs gefahren, um dort einen Soldatenfriedhof zu pflegen. In der Freizeit knüpfte man die ersten Kontakte beim Fußball. Daneben entwickelten die Musiker der Feuerwehren in Buschhoven sowie dem Spielmannszug in Quesnoy eine Beziehung des Miteinander, es gab Konzerte und zahlreiche Feste. Daraus ergaben sich unzählige Besuche hin und her, die immer wieder mit denkwürdigen Ereignissen verknüpft wurden: 1992 und 1993 wurde die Strecke zu Fuß als Staffellauf, dann mit dem Fahrrad (zuletzt im Mai 2015), und sogar mit dem Kanu (1994) zurückgelegt. Sportliche Begegnungen, ein Eltern-Kinder-Austausch in beiden Städten im Jahr 2011, Chorkonzerte und einen gemeinsamen Fotokalender im Jahr 2014. sind weitere Beispiele für das Miteinander der beiden Städte. Lange Jahre nahmen französische Jugendliche am Zeltlager der Hertha teil. Und neben den „offiziellen Besuchen“ gibt es mittlerweile unzählige private Freundschaften mit gegenseitigen Besuchen. Daneben wurden auf beiden Seiten Partnerschaftsvereine gegründet, die die großen und offiziellen Besuche organisieren. Zum 20. Jahrestag sprach Wilfried Hein von einem „Liebesroman“ zwischen den Menschen beider Gemeinden, die nach langem „wilden Zusammenleben“ schließlich geheiratet haben. Mit über 60 Gästen aus der Partnerstadt, untergebracht bei etwa 40 Swisttaler Familien aus fast allen Ortsteilen wurde am letzten Oktoberwochenende die „Silberhochzeit“ gebührend gefeiert. Es war die erste offizielle, öffentliche Amtshandlung der neuen Swisttaler Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner, die auch bereits seit 2013 als Gastgeberin privat in die Städtepartnerschaft eingebunden ist. Ein großes Konzert der „Philharmonie de Quesnoy“ in der Aula der Georg-von-Boeselager-Sekundarschule und eine feierliche Kranzniederlegung am Ehrenmal in Heimerzheim unter Beteiligung der Philharmonie, des Spielmannszuges Buschhoven und des Tambourcorps Frei-Weg-Heimerzheim standen auf dem Programm. Abgerundet wurde das Festwochenende durch ein gemeinsames „Oktoberfest“-Abendessen am Samstag und einem feierlichen Empfang im Rathaus am Sonntag zur Verabschiedung der Gäste. Einzelheiten und auch Rückblicke in Bildern finden sich auf der Homepage des Partnerschaftsvereins www.swisttal-quesnoy.de oder auf https://www.facebook.com/swisttalquesnoysurdeule?fref=ts Nach Aussagen der Vorsitzenden Monika Wolf-Umhauer hat sich der Partnerschaftsverein zum Ziel gesetzt, Mitglieder aus allen Swisttaler Ortsteilen aufzunehmen – Ein Ortsteil ist jedoch noch ein weißer Fleck auf der Swisttalkarte. „Und im Jahr 2016, zum 10. Geburtstag möchten wir auf 100 Mitglieder kommen!“ Ein Ziel, das sich mit derart engagierten Partnern vielleicht schon früher erreichen lässt?
Die Bigband der Philharmonie.Fotos: privat
Die Philharmonie im Rahmen eines Konzerts.
