Vorfreude auf neue Brücken
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Juli 2021 hat schmerzhaft vermittelt, welche Bausünden im Tal begangen wurden. Die Flutkatastrophe der Ahr hat die Stadt durchschnitten, Brücken niedergerissen und Bürgerinnen und Bürger beider Uferseiten voneinander getrennt. Erst durch den Verlust der Brücken wurde bewusst, wie wichtig diese Wegeverbindungen sind. Aus den Fehlern hat man gelernt. Mit den neuen Hubbrücken sollen Hochwasserschutz und Brückenbauten in Einklang gebracht werden. Den Hochwasserspitzen und deren zerstörende Energie kann somit durch ein ausreichendes Hochfahren der autofreien Brücken begegnet werden. Geplant ist ein Anheben über den zu erwartenden Hochwasserscheitel hinaus. Möglich gemacht werden soll eine Höhe von fast vier Metern. Das würde einem HQextrem entsprechen.
Christoph Scheuer, Fraktionsvorsitzender im Stadtrat von BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN: „Sicherheit und Komfort kosten. In Herstellung und Installation sind die Hubbrücken anscheinend nicht teurer als konventionelle Brücken mit den benötigten Anrampungen am selben Standort. Doch die Betriebskosten werden wesentlich höher sein, was zukünftige Haushalte der Stadt mehr belasten wird. Diese Kosten müssen im nächsten Planungsschritt dargestellt werden.“ Für die weiteren Planungen wünschen sich die GRÜNEN die Berücksichtigung wichtiger Aspekte. „Insbesondere die Beleuchtungssituation an der Obertorbrücke liegt mir am Herzen, um im Dunkeln ein sicheres Gefühl zu geben“, so Vielradlerin Birgit Stupp im Bau- und Planungsausschuss. Und es sollte die Brücke zwischen Bachemer und Ahrtorbrücke zu Feuerwehr, Freibad, Sportplätzen und Freizeitanlagen zügig angegangen werden. Die Besucherströme ins Freibad mit Kinderfahrrädchen und schweren Taschen dicht an der Ramersbacher Straße sind durch den nahen Autoverkehr gefährdet. Im weiteren Verlauf wünschen wir uns eine Festlegung der Verantwortlichkeiten für die Überwachung der Hochwasserlage, einen Alarmplan für den Ablauf der Brückenhebungen im drohenden Hochwasserfall und entsprechende Informationen der Bürgerinnen und Bürger dazu. Wie funktionieren die Hubvorgänge und welche Auswirkungen hat dies für die Brückennutzung?“
Die Hubbrücken der Stadt könnten durch ihr Alleinstellungsmerkmal im Ahrtal eine Chance für den Tourismus sein. „Da die Brücken jährlich zu Testzwecken angehoben werden müssen, wäre dies an einem ‚Brückentag‘ eine attraktive Veranstaltung für Einheimische und Gäste gleichermaßen. So könnte man durch innovatives Bauen ein neues Event für unsere Kreisstadt generieren“, argumentieren die GRÜNEN der Stadtratsfraktion von Bad Neuenahr-Ahrweiler zukunftsorientiert.
