Allgemeine Berichte | 27.11.2019

Zwölf Kinder aus Rheinbach zeigen ihr Können bei Vorlesewettbewerb im Pfarr- und Begegnungszentrum Wormersdorf

Vorlesewettbewerb „Laut oder deutlich!“: Lillith liest laut und zauberhaft

Laut oder deutlich nach der Siegerehrung. Foto: privat

Rheinbach. Die Katholische Öffentliche Bücherei in Wormersdorf ist ein echtes Kleinod: Zentral gelegen im Grünbereich hinter der Kirche und eingegliedert in das Pfarr- und Begegnungszentrum, das vor Jahren vom damaligen Pfarrer Jan Opiela geplant und vom Wormersdorfer Architekten Tobias Kröll gestalterisch herausragend umgesetzt wurde. Das Ensemble aus Kindergarten, modernem Veranstaltungssaal und gemütlichem Büchereiraum ist der ideale Ort für die fünfte Ausgabe von „Laut oder deutlich!“. Gastgeber der jährlichen Veranstaltung von Rheinbach Liest, der Öffentlichen Bücherei St. Martin und der Buchhandlung Kayser sind diesmal die KGS Wormersdorf im Verbund mit dem örtlichen Büchereiteam um Dr. Günter Buchstab.

Bereits bei der Mikrofonprobe eine Stunde vor Beginn wird klar: Das Niveau ist wieder erfreulich hoch. Seit dem Coaching eine Woche zuvor haben die Kinder noch einmal fleißig geübt und dabei Sicherheit und Ausdruck gewonnen.

Laura Hermann (GGS) eröffnet lächelnd mit einer Stelle aus „Poppy Pym und der gestohlene Rubin“ und endet mit gekonnt geflüstertem Schlusssatz. Die Messlatte liegt hoch. Carolina Bauerfeind (KGS Merzbach) liest vom „Haferhorden“-Pony Schoko und seinem Versuch, ein Gespenst zu fangen. „Das wilde Uff sucht ein Zuhause“ wird von Isabelle Kabus (KGS Wormersdorf) so zum Leben erweckt, dass jede Kinderhörspielcasting-Agentin sich hinter Isabelles Namen ein Kreuzchen ins Programmheft gemacht hätte. Romy Kuhle (KGS St. Martin) steht Isabelle bei der nächtlichen Begegnung in ihrem Wahlbuch „Flo und Valentina“ in nichts nach. Die Frage lautet: Ist das Mädchen, das nachts vor Flo am Bett steht die Zahnfee oder doch ein Vampir?

Auch Clara Kämpen (GGS) hat aus Oliver Scherz „Wir sind nachher wieder da …“ eine nächtliche Begegnung ausgesucht und gekonnt vertont. Der vermutete Riese, der Joscha und Marie aufsucht, ist „nur“ ein Elefant, der zurück nach Afrika will. Vor der Pause wurde es dann magisch. Sina Häring erweckte den ersten Band der „Schule der magischen Tiere“ mit keckem Charme zum Leben.

Die hochkarätig besetzte Jury mit Bürgermeister Stefan Raetz, Rezitator Karl Hempel und Büchereileiterin Daniela Hahn sowie erfolgreichen Nachwuchsvorleserinnen und –vorlesern der vergangenen Jahre (Victoria Schaay, Philipp Schwarzer, Katja Krancke und Lenya Kreuzer) hat bis dahin schon viel zu besprechen.

In der zweiten Halbzeit lässt die Lesefreude nicht nach. Anna Dittscheid (KGS St. Martin) liest eindringlich und stimmungsvoll aus Band sechs der „Schule der magischen Tiere“, wie der neunjährige Henry nachts in einer Höhle im Wald von dem ihm zugedachten Tier erfährt. Gänsehaut bei den Zuhörern! Der einzige Junge im Feld, Linus Kulka (GGS), überzeugt mit Katja Brandis „Woodwalker“. Sehr starke Lesung und daher „Männerapplaus“ für Linus! Dann folgt Lillith Dörrscheid.

Die Schülerin der KGS Merzbach hat Cornelia Funkes Weihnachtsklassiker „Hinter verzauberten Fenstern“ vorbereitet. Souverän spielt sie, wie Juror Karl Hempel hinterher zu Protokoll gibt „mit Tempo, Lautstärke, Stimmfarbe und Emotionen - zauberhaft“.

Ein weiterer Höhepunkt ist Natalie Donges (KGS Wormersdorf) Lesung aus Band zwei der „Duftapotheke“, in der es um eine unheimliche Begegnung in einem Eisenbahnabteil geht.

Valesca Vogel (GGS) bringt alle mit einer Stelle aus Lindgrens „Karlsson vom Dach“ zum Lachen. Literaturkritiker Denis Scheck hat den „Karlsson“ immerhin in den Kanon der 100 wichtigsten Werke der Weltliteratur aufgenommen. Valesca liest ihn so hinreißend, dass so mancher im Raum ihn sicher wieder aus dem Regal holen dürfte. Spannend wird es dann noch einmal mit Lisa Schüller (KGS St. Martin) und den Drei!!!, die das „rote Phantom“ jagen. Ihr letzter Satz schwebt im Raum und tosender Jubel bricht los. Schon für diesen Moment haben sich Lampenfieber und alle Anstrengungen gelohnt.

Während sich die Jury zur Beratung zurückzieht, bekommen Schulleiterin Nicole Jaax und der Wormersdorfer Büchereileiter Dr. Günter Buchstab die Gelegenheit, auf die Wichtigkeit der vernetzten Leseförderung hinzuweisen: „Einmal im Monat besuchen die Klassen der KGS die Bücherei.“ Viel Lob gibt es auch für die regelmäßige Unterstützung von Rheinbach Liest, z.B. bei der Finanzierung der Käpt’n Book-Lesung sowie bei der Versorgung mit Buchadventskalendern. Aus der Aktion „Rheinbach liest vor“ überreichen die Moderatoren Gerd Engel und Chantal Kaczmarek, die kurzweilig durch das Programm führen, im Namen des Vereins je ein üppiges Buchpaket an die beiden Einrichtungen.

Und dann kommt die sehnlich erwartete Siegerehrung: Lenya Kreuzer, „LoD-Gewinnerin 2017“ und Jury-Mitglied, verkündet nach Hempels Laudatio die Gewinnerin: Lillith Dörrscheid aus Merzbach! Auf den Plätzen zwei und drei folgen Valesca Vogel (GGS) und Carolina Bauerfeind (KGS Merzbach).

Das Wichtigste am Ende sind jedoch nicht Titel, die von der Buchhandlung Kayser gestifteten Buchgutscheine für die drei Bestplatzierten sowie die Bücher von Rheinbach Liest für jedes Kind, sondern der Stolz auf die Teilnahme und die magisch erlebten Momente, wenn aus Texten, zuerst Töne und dann Beifallsstürme werden.

Auf die Frage von Gerd Engel, wer sich denn am Lesepult wohl gefühlt habe, zeigen alle zwölf Kinder ohne zu zögern auf.

Lillith (Mitte) ergattert den ersten Platz beim Vorlesewettbewerb. Foto: privat

Lillith (Mitte) ergattert den ersten Platz beim Vorlesewettbewerb. Foto: privat

Linus las aus Katja Brandis „Woodwalker“. Foto: privat

Linus las aus Katja Brandis „Woodwalker“. Foto: privat

Laut oder deutlich nach der Siegerehrung. Foto: privat

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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