Allgemeine Berichte | 02.02.2022

Vortrag würdigte Shoah-Gedenken

Online-Vortrag von Bernd Schrupp blickte auf insgesamt 17 private und öffentliche Erinnerungs-Initiativen zurück

Montabaur. Seit 1998 wird in Montabaur der Shoah-Gedenktag begangen. Coronabedingt lud der ökumenische Trägerkreis zu einer Online-Veranstaltung ein. Insgesamt 17 Aktionen privaten und öffentlichen Engagements zum Gedenken an die Geschichte der Juden in Montabaur stellte der Lokal-Historiker Bernd Schrupp in seinem Vortrag während der ökumenisch getragenen Veranstaltung anlässlich des „Shoah-Gedenktags“ heraus.

Angefangen von der Geschichte der Judengasse, deren Existenz seit 1477 überliefert ist und die nach ihrer antisemitisch motivierten Umbenennung in „Elisabethenstraße“ im Jahr 1938 auf Initiative von Schülern aus der Heinrich Roth-Schule seit 1994 wieder ihren Ursprungsnamen trägt. Seit 1685 ist in Montabaur ein Judenfriedhof bekannt, der heute Eigentum der jüdischen Gemeinde Koblenz ist und von der Stadt Montabaur gepflegt wird. In der alten Friedhofskapelle existiert seit 1983 eine Gedenktafel für die Opfer der Nazi-Diktatur. Zum fünfzigsten Jahrestag der Reichspogromnacht veröffentlichte der Arbeitskreis „Spurensuche - Nationalsozialismus im Westerwalds“ ein Informationsheft über die Judenverfolgung im Westerwald. Neben diversen Facharbeiten und Aufsätzen zählte Schrupp den Beschluss des Stadtrats für eine Gedenktafel an die ehemalige Synagoge in der Wallstraße auf. Die Realschule trägt seit 1994 den Namen der berühmten Tagebuchautorin und Schülerin Anne Frank. Seit 1998 wird in Montabaur jeweils am Jahrestag der Befreiung der Gefangenen aus dem KZ Auschwitz-Birkenau an die Opfer des Nationalsozialismus gedacht, mit wechselnden Orten und Abläufen. Seit 2008 existiert ein Videofilm, der an die jüdischen Spuren in Montabaur erinnert. Im selben Jahr wurde in den Arkaden des alten Rathauses eine Gedenktafel mit den Namen der Opfer befestigt. Seit 2011 erinnert ein Mahnmal vor dem alten Rathaus ebenfalls mit den Namen an die Opfer des Nazi-Terrors. Seit 2012 erinnern insgesamt 26 „Stolpersteine“ vor den Häusern der ehemaligen jüdischen Bewohnern an die NS-Verbrechen. Der neugestaltete Parkplatz in der Judengasse wurde im Jahr 2017 nach einem Ideenwettbewerb nach Karoline Kahn benannt, die am Tag der Pogromnacht von SA-Männern schwer misshandelt wurde. Im Jahr 2016 wurden Fundamente der ehemaligen Synagoge freigelegt, dokumentiert und für die Nachwelt gesichert.

Während des zweiten Teils der Gedenkstunde wurden im Rahmen einer Andacht die Namen der 24 deportierten und ermordeten jüdischen Mitmenschen vorgelesen. Ins Totengedenken eingeschlossen wurden auch Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene, Menschen mit Behinderungen, politische Gegner des Nazi-Regimes, homosexuelle Menschen, sogenannte „Asoziale“, Pazifistinnen und Pazifisten und andere Widerständler.

Durch die Gedenkstunde führten Pastoralreferent Markus Neust (Pfarrei St. Peter Montabaur), Dr.Georg Poell (Katholische Erwachsenenbildung Westerwald), Claudia Kobold (Pax Christi), Pfarrerin Anna Meschonat und Margit Chiera (evangelische Kirchengemeinde).

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