53. Internationale Kannenbäckerland-Wanderung
Wanderfreunde sind Gastgeber für hunderte wanderlustige Gäste
Große Scharen Wandererwaren trotz der drückenden Hitze sogar aus dem Ausland angereist, um mitzuwandern
Ebernhahn. Wer vergangenes Wochenende als aktiver Wanderer an der Kannenbäckerland-Wanderung in Ebernhahn teilnahm, der musste schon aus hartem Holz geschnitzt sein. Bei Temperaturen weit jenseits der 30-Grad-Marke machten sich trotzdem viele Unentwegte auf die verschiedenen Strecken. Dazu passte haargenau das Motto, unter dem der Wandertag stand: „Gott zum Gruß – Gut zu Fuß“.
Angeboten wurden Streckenprofile über 5 km, 12 km und über 24 km. Ob der großen Hitze gab es die Möglichkeit, bereits ab 7 Uhr morgens zu starten. Die Wanderer erwartete ein anspruchsvolles Streckenprofil, welches durch sehr viel Wald führte, und so wenigstens etwas Schatten spenden konnte.
An und in der gerade neu renovierten „Rosenheckhalle“ in Ebernhahn hatten die Wanderfreunde aber auch wirklich alles getan, um den Teilnehmern den Wanderern den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Ein Rundumpaket zur Versorgung und Verpflegung der Wanderer stand zur Verfügung, belegte Brötchen, Kaffee und Kuchen, Erbsensuppe mit Würstchen, Bratwurst, Schaschlik und vieles mehr – an alles war gedacht.
Trotz großer Hitze ein Fest für die Wanderer
Am Samstag konnten die Wanderfreunde, trotz der brütenden Hitze, immerhin noch etwa 350 Teilnehmer begrüßen, die sich mit ihrer Streckenkarte registrieren ließen, um dann die gewählte Strecke zu bewältigen. Ernst-Walter Diel, der emsige Vorsitzende der Wanderfreunde Ebernhahn, erklärte, dass bei normalen Wetterbedingungen wesentlich mehr Wanderer an den Start gegangen wären. Mit Rücksicht auf ihre Gesundheit hätten aber viele nicht teilnehmen können und wollen. Die Wanderfreunde hätten aber jetzt zweimal nacheinander großes Wetterpech gehabt: Hat es bei der letzten Wanderung noch in Strömen „geträtscht“, wie der Wäller sagt, ist heuer eine Gluthitze angesagt.
An den Strecken standen mehrere Streckenposten bereit, die mit Stempeln auf den Streckenkarten die gelaufenen Strecken dokumentierten.
Schwitzen für den guten – und niedlichen – Zweck
Zugunsten des Tierheims in Montabaur (TSV Mons & Tabor e.V.) veranstalteten die Wanderfreunde eine große Tombola, bei der es reizvolle Preise zu gewinnen gab. Der Reinerlös der Tombola wurde zu 100 Prozent dem Tierheim für seine wichtige Aufgabe zur Verfügung gestellt. Ein besonderer Coup gelang den Wanderfreunden, als das Tierheim Montabaur mit einem überaus niedlichen Zwergpony beim Wandertag erschien, liebevoll betreut von einer Pflegerin. „Tamara“ heißt das Zwergpony und war sofort der Liebling der Kleinen und Großen.
Parallel zur Kannenbäckerland-Wanderung führten die Wanderfreunde den 15. Kinder- und Jugendwandertag durch, an dem sich Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren beteiligen konnten.
Am zweiten Wandertag folgte eine enorme Steigerung bei der Teilnehmerzahl: Rund 700 Wanderer hatten sich angemeldet, also eine glatte Verdoppelung gegenüber dem Samstag. Das lag aber auch daran, dass nun die befreundeten Wanderer aus den Nachbarländern Holland, Belgien und Luxemburg an den Start gingen.
Internationale Gäste wanderten im Kannenbäckerland
Die Freunde aus Belgien waren sogar mit drei Bussen angereist. Dazu kamen deutsche Wandervereine aus der näheren und weiteren Umgebung, z.B. aus Recklinghausen, Dülmen, Dorsten, Bochum, Fulda, Köln und Frankfurt. Als vor der Siegerehrung langsam alle Wanderer in der Rosenheckhalle zurückkamen, war diese bis auf den letzten Platz gefüllt. Zuerst wurden verbrauchte Kalorien durch kräftige Mahlzeiten wieder aufgefüllt, es war alles vorhanden, was das Herz begehrte.
Endlich wurde die mit Spannung erwartete Siegerehrung vorgenommen. Die ersten drei Wandervereine erhielten jeweils einen wunderschönen Steinkrug, ähnlich wie bei der Formel1, der Sieger den größten Krug usw. Die Siegerehrung nahmen der Vorsitzende der Wanderfreunde Ebernhahn Ernst Walter Diel und der Erste Beigeordnete der Ortsgemeinde Uli Buhr vor. Uli Buhr kam als Vertreter des erkrankten Ortsbürgermeisters Rüdiger Gemmer. Die Reihenfolge wurde nach der Anzahl der Teilnehmer der jeweiligen Vereine ausgerechnet. Es ergab sich folgende Platzierung: 1. Wanderverein Dietkirchen, 2. Wanderverein Alt-Hürth, 3. Wanderverein „Schnelle Füße“ aus Koblenz. Die weiteren Vereine erhielten schöne Sachpreise.
Man muss die Ausdauer und Kondition der Wanderer bewundern, die an beiden Tagen trotz der fast unmenschlichen Hitze sich auf die Strecken wagten. Nach der Rückkehr in die kühle Halle überwog der Stolz, es doch wieder einmal geschafft zu haben. Genauso wichtig ist für die meisten Wanderer, den langersehnten Stempel in ihrem Wanderpass zu bekommen. Dieser Stempel beweist, dass sie erfolgreich an der 53. Kannenbäckerland-Wanderung teilgenommen haben.
„Tamara“ aus dem Tierheim Montabaur wird liebevoll gestriegelt. Fotos: WR
Zeit für eine Rast: Gemütliches Picknick im Schatten der Bäume.
Die Vertreter der drei Siegervereine (v.l.) WV Alt-Hürth, WV Dietkirchen, WV „Schnelle Füße“ Koblenz.
